Reisen

4
Aug
2019

Die Steigerung

geplante, bezahlte, und ge-web-check-inte Flugreise.

Meldung nach Abschluss des Web-Check-ins: "Sie haben erfolgreich eingecheckt. Sie brauchen auch gar nicht mehr zum Flughafen kommen, betrachten Sie sich als bereits geflogen:"

So oder so ähnlich könnten Flugreisen in der Zukunft aussehen. Keine Personen im Flugzeug, die Flugzeuge können im Flughafen bleiben, kein Kerosinverbrauch, keine Umweltbelästigung. Hijacking wird unmöglich und die Personalkosten sind entsprechend auf null zurückgefahren.

Leider ist es noch nicht so weit. Ich betreue die Flugreise von Frau Columbo, die in den USA bei der Hochzeit eines Neffen anwesend sein möchte. (Ich selbst fahre nicht mit, weil mich keine 10 Jumbos mehr in die USA bringen.)
Ich versuche Frau Columbo web-einzuchecken. Schließlich bekomme ich ja die Mail von Austrian Airlines. (Die gehört jetzt aber eigentlich auch der Lufthansa.) Nach Eingabe des Buchungscodes schaut alles gut aus. Meine Frau muss in Frankfurt umsteigen. Der erste Flug stellt kein Problem dar. Die Boarding Karte kann ausgedruckt werden. Der zweite Flug Frankfurt - Philadelphia kann oder wird nicht bestätigt. Erster Anruf bei der Help-Line: Ja web-check geht erst 23 Stunden vor dem Flug.

Mich wundert es ein bisschen. Schließlich ist der Flughafen Frankfurt ja schon gebaut. Beim Umsteigen in Berlin könnte ich mir vorstellen, dass es heißt: web check-in erst möglich, wenn der Flughafen fertig gebaut ist.
Also etwas gewartet und dann innerhalb der 23 Stundenfrist noch einmal versucht. Klappt nicht. Zweiter Anruf bei der Hotline. Ja den web-check-in können Sie nicht über Austrian machen, das ist ein Lufthansa-Flug. Sie müssen bei Lufthansa online den check-in machen. Versuche ich. Interessanterweise sind alle Daten, die ich zuerst bei Austrian Airlines angegeben habe, tatsächlich bereits vorgegeben. Vielleicht arbeiten die mit dem gleichen Computer. Aber einchecken kann ich trotzdem nicht. Es sieht so aus, als wäre die ganze Strecke "durchgecheckt", aber Boardkarte gibt es keine. Dritter Anruf bei der Hotline. Diesmal dauert die Überprüfung etwas länger.
"Sie sind schon eingecheckt:" - Aha! und wie sieht es mit der Boardkarte meiner Frau aus? "Die bekommen Sie erst in Wien am Flughafen. "Und kann ich jetzt den Sitz bestimmen, denn danach wurde ich nie gefragt." (Hintergrund: auf der Viererbank werden drei Verwandte sitzen.) "Welchen Sitz wollen Sie denn." - "41g, so wie a b c d e f G" - "Aha, Golf" - Ja, Golf. "Ist gebucht." Aber die Boardkarte gibt es erst in Wien am Flughafen.
Naja, das macht nichts, ich werde meine Frau eh zum Schalter begleiten.
Nachher habe ich meine Schwägerin angerufen. Sie hat mir erzählt, dass sie auch geschwitzt hat und auch bei ihr hat es lange gedauert, weil noch eine Information ihres Schwagers gefehlt hat, der aus Bremen anreist.

Ich habe nicht geschwitzt. Ich habe mich nur geärgert. Ich habe eineinhalb Stunden für einen Vorgang gebraucht, der sonst in drei Minuten erledigt ist.
Fazit: die Deutschen können nicht nur keine Flughäfen bauen. Auch mit der EDV stehen sie auf Kriegsfuss. Wie kann es sein, dass man mit dem Web-Check der AUA, die mittlerweile eh der LUFTHANSA GEHÖRT, keine durchgängige Reservierung mehr durchführen kann.

In dem Zusammenhang ärgern mich nur die verschiedenen Sensationsmeldungen, dass der Mensch von der "künstlichen Intelligenz" verdrängt wird. Es wird einmal der Fall sein, aber nicht jetzt gleich. Solang der Mensch noch die KI programmiert und sie sich nicht selbst weiter entwickelt, werden Abläufe wie eine einfache Flugbestätigung nicht ohne Help Online möglich sein.

Oder bin ich wirklich schon so dumm und vergreist?
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22
Okt
2018

Erfahrungen in Sachsen, Thüringen und Bayern

Wohlfühlen in Deutschland

Ich komme gerade von einer Kurzreise zurück. Die war ziemlich überraschend geplant: am Mittwoch noch jemanden in Wien zum Flughafen gebracht. Dort in den Zug gestiegen und nach Halle an der Saale gefahren. Diese Stadt hat sich ganz schön verändert seit der Zeit, als ich 1984 fast 25 Wochen in der Gegend verbracht habe. Nette Bekannte getroffen. Erst um ein Uhr ins Hotel gebracht worden.
Der nächste Tag war in Meißen geplant. Dort traf ich eine lang gekannte Bloggerin von twoday, die in Meißen einmal ein Bloggertreffen organisiert hat. Mittlerweile sind die Blogger und Bloggerinnen überall verstreut und kaum an ihren ursprünglichen Wohnorten zu finden. Wir haben darüber gesprochen, vielleicht eines in Wien zu machen. Da ich das organisieren müsste, habe ich es noch nicht fix zugesagt oder geplant. Aber ich habe bereits jetzt zwei Zusagen von Bloggerinnen, die sich freuen würden. Ich würde es jedenfalls bei mir zu Hause machen.
Abends war ich dann wieder mit meinen (neuen) Bekannten unterwegs, die sich nach der Öffnung der Mauer wieder neu organisiert haben. Es war erfrischend, diese Gruppe zu erleben, welche sich gerade im Neuaufbau befindet.
Am nächsten Tag ging es nach Coburg. Dort war ich von der dortigen Organisation, der Örtlichkeit und den Menschen fasziniert. Erst um drei Uhr kam ich zum Schlafen.
Das nächste Treffen fand in Weimar statt. Dieses startete schon um fünf Uhr nachmittags und dauerte bis neun Uhr abends. Vorher schaute ich noch ein bisschen mit meinem Freund in der Stadt herum. Zu Mittag aßen wir Ban-Chu bei einem ausgezeichneten Vietnamesen, Pho-Cho. Beim Treffen erhielt ich vollkommen unvermutet, unerwartet und eigentlich fast unglaublich eine Auszeichnung, die sonst nur nach einigen Besuchen möglich ist. Aber das betrifft etwas, was hier nicht erwähnt werden soll. (Allerdings muss ich noch einen Bedankungsbrief schreiben.)

Bei allen vier Festabenden spielte ich Klavier. Ich war überrascht, wie positiv mein Spiel aufgenommen wurde. Am Sonntag saß ich dann im Zug zurück nach Wien. Ich fuhr zweite Klasse, weil ich beim Buchen keinen Sitzplatz in der ersten Klasse reservieren konnte. Tatsächlich war der Zug überbelegt und ich war froh, einen reservierten Sitzplatz zu haben. Als der Zug Passau passierte, war ich schon müde und wechselte nicht in die erste Klasse, die ich mir in Österreich leichter leisten kann als in Deutschland.

Zuhause war ich noch etwas aufgedreht. Meine Frau war allerdings neugierig und so schilderte ich dann noch meine Erlebnisse. Jedenfalls bin ich jetzt noch voll motiviert, "wieder da auffi" zu fahren. Da wäre bei der nächsten Reise Bayreuth, Hof und Weimar geplant. Ende Jänner. Früher habe ich schon alles verplant. Als Pensionist hat man ja praktisch keine Zeit.
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10
Okt
2018

Planung

In zwei Stunden endet die Freiheit. Dann steige ich in den Bus, dann Zug, noch ein Zug, zum Flughafen Wien Schwechat. Ich hole einen serbischen Gast ab. Dann fahren wir in die Innenstadt, wo ich in einem für seine Schnitzel bekannten Restaurant vier Plätze reserviert habe. Zwei andere serbische Gäste sind mit ihrem Auto gekommen. Echte Wiener Schnitzeln wurden gewünscht.
Morgen kommen Gäste aus der anderen Richtung, aus München. Unterbringung regeln und vielleicht gemeinsames Abendessen.
Freitag soll für mich ohne Verpflichtung sein. Die serbische Freundin wohnt bei uns. Ich habe geplant, noch einmal Schnitzel zu machen. Das Fleisch ist bestellt. Für fünf Personen ist es nicht viel Aufwand. Einen fixierten Termin gibt es: Friseur.
Dann muss ich vermutlich noch nach Perchtoldsdorf, mir die Schlüssel für den Saal holen.
Samstag ist das Konzert und danach Heuriger.
Sonntag gibt es Ausichts- und Nostalgietour mit der Mariazeller Eisenbahn. Mit dem Auto der Freunde nach St. Pölten und dann mit einer richtigen Dampflok nach Mariazell und zurück.
Montag muss ich abends den Vorsitz in einem Verein übernehmen. Den kann ich diesmal nicht verschieben.
Dienstag ist frei, da sollte ich die serbische Freundin auf die Mariahilferstrasse bringen, damit sie dort einkaufen kann.
Mittwoch bringe ich die Freundin zum Flughafen und fahre direkt von dort via Salzburg, München, Nürnberg nach Halle an der Saale. Abends gibt es eine Veranstaltung.
Donnerstag geht es mit Freunden in ihrem Auto weiter nach Meißen. Dort treffe ich eine alte Freundin, bei der ich schon einmal mit meiner Frau auf Besuch war. Abends gibt es eine Veranstaltung.
Freitag geht es nach Coburg. Abends gibt es eine Veranstaltung.
Samstag geht es nach Weimar. Abends gibt es eine Veranstaltung.
Sonntag fahre ich zurück nach Wien. Im Zug. Jetzt schreibe ich dies und bemerke, dass es in meiner Planung einen Fehler gibt. Wir übernachten nämlich nicht in Weimar. Jetzt muss ich sehen, wie ich von Dörfles/Esbach nach Weimar komme.

Naja, einen Planungsfehler muss es ja geben. Jetzt werde ich sehen, wie ich das noch kompensiere. Sollte aber kein besonders Problem sein.

So genau hatte ich nicht einmal meine Dienstreisen geplant. Das hatten damals andere Menschen für mich getan. Aber schließlich hat ein Pensionist ja Zeit :)

Nachtrag: der Fehler kostet ungefähr 22 €. Bahn von Dörfles nach Nürnberg. Natürlich wäre die Teilstrecke Nürnberg Wien auch billiger gewesen als Weimar Wien. Aber das habe ich schon "abgeschrieben".
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7
Okt
2018

O S T D E U T S C H L A N D

Ich weiß, dass dieser Begriff verpönt war. Man hätte schon DDR sagen sollen. Aber als Österreicher kenne ich mich ja mit politischen Feinheiten nicht aus.
Jedenfalls habe ich heute eine Reise in die Vergangenheit gebucht.
Halle, Meißen, Coburg, Weimar. Das Ganze mit Zug und Auto für die Fahrten zwischen den Städten.
Halle: 25 Wochen habe ich dort verbracht, zumindest schlafensmäßig. Der Arbeitsplatz war Aschersleben.
Meißen: dort wohnt eine sehr nette Bekannte, bei der ich schon einmal mit meiner Frau war.
Coburg und Weimar sind mir nur historisch bekannt.
Sonst kenne ich ja Leipzig, Dresden, Quedlinburg, aber es fehlt mir noch Bautzen und ...
Ich freue mich schon darauf. Der Übergang ist nahtlos. Am Mittwoch bringe ich noch eine gute Bekannte zum Wiener Flughafen, von dort geht es direkt nach Halle an der Saale. Globetrotting wie zu Zeiten meines Berufslebens.
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6
Jul
2015

Zehn Minuten

Dieser Zeitbegriff hat eine neue Bedeutung gewonnen. Ich sage jetzt nicht, wieso das passiert ist oder wer die Umdeutung vorgenommen hat.
In Wirklichkeit geht es auch nicht um die Dimensionierung der Zeit. Es geht um die Skalierung des Geldes. Vor einigen Wochen sah ich eine Skalierung, die ausdrückte, wieviel ein Euro in den verschiedenen Urlaubsländern an Kaufkraft gemessen wert ist. Durch die vor einiger Zeit stattgefunden habende Frankenaufwertung liegt der Umrechnungswert - nach meiner Erinnerung - bei ca.60% oder noch weniger. Das heißt, nachdem Prozentrechnung ja heutzutage zur höheren Mathematikbildung zu zählen scheint, dass man für alles ungefähr doppelt so viel zahlen muss - im Vergleich, was man in Österreich dafür bezahlen müßte.
Innocent Orangensaft, der in Österreich 2,45 Euro kostet, kostet bei einem Billa ähnlichem Geschäft 3,80 Euro oder sogar noch etwas mehr. Ein halber Liter Mineralwasser kostet in einem Café-Restaurant 6,50 Euro. Im Sacher-Café in Wien habe ich zuletzt 3,80 Euro bezahlt.
Nun gut, die Schweiz ist extrem teuer. Beim Essen, bei der Hotelnächtigung und bei vielem anderen noch, was man im täglichen Leben braucht oder nicht braucht.
Ein Rundreisetrip Luzern-Kriens-Pilatus-Alpnachstadt-Luzern kostet 94 Euro (104 + ein Gutschein über 10 Euro für die Konsumation) pro Person. Das klingt nach sehr viel, ist aber den Preis absolut wert.
Vor allem die Standseilbahn Zahnradbad, horizontale Zahnräder, -- danke für die Korrektur Kulturflaneurs -- (über 125 Jahre alt), welche die größte Steigung weltweit aufweist (48%) ist ein absoluter Hit. Die Steigung an sich ist schon bemerkenswert, aber noch erstaunlicher ist die Fahrtrasse selbst. Der Oberbau ist nicht breiter als die Spurweite. Man könnte Angst bekommen, dass die Gleise irgendwo zur Seite abrutschen.
Es gibt aber einen absoluten Preishit, mit dem ich nicht gerechnet hätte.
Der Toilettenbesuch oben am Berg kostet in einer 5 Stern-Toilette genau 0 Euro. Meine Frau hat mir bestätigt, dass sie ebenfalls nichts zahlen musste.
Also das halte ich für eine echte Sensation.
-
P.S. Das Wetter oben am Berg war trocken aber von Nebeln durchwachsen. Kurze Momente erlaubten die Sicht auf die Gipfel oder auf eine einfahrende Bergbahn. Wenn die Kamera nicht sofort arbeitsbereit war, verschwand das Motiv. Doch ich möchte sagen, dass es eine andere Art von Naturtheater war. Die stetigen Sichtwechsel ergaben ein großes Gefühl der Zufriedenheit. Was man bei klarem Sonnenschein hätte sehen können, konnte man sowieso wunderbar in den diversen Prospekten anschauen.
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17
Okt
2014

Nichts geht über Putin

Als Putinversteher darf ich wohl einen solchen Artikel schreiben. Er hat gestern wirklich gezeigt, was er erreichen kann.

Die ganze Woche war schon von Reiseausfällen geplant. Einmal brannte es im Bahnhof von Passau oder die Feuerwehr hatte eine andere Form des Einsatzes, jedenfalls war der Bahnhof gesperrt und der Zuginhalt musste sich in einen pendelnden Autobus rauskotzen.
Bei der Rückfahrt gab es einen Teilflug von Hamburg nach Düsseldorf. Da darf man sich für 30 Minuten fliegen 60 Minuten anstellen - am Check-in und der Security.

Gestern allerdings hatte ich eine Verspätung von sechs Stunden, weil ich nicht die Direttissima fliegen durfte, sondern eigentlich über Brüssel oder Düsseldorf hätte fliegen sollen, um dann dieselbe Strecke auf Wien herabschauend zurück zu fliegen, um irgendwann in Belgrad zu landen.
Dort hatte Putin die angesichtliche Begegnung mit Merkel verschieben wollen, nachdem ihn die Belgrader viel freundlicher empfangen haben, als er das in Mailand erwarten durfte.
Das waren vier Stunden mehr, in der von Belgrad nichts abfliegen und auch nichts ankommen durfte.
Als ich um 23:00 endlich gelandet war, sah ich am Flughafen jede Menge Menschen, die noch auf ihre Flüge warteten. Normalerweise geht der letzte um ca 23:30 ab Belgrad. Am Fahrplan sah ich Abflugzeiten von 2:00 am.

Naja, eine Sch..Reisewoche. Aber jetzt werde ich mich ja hoffentlich 2 Wochen erholen können, wenn es da nicht noch sowas wie Arbeit gäbe.
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12
Sep
2014

Musikreise

Eine Musikempfehlung hat bei mir folgende Reise veranlasst:

she is a woman to me
https://www.youtube.com/watch?v=UHfBXHari34

and piano man
https://www.youtube.com/watch?v=gxEPV4kolz0

American Pie - memories of Topeka, Kansas
https://www.youtube.com/watch?v=ih7N9_VUU4U

Full identification
https://www.youtube.com/watch?v=lAsvjVx-Mg4

And then moving on
https://www.youtube.com/watch?v=Mb3iPP-tHdA

intermezzo from a much later time
https://www.youtube.com/watch?v=iUiTQvT0W_0

with a linkage via Sinéad O'Connor
https://www.youtube.com/watch?v=jNwXFnqBzHg

not to be expected to be recommended by me
https://www.youtube.com/watch?v=Jr6VPJgQrwg

getting back to slow, same singer Bob Mould
https://www.youtube.com/watch?v=938czNAsHeM

but that should be my music, doesn't it also catch on you?
Minute 4:20
https://www.youtube.com/watch?v=6YD_8E4ZVxY

And the great finale
https://www.youtube.com/watch?v=p77JoONFX8U

Die Mitternacht ist vorüber.
Gute Nacht
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27
Aug
2014

Die Rückreise (mit Bild)

Beginnt mit einem Himmel wie gemalt.







Die-Wolken-ueber-Karlskrona

Da ich meinen Flieger von Kopenhagen nach Wien erst am Abend gebucht hatte, konnte ich mir heute früh noch ein kleines Programm gönnen, den Besuch des Marinemuseums. Dort sind auch zwei U-Boote ausgestellt, was den besonderen Reiz zur Zeit ausmacht. Im Museum habe ich um ca. 10 Euro sehr gut gegessen. Buffet mit Kartoffelpuffer und etwas, was wir hierzulande vielleicht am ehesten mit Grammelknödeln vergleichen könnten. (Mit Kartoffelteig)
Leider spüre ich heute mein linkes Bein besonders stark. Daher habe ich mir ausreichend Zeit zum Bahnhof zu gehen eingeräumt. Ich sitze schon im Zug, der in zehn Minuten wegfahren wird.
Karlskrona war wirklich ein erfreuliches Erlebnis. Nicht einmal eine kleine Panne gestern, hat den Eintrag trüben können. (Erzähle ich später vielleicht einmal.)
Billig ist Schweden ja nicht gerade. Wenn man aber einmal seinen Obolus entrichtet hat, hören sich die Kleinigkeiten auf. Man bekommt reichlich und auch nach. Der Zutritt zum Museum hat mich heute nichts gekostet. Die 17 Euro waren bereits in der Registrationsgebühr zur Konferenz enthalten.
Ich mag hier die Sauberkeit und auch die Ordentlichkeit. Ich wundere mich selbst, dass ich so etwas schreibe. Aber auch das Hotel war von der Stimmung - obwohl alles praktisch wie in den anderen Hotelketten - her familiär. Und der Koch wies darauf hin, dass das Brot mit Sauerteig gemacht war. Auf der Uni gibt es spezielle Hinweise, dass das Mittagsmenü gluten- und lactosefrei wäre. Darüber hinaus gibt es auch noch Spezialdiäten.
In zwei Minuten wird der Zug abfahren und ich werde zu arbeiten beginnen. Gestern war ich von Präsentation und den Programmen der anderen geschlaucht, es war wirklich Workshop-Atmosphäre. Doch das gesamte Ambiente lässt eher an Ferienurlaub denken.
Die Türen schließen sich. Die Fahrt beginnt.

Nachtrag:
also durch die südschwedische Landschaft könnte ich endlos im Zug sitzend fahren, wenn das Wetter so wie heute ist. Die Wolken sehen so aus, wie sich ein Kind Wolken vorstellt. Die Züge sind so, wie man sich Züge vorstellt. Ab und zu gibt es eine Meldung "Wir fahren jetzt langsamer, weil vor uns ein langsam fahrender Zug ist". (Allerdings scheinen keine Verspätungen zustande zu kommen.
Auf der Rückfahrt ist die erste Klasse auch fast voll besetzt, die zweite natürlich bis auf den letzten Sitzplatz. Es gibt Personen, die am Gang stehen. Und eine Reihe von sehr attraktiven Frauen. Keine Abbilder aus Hochglanzmagazinen sondern sehr intelligent wirkende Frauen zwischen 30 und 45. Vermutlich verschätze ich mich ja, aber die Augen blicken alle sehr wach.
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25
Aug
2014

Die andere Dienstreise

Ich werde erst morgen wissen, ob sich die Reise beruflich gelohnt hat. Ich habe ja schon geschrieben, dass ich ganz überrascht war, dass es sich um eine IEEE-Veranstaltung handelt. Meinem Ruf wird es also gut tun.
Aber viel interessanter war der heutige Tag.
Nachdem das Wochenende schon einen gewissen Erholungswert neben klassisch harter Arbeit hatte, war die heutige Anfahrt besinnlichkeitsfördernd.
Teilweise rührt das daher, dass ich nicht genau wusste, wie das jetzt wirklich mit der Öresundbrücke aussieht. Schließlich gibt es die erst seit 2000.
Gesehen habe ich sie schon vom Flugzeug aus, da wir offensichtlich eine Schleife gemacht haben und Kopenhagen vom Norden heraus angeflogen haben.
Jetzt hatte ich erwartet, dass die Zugverbindung irgendeine Luxuszugverbindung ala Eurostar sein müsste. Ist er anscheinend nicht. Es gibt nur einen Zugtyp, der sich ein bisschen von den anderen abhebt, indem es so aussieht, als wären die einzelnen Waggons mit dicken Gummiwülsten abgedichtet.
Erste Klasse war eigentlich sinnlos, weil das Platzangebot nicht mehr ist, also ebenfalls 4 Sitze über die Breite verteilt. Allerdings ist jeder Sitz an einem Vierertisch und zum Arbeiten war es ganz praktisch.
Für mich, und vermutlich nur für mich, hat es einen besonderen Reiz, wenn der Zug auf der einen Seite auf Hochgeschwindigkeitsgleisen fährt und dann irgendwann auf eingleisigen Strecken in immer dünner besiedeltes Gebiet kommt, bis er schließlich in einem Kopfbahnhof (Größe vielleicht Krems) endet. Leider kann man aus dem Zug heraus nicht wirklich den Öresund fotografieren, weil die Gleise im Fachwerk liegen und daher immer ein Schrägbalken ins Bildfeld kommt.
Ein bisschen habe ich mich auf der Fahrt wie Jim Knopf gefühlt, es gab wieder das Abenteuer einer unbekannten Fahrt. Immerhin braucht es dreieinhalb Stunden, bis man in Karlskrona aussteigt. Und dort habe ich mich zuerst wie in Kanada gefühlt. Kaum Verkehr, alles flach und ziemlich relaxte Personen, wenn es welche auf der Strasse gab. Ein bisschen war ich verhärmt, weil es nieselte und ich das Hotel nicht gleich ausmachen konnte. Es sollte doch in der Nähe des Bahnhofes sein. Aber dann habe ich doch Schirm Schirm sein lassen.
Das Hotel hat alles, vor allem aber wie das Fairmont Empress neben dem Frühstück auch einen Nacmittagstee von 15:00 - 17:00 und ein Abendbuffet von 18:00 bis 21:00, was ich heute noch genießen werde. Es gibt Sauna und einen Ausblick auf einen der Häfen.
Und alles wirkt gelassen und entspannend.
Eine komplett andere Stimmung als ich sie sonst auf meinen Dienstreisen erlebe.
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21
Aug
2014

Urlaub und Arbeitslosigkeit

Ich war jetzt in Italien auf Urlaub. Wunderschöne Gegend. Mein Hotel absolut zauberhaft, wenn man davon absieht, dass es zum gegenzeitigen Zeitpunkt nicht so günstig war. Ich hatte mir das linke Knie vorher verstaucht und daher waren die 200 Stufen, die man zum Hotel hinauf musste (oder 80 hinunter) nicht ganz so angenehm.
-
Aber es gab zwei, nein drei Dinge, die mich nervlich fertig machten. Nicht wirklich ganz fertig, der Urlaub wirkte und ich kam auch mit diesen Dingen gelassen zurecht. Nur packte mich teilweise eine wahnsinnige Wut.
Ich fange zuerst mit einem Hotel in Mailand, besser gesagt in Malpensa, direkt beim Flughafen an. Super Hotel, vielleicht sogar fünf Sterne, mit allem technischen Schnickschnack. Preise natürlich entsprechend. Ich wäre dort nicht abgestiegen, wenn es nicht ein Schnäppchen gegeben hätte.
Aber was passiert beim Auschecken? In diesem Hotel, wo ich im Restaurant ein iPad überreicht bekomme, um eine Meinung abzugeben, muss ich beim Auschecken 20 Minuten warten.
Nicht deswegen, weil der Rezeptionist unfähig war. Ganz im Gegenteil, der war professionell und hat mich in 2 Minuten abgefertigt. Nein, weil er nur einen Kollegen hatte, der sich mit einem Problemfall eben länger herumspielen musste. Allerdings gab es dann noch Träger und Sicherheitsleute. Aber für eine Rezeption eines Hotels mit über 1000 Betten wäre vielleicht am Vormittag eine etwas stärker besetzte Rezeption anzuraten.
Aber gespart wird beim Personal, das sowieso schon nahezu ausschließlich aus Gastarbeitern besteht. Das ist bei Hotelketten wohl so üblich, dass das Personal weltweit rochiert. Man könnte aber 1-2 Personen mehr mitrochieren lassen.
-
Ding 2 und 3 betreffen die Eisenbahn. Darüber habe ich schon auf Facebook geschrieben. Fahrkarten kaufen ist ein Geduldsspiel und die Automaten sind dazu noch eine kleine sadistische Draufgabe. Es sind Titschi-Tatschi-Automaten mit ziemlich schlechter Empfindlichkeit des Touchscreens. Warum man allerdings nach Eingabe der Route, einen Zug eingeben soll, den man dann eh nicht erwischen oder besteigen kann, ist nicht ganz klar.
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Ding 3 erspare ich jetzt hier. Eigentlich ist es Ding 3 und Ding 4, die mir einen weiteren Urlaub in Italien, bei dem ich auf die Eisenbahn angewiesen bin, vermiesen.
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Deutschlands DB ist schon manchmal zum Kotzen, aber noch immer zuverlässiger als die italienischen Regionalzüge.
Und Österreich? -
Nun, auf die ÖBB lasse ich nichts kommen. Selbst wenn manchmal etwas schief geht, werde ich in Zukunft eine kleine Erinnerung an Italien hervorholen und befriedigt schmunzeln.

P.S. Was das Ganze mit Arbeitslosigkeit zu tun hat? Nun ja, es gäbe schon mehr Schalter am Bahnhof und das Hotel ist riesig und hat mehrere Arbeitsplätze an der Rezeption nebeneinander. Nur die Menschen fehlen. Die hat man wegrationalisiert.
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abohn - 7. Mai, 09:56
Gut gewagt!
Ein sehr ansprechender Text! So etwas würde ich auch...
abohn - 25. Apr, 15:30
Eigentlich habe ich deinen...
Eigentlich habe ich deinen Sohn erkannt. Der ist ja...
lamamma - 27. Mär, 12:44
Überrascht
Ich bin wirkliich überrascht, dass gerade Du lamentierst....
lamamma - 26. Mär, 15:30
Wobei nähen sich ja viel...
Wobei nähen sich ja viel direkter geboten hätte.
Schwallhalla - 26. Feb, 10:30

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