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Musik

Samstag, 21. November 2009

Zu schwer?

Vor eineinhalb Wochen gab es ja die erste Probe mit Klarinette, Viola und Klavier. Und ich schrieb, dass ich auf youtube keine Beispiele finden würde.
Das hat nicht gestimmt, denn offensichtlich habe ich falsch gesucht.
Also von dem was wir gespielt haben, gibt es teilweise Aufzeichnungen mit Martha Agerich. Und die gefällt mir z.B. wirklich gut.
Nummer 7
Das Stück ist zwar für das Klavier auch nicht so einfach, doch noch immer wesentlich leichter als für die Klarinette. Das gehörte Tempo würde ich jedenfalls gerne bei unserer Aufführung spielen.
Von der Nummer 4 gibt es "nur" eine amateurhafte Aufnahme, die sich dadurch auszeichnet, dass der Beginn total verschlampt ist und das Tempo doch zu langsam. Da haben mir meine Partner schon bei meiner ersten Probe mehr abverlangt. Da mir der Klavierklang hier auch nicht so besonders gefällt, soll der Link nur als Anschauungsbeispiel dienen.
Das gleiche Stück firmiert in einer anderen Besetzung als Nummer 5. Aber tatsächlich klingt hier die andere Besetzung mit der Klarinette viel erfrischender. (Als Aufnahmetechniker hätten sie wohl besser Virtualmono genommen:)
-
An dem Stück habe ich heute einmal 2 Stunden geübt. Ich werde es schon hinkriegen - aber ohne auswendig ist da nichts:)

Sonntag, 15. November 2009

Für Wagnerfreunde

Die seit 2008 eingeführte neue Inszenierung des Rings des Nibelungen an der Wiener Staatsoper hat sich für mich als besonders bemerkenswert dargestellt. Auch wenn mir das Bühnenbild streckenweise nicht gefallen hat, war ich von den gesamten vier Opern hoch begeistert - und das nicht nur wegen der Opern selbst.
Hier wurde durch Sven-Eric Bechtolf eine Inszenierung geleitet, die hoffentlich beispielgebend für weitere Inszenierungen sein kann. Es wurde spürbar, wie sehr sich SEB in die Materie eingearbeitet hat und wie viel davon er in der Personenführung der Sänger weitergegeben hat. Hier wird jeder gesungene Satz durch das Spiel nicht nur des jeweils Singenden sondern auch der umstehenden Personen so genau unterstützt, dass die Handlung nahezu eine zusätzliche Komponente gewinnt.
Aus der Mythen-, Märchen- und Sagenwelt werden die Verhaltensweisen so klar differenziert, dass die Übersetzung in das menschliche Verhalten der heutigen Zeit sehr, sehr leicht fällt.
Für mich selbst hat sich eine neue Erkenntnis ergeben, die ich zwar schon immer hätte haben können, die aber nur dann eine Grundlage hat, wenn der Text nicht nur allgemein sondern Takt für Takt mitgelesen werden kann, wie es in der Staatsoper mit Hilfe der an den Sitzen angebrachten Displays sehr gut möglich ist. Wenn man im Siegfried noch (nach Loriot) vom dummen, schwer erziehbaren Kind sprechen kann, ist Siegfried in der Götterdämmerung nicht mehr als Halbtrottel zu betrachten, wie ich es aus der Stuttgarter Inszenierung in Erinnerung habe. Denn Brünnhilde sagt ja im 2. Aufzug der Götterdämmerung, dass sie ihm ihr ganzes Wissen vermittelt hat.
In der Wiener Inszenierung erscheint mir Siegfried daher wesentlich differenzierter.
Gestern wurde die Brünnhilde wieder von Eva Johansson mit großer Bravour bewältigt. Als Hagen gab es diesmal Kurt Rydl, einen Lokalmatador, der begeistert beklatscht wurde, aber lange nicht so verständlich gesungen hat, wie es sämtliche Rollendebüttanten, (die im Programm speziell vermerkt sind) taten.
In der Götterdämmerung gestern waren das Morten Frank Larsen als Gunther, Elisabeth Kulman als überzeugende Waltraute, eine Norn und zwei Rheintöchter.
Es ist schön, mit zu erleben, wie sich Sänger und Sängerinnen in ihrem Debüt beweisen. Bei allen vier Opern war auch der Staatsoperndirektor in seiner Loge zu sehen.
Dieser Ring ist etwas, worauf ich als Quasi-Wiener stolz sein kann und es auch bin.

Montag, 9. November 2009

auf Wunsch

Natürlich ist das das absolute Chaos:

Es gibt einige wenige Tage im Jahr, wo die Noten alle im Schrank sind, aber momentan bringe ich sie nicht unter.

Am Klavier liegen jetzt die Übungsnoten für die Kammermusik. Darunter verbergen sich die Lieblingsnoten, die ich jetzt gerade "in der Reißen" habe.

Noten4

Das sind die wahren Schätze. Die zwei linken Stöße sind alles Kammermusiknoten. Der rechte Stoß sind Operetten, Schlager und Weihnachtslieder.

Noten3

Im Schrank sind die Volumina halbwegs alphabetisch geordnet. Bach, Chopin, Beethoven, Brahms, Schubert, Mozart sind so ziemlich komplett. Die Ablage geht natürlich im großen Bücherschrank unten weiter.

Noten2

Und am Boden liegt auch noch was herum, eigentlich viel mehr als hier gezeigt, wenn ich gerade etwas suche.

Noten11

Montag, 26. Oktober 2009

Interludium 2

Meine Musik ist gelebt.
Gustav Mahler

P.S.
Kapitel 7 ist etwas komplizierter, daher dauert es noch ein bisschen. Aber es kommt.

Donnerstag, 15. Oktober 2009

abgehakt

Der heutige Abend verlief ziemlich gut. Letztlich war meine Qualität doch ausreichend, der ganze Abend sehr unterhaltsam und auch lehrreich.
Und ich habe Einladungen für drei verschiedene Musikstücke:
Brahms Cello-Sonate. (Die habe ich schon einmal begleitet.)
Brahms Klarinettensonate.
und
Max Bruch: 8 Stücke für Cello und Klarinette. Das klingt nicht so arg schwer.
(Die Leute glauben also, dass ich das alles spielen können werde. Das ist doch zumindest ein Achtungserfolg.)

Ich werde also versorgt sein, obwohl traurigerweise mein Hauptpartner, der Geiger, gesundheitlich einige Zeit pausieren muss.

Mittwoch, 14. Oktober 2009

...

Die Gesellschaft der Musikfreunde in Wien bewahrt in ihrem Archiv ein Notenblatt, darauf schrieb Beethoven sein Lied "Ich liebe dich", indes Schubert die andere Seite benutzte, um das Andante seiner Klaviersonate opus 122 festzuhalten. Brahms aber, der das Blatt erwarb, setzte seinen Namen darunter, um sein Recht auf den heiligen Besitz zu bekunden. Hier hat man, eingefangen und dargetan auf einem Stück Papier, die ganze Gechichte und die erlauchte Tradition der Musikstadt Wien.
Dieser Text stammt aus einem kleinen Büchlein Stadt der Musik, welches der "Schuljugend Österreichs gewidmet" von der "ERSTE ÖSTERREICHISCHE SPAR-CASSE" im Jahr 1966 mit dem Verfasser Prof. Dr. Alexander Witeschnik herausgegeben wurde.

Beethoven "Ich liebe dich"
opus 122: Bekannt eher als DV568

Das Beethoven-Lied hat uns unser Musikprofessor in Chorgesang singen lassen. Ich habe es damals nicht als besonders großartig empfunden. Da musste erst später die korrespondierende Empfindung dazu kommen.
Die Schubert-Sonate, die vermutlich die leichteste ist, habe ich schon als Jugendlicher immer wieder gespielt. Vor allem dieser zweite Satz hatte es mir angetan.

Dienstag, 29. September 2009

Die Gelüste

schwangerer Frauen sind ja manchmal recht eigenartig. Insoferne fühle ich mich gerade auch etwas schwanger, weil ich unbedingt jetzt das 1. Klavierkonzert von Tschaikovsky hören wollte.
Und da eine bestimmte Stelle, den Anfang des zweiten Satzes.
Glücklicherweise gibt es youtube und ich muss nicht einmal die CD heraussuchen.
Das ist durchaus eine mir genehme Aufnahme.
-
Es mag durchaus damit zu tun haben, dass ich eigentlich schon ganz gut für das Konzert im nächsten Monat vorbereitet bin. Und da stellt sich dann bei schwierigeren Passagen ein ziemlich gutes Körpergefühl bei großen Sprüngen ein. (Murmele ich kopfschüttelnd und wende mich wieder meiner Arbeit zu.)

Und wenn Frau Columbo nicht schon schliefe, würde ich mich ans Klavier setzen und den Klavierpart davon spielen.

Sehr gut gefällt mir diese optische Umsetzung des zweiten Satzes.

Samstag, 29. August 2009

Hohe Ansprüche

Damit ich vor einer Frau wirklich Achtung haben kann, sollte sie auf ihrem Gebiet zu einer solchen Leistung fähig sein, wie diese Pianistin, die ich als legitime Nachfolge einer Martha Argerich erlebe.



Beim Scarbo fallen mir auch nur wenige Männer ein, die das so spielen können. Casadesus vielleicht.
(Aufnahme 1951: wir hatten die Schallplatten der Gesamteinspielung von Ravels Klavierwerk und die haben mein Verständnis von Ravel und dessen Interpretation geprägt.)

http://www.youtube.com/watch?v=45WSQa9x05w


Natürlich höre ich mir die Argerich auch noch gerne an:

http://www.youtube.com/watch?v=oFtth2pyB5Y

Dass ich vor Frau Columbo Achtung habe, rührt daher, dass ich sie noch keinen Tag mit schlechter Laune erlebt habe. Sie ist eine Meisterin des Lebens.

Sonntag, 16. August 2009

Mozart ...

und meine Matschkerei.
Soeben habe ich Die Hochzeit des Figaros (Salzburger Festspiele), zumindest den letzten Akt in der Fersehübertragung gesehen. Wunderbare Sänger, eine Langzeit-Lieblingsoper von mir. Einen komischen Engel im letzten Akt habe ich noch nie gesehen. Das ist entweder Claus Guths Werk oder vielleicht hat es sich Flimm gewünscht. Vielleicht ein "flimmernder" Engel.
Im Gegensatz zu Wagner finde ich die Da Ponti-Libretti nicht mehr zeitgemäß. Oder vielleicht sind sie zeitgemäß, doch dann weisen sie mich auf die Hybris der heutigen Zeit, auf bigotten Fundamentalismus, auf eine falsch verstandene sexuelle Großzügigkeit hin, die ja - geschicktes Einbinden von Aids - heute wieder zurückgeschraubt wird. Es geht nicht nur um die Gesundheit sondern um die Verteufelung des Sexuellen. Dann haben unsere Regierungen und die Kirche wieder mehr zum sagen.
Bereits als Kind hat es mich gestört, dass der Graf mehrfach nicht vergeben will. Ihm wird aber ganz schnell vergeben, weil ja die Oper zu Ende gehen muss. Braten sollte er. Da ist ja Don Juan noch ehrlicher, der Reue verweigert und in die Hölle fährt.
Eines war jedenfalls cool. Zu Mozart geht das Hemden Bügeln besonders leicht von der Hand.
Die Sängerbesetzung war allerdings wirklich vom Feinsten. Aber das können sich die LeserInnen selber googlen, wer sich da ausgezeichnet hat.
Nachdem ich jetzt alle drei Inszenierungen des Da Ponti-Zyklus gesehen habe, kann ich sagen, dass mir Cosi Fan Tutte noch am meisten zusagt. Die hat mit der Verwechslung etwas Shakespeare-haftes. Das akzeptiere ich einfach so wie es ist. Aber die Vermischung von Realität und Fantasterei wird durch die Inszenierungen des Claus Guth für mich nicht aufgelöst. Tut leid.

Samstag, 15. August 2009

Nicht für jeden

Im August habe ich sehr wenig Klavier gespielt. Jetzt bin ich angerufen worden, es wird noch etwas mit dem Brahms und dem Beethoven Kammermusik. Ich muss meine Finger also wieder etwas gelenkiger machen.
Zur Zeit habe ich große Affinität zu Beethoven. Viele kennen die Arietta aus der letzten Klaviersonate. Ja, das ist die mit dem jazzigen Einschlag.
Das für mich herausragendste Klavierwerk (Bestandteil einer Sonate, doch auch für sich allein bestehen könnend) ist das Adagio aus der Hammerklaviersonate. (Fortsetzung)
Ich kann mich noch erinnern, als ich es das erste Mal hörte. Ich war sehr ungeduldig, denn im Alter von 16 Jahren war ich viel mehr an der Fuge interessiert als an diesem Stück, das einen mehrfach glauben lässt, es wäre zu Ende. Und dann geht es wieder weiter.
12 dicht gedruckte Notenseiten, 16 Minuten Minimum. (Richter braucht 10:42 + 6:54 Minuten, also fast 18 Minuten.)
Wenn man es zu schnell spielt, fragt man sich, wann es endlich aufhört. Spielt man es ausreichend langsam, so wundert man sich: nanu, das ist ja schon der Schluss. Spielt man es nämlich langsam, hört und versteht man mehr. Jeder Takt wirft neue Fragen auf. Manche Figuren tauchen nur einmal auf, wieso ist das so?
-
Mit ein bisschen üben (ich habe den Satz schon einige Jahre nicht mehr gespielt) waren eineinhalb Stunden im Nu weg. Und ich war ausgelaugt, aber auch glücklich.
Für mich ist das Meditation. Eineinhalb Stunden auf genau eine Sache konzentrieren. Das ist doch purer Luxus.

Einspielen werde ich das höchsten für mich, weil ich es in zehn Jahren vielleicht nicht mehr spielen kann. Aber vielleicht spiele ich es einmal einem Besuch vor.

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