Schule

12
Jun
2015

Leichtes Aufflammen

letzter Geistesblitze ...
Nein, das ist es nicht. Mein Sohn hat mir einen ausgezeichnet geschriebenen Artikel über "Code" geschickt. (Code, was ist das wohl?)

Und da gab es eine Zeile, die so lautet:

: gcd ( a b -- n ) begin dup while tuck mod repeat drop ;

Sie ist in einer Programmiersprache geschrieben, die sich FORTH nennt und auch heute noch angeblich mit 40% in allen Geräten verwendet wird, die sich mit Forschung in Weltraumsatelliten beschäftigen.

gcd ist die Abkürzung für "greatest common divisor" und die Funktion berechnet den größten gemeinsamen Teiler nach dem Euklid'schen Algorithmus. Den lernt man in der Mittelschule vermutlich im dritten Jahr oder noch früher, spätestens dann, wenn man sich mit der Bruchrechnung beschäftigen muss.

Die restlichen acht Worte (zwischen den Klammern steht nur ein Kommentar) berechnen das Ergebnis. BEGIN und REPEAT klammern die Schleife, die solange wiederholt wird, bis die Division zweier Zahlen den Rest 0 ergibt.

Ich schreibe hier darüber, weil es ein so gutes Beispiel (für mich selber) ist, wie blöd ich langsam werde. Ich musste mir das genau überlegen und anhand eines Beispiels nachvollziehen, bis ich den Algorithmus erkannte.

Allerdings ist es heute erschreckend, dass Maturanten die relativ einfache Methodik nicht mehr kennen. (Brauchen sie auch nicht, denn bessere algorithmische Taschenrechner zu ca. 100 € rechnen das bereits mit eingebauten Funktionen aus.) Fürchterlich ist allerdings etwas anderes. Wenn Maturanten die eh schon leichter werdenden Maturaarbeiten nicht lösen können und sich externe Hilfe via Handy erschmuggeln, könnte ich die Schummelei noch als gewisse geistige Leistung anerkennen.
Wenn sie dann aber damit im Internet (z.B. Facebook) prahlen, geht es mir nicht mehr um das Nichtkönnen von einfacher Mathematik. Es geht mir darum, dass für diese Schüler einfach ein "Reifegrad" noch nicht erfüllt ist.
Ich persönlich würde keine Nachprüfung gestatten sondern eine Klasse wiederholen lassen.
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25
Nov
2013

Das elektronische Freudenhaus

Wenn ich mir ein Freudenhaus vorstelle, (oder das Paradies mit den sattsam bekannten Jungfrauen, die ueber Nacht wieder zuwachsen, Brrrr!) dann geht es nicht nur um den Akt an sich sondern mehr um die freie Wahl. Vielleicht ist es gerade die Auswahlmoeglichkeit, die einen bestimmten Kitzel hervorruft. Ich gehe allerdings davon aus, dass nicht alle Maenner sich dies als Paradies vorstellen, wie ja paradiesische Vorstellung ueberhaupt sehr unterschiedlich sein koennen.

Eine andere paradiesische Vorstellung habe ich heute erlebt, die ich gerne teilen moechte, obwohl ich nicht weiss, ob nicht schon aufgrund der Menge des verarbeitbaren Materials der Lesestoff zu ausschweifend wird.

Es fing eigentlich ganz simple mit einem Artikel im Standard an, bei dem ein Buch ueber den Braun-Designer Rams beschrieben wurde. In dem beigefuegten Foto konnte ich die Kuechenmaschine meiner Mutter entdecken, jedoch nicht den Elektronikbaukasten der Firma Braun, der ein ganz spezielles Design aufwies. Der war, wie ich spaeter las, auch nicht von Rams gestaltet worden sondern von Ing. Georg Greger. Doch das ist jetzt nicht so wichtig. Tatsache ist, dass der Baukasten bereits 1966 entworfen wurde, speziell die Art, Versuchsschaltungen aufzubauen. 1969 durfte ich einen benutzen, um meine Physikpruefung zu absolvieren. (Dazu gibt es eine wirklich lustige Geschichte, die hier aber zu lange waere.)

Und jetzt finde ich im Internet eine Liebeserklaerung an dieses System und einen weiteren Link http://www.lectron.de/ der mir zeigt, dass das System noch im Jahr 2012 und sicher auch heuer verkauft wird. Teilweise unveraendert, doch ergaenzt um spezielle Systeme, die sowohl preismaessig aber auch leistungsmaessig in hoehere Ebenen aufsteigen.

So gibt es mittlerweile schon eine 2. Auflage des Ausbausystems Neurophysiologie, mit dessen Experimenten sogar ein EKG vermessen werden kann. Ich selbst habe jetzt keine Zeit, um mich damit zu beschaeftigen. Doch ich bin schon ganz gespannt, ob ich mich in meiner Pension zurueckhalten werde koennen.

Ich gestehe, ich bin in meinem Herzen ein Techniker geblieben. Meine ganze Lebenskarriere fusst ja auf den Gegebenheiten, dass ich einmal ein leidlicher Elektronikentwickler war, dessen Patente mir ein paar weitere Tueren geoeffnet haben. Nicht jeder muss sich dafuer interessieren. Doch frage ich mich, ob der Computer-Fanatismus wirklich das reale Leben so stark verdraengen muss, dass man gar nichts mehr wirklich "angreifen" will. Experimentierbaukaesten gibt es ja auch fuer Chemie, fuer Biologie, fuer alles Moegliche. Doch das Handy verdraengt alles.

Die alten Griechen kannten zwei Wissenschaften: Medizin und Techne (Technik). Die eine diente dazu, um den Koerper am Leben zu erhalten, die andere, um dem Koerper das Leben zu erleichtern. In meiner effizientesten beruflichen Zeit verwendete ich die Technik, um der Medizin zu dienen. Die Grundlagen dazu wurden bereits in meiner SchulZeit gelegt. Obwohl --- der Braun Experimentierbaukasten war viel zu teuer fuer unsere Familie, aber der Philips- oder besser die Philipsbaukaesten lieferten den gleichen Anreiz. Halt nicht ganz so schoen gestylt.
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5
Okt
2013

Die Roten und die Schwarzen

können nichts dafür, wenn sie mit der Bildungsreform nichts weiterbringen. Vor fast 100 Jahren ist der nachfolgende Textausschnitt geschrieben worden, der gerade heute in Zeiten des Internet noch viel schöner umgesetzt werden könnte.


Was wir wollen.

Wir haben erkannt, daß die Schule in geringem Zusammenhange mit dem Leben steht. Es ist eine erwiesene Sache, daß wir außer den Grundgesetzen der Muttersprache und außer Schreiben und Rechnen fast alle Dinge erst draußen im Lebenskampfe erwerben müssen. Das wäre an und für sich kein Unglück, wenn wir beim Austritte aus der Schule noch dasselbe Maß von Spontaneität besäßen, das uns beim Eintritte zu eigen war. Gerade diese Eigenschaft ist aber durch die Art der pädagogischen Beeinflussung während der Lernzeit zurückgegangen. Die Schule hat sie nicht ausgebildet, sondern unterdrückt. Sie hat sich daran gewöhnt, die andere Eigentümlichkeit der Jugend, die Rezeptivität zum Ausgangspunkt der erzieherischen Maßnahmen zu machen und in der Vermittlung von Wissen ihre fast ausschließliche Aufgabe zu sehen.
Heute verlangen wir von der Schule auch die Nutzbarmachung der hervorragendsten Kraft der Jugend, des Betätigungstriebes. Das normale Ind findet Glück und Zufriedenheit in der Selbstbestätigung. Sie entwickelt sich ohne komplizierte Einflußnahme vom Spiel zur Arbeit, schafft Erlebnisse und macht dieselben zum unverlierbaren Eigentum. Sie bringt jene freudige Erregtheit in die Kindesseele, durch welche ein Unterricht erst zur Erziehungsarbeit wird. Es ist selbstverständlich, daß mit dem Gesagten nicht der Traditionslosigkeit das Wort geredet und etwa die Abschaffung der aneignenden Lernarbeit kurzweg gefordert werden soll. Es handelt sich um die Wiedereinführung des anderen Bildungsmittel - der Erwerbung der Begriffe durch produktive Arbeit - zur Ergänzung der einseitigen Intellektbildung.
Die Forderung nach Berücksichtigung des Selbsttätigkeitstriebes der Jugend führt zur Idee der Arbeitsschule. In ihr soll die Spontaneität den gebührenden Vorrang vor der Rezeptivität wieder erhalten. Willensbildung und Kräftemehrung des Schülers sind die Hauptziele ihrer Absichten. Die Begriffe und Erkenntnisse sollen vorzugsweise durch die Anschauung, den Versuch und durch eigene Arbeit erworben werden.
...



Diese Zeilen und andere finden sich in

KUNST UND SCHULE
Zeitschrift der Vereinigung "Kunst und Schule" ... Schriftleitung: Maler Alexander Hartmann

1 Jahrgang Mai 1914 Heft Nr. 1

Der sogenannte Maler Alexander Hartmann hat bereits mit 16 Jahren die Familie seiner Eltern mit insgesamt 4 Geschwistern wirtschaftlich durch seine Malerei am Leben gehalten. Nicht nachprüfbar ist die Aussage, dass er 1914 und 1939 geweils "Millionär" war und in den Kriegen alles verloren hat.

Ich stelle fest, dass ich schon ein bisschen stolz bin, dass dies mein Großvater war.
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4
Jun
2012

Zentralmatura

Wurde 2009 beschlossen, allerdings gab es anfangs noch wesentliche Diskussionen. Nehmen wir an, dass 2011 alles ausdiskutiert war. Dann kann meiner bescheidenen Meinung nach die Zentralmatura gar nicht vor 2016 durchgeführt werden.
Denn im Prinzip müssen die Lehrer in der Oberstufe ab der 5. den Unterricht anders anlegen, sodass die angehenden Maturanten in der Oberstufe auf eine andere Art des Unterrichts oder Prüfungen eingestellt werden. Es geht ja nicht um die Fragen, sondern um den Umstand, dass in jeder Schule dasselbe gefragt wird.
-
Und gerade in der Mathematik, die von allen so skeptisch gesehen wird, könnte es früher funktionieren. Dort sind die Maturafragen fast mit denen, die 1969 hatte, vergleichbar:)
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An der Verschiebung habe ich nichts auszusetzen. Doch ein Kasperltheater ist das ganze schon...
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13
Mai
2012

ein neues Schulmodell

Nach dem Schreiben einiger Kommentare arbeitet es in mir weiter.
Wird von den Schülern heute wirklich so viel gefordert?

Im Radio hat es eben die Coriolan-Overtüre von Beethoven gegeben. Ich konnte mich nicht mehr genau daran erinnern und habe nach der Geschichte gegoogled. Ich schaute dann noch nach Patrizier und Volkstribun nach. Sacrosanctitas war mir ein Begriff aber nicht in der Verbindung mit den Volkstribunen. Ich glaube, mich erinnern zu können, dass einiges von dem, was in Wikipedia zu finden war, nicht in meinem Geschichtsunterricht vorkam.

Ich spinne in meinen Gedanken weiter und stelle mir vor, dass Frontalunterricht komplett durch Recherchensteuerung ersetzt wird.
Die Kinder bekommen ein Wort vorgesetzt, über das sie (im Internet) recherchieren müssen. Die Prüfungsfragen werden so gestellt, dass das Gelernte in Zusammenhang mit ihrem heutigen Leben dargestellt werden muss.
Innerhalb eines Monats referieren die Kinder über die Ergebnisse ihrer Recherchen und diskutieren darüber mit ihren Mitschülern. Am Ende des Monats gibt es eine Zusammenfassung durch die LehrerInnen, welche allenfalls wesentliche Teile ergänzen.
Die Matura in den Lernfächern wird so abgeführt, dass Begriffe vorgegeben werden, für deren Recherche der Prüfling zwei Stunden Zeit hat und dann mündlich referieren muss.

Das wäre doch eine Herausforderung. Im Zuge der Jahre würde sich ebenfalls herauskristallisieren, wofür sich die einzelnen Schüler interessieren und eignen.

Bei allem Lernen ist nicht allein die Begrifflichkeit von Bedeutung sondern vielmehr die Zusammenhänge und das schlagartige Erkennen, wie einzelne Fakten miteinander zusammenhängen.

P.S. Die Rechner werden aus dem aufzulassenden Schulbuchbudget bereit gestellt. Kostenlose Schulbücher werden eingestellt.
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23
Apr
2012

endlich

Ich behaupte das ja immer wieder, auch wenn es mir in den meisten Fällen nur um das Fach Mathematik geht.

Aber was in diesem Artikel steht, bestätigt meine Einstellung, dass eine allfällige Mathematikschwäche bei Kindern ausschließlich den Eltern geschuldet ist. Das trifft aber offensichtlich für jedes Fach zu.

http://www.wienerzeitung.at/themen_channel/wzbildung/schule_aktuell/451847_Jedes-Kind-ist-hochbegabt.html
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16
Apr
2012

kleine Verbesserung

Da ich hier in Serbien auf meinem Laptop arbeite, gibt es eine Behinderung. Jener hat eine sehr hohe Auflösung, womit wesentlich kleinere Schriftzeichen am Display resultieren.
Beim Lernen behindert mich das sehr, weil es anstrengender zu lesen ist. Allerdings kann man den Browser ja mit strg und + zum Vergrößern anregen. Es ist unglaublich, wie stark sich das größere Bild auf die Merkfähigkeit positiv auswirkt.

(Habe gerade die vorletzte Tranche meiner serbischen Testvokabeln abgearbeitet. Bin recht zufrieden.)
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14
Apr
2012

das leidige Thema - Mathematik

Ich schreibe diesen Text nicht, um mich zum zehnten Mal zu wiederholen. Aber meine Beschäftigung mit dem Vokabellernen auf memrise zeigt mir, dass ein ungemeines Lernpensum möglich ist, wenn nur die Lerneinheiten klein genug sind. (Bei Chinesisch bin ich mit 10 neuen Vokabeln durchaus ausgelastet, bei Serbisch dürfen es auch 30 sein. Doch in der Beschränkung liegt die Stärke.)


Im Standard lese ich heute über die Angst der LehrerInnen vor der Zentralmatura. Besonders oder auch speziell Mathematik wird da als Beispiel herangezogen.
Vor wenigen Wochen wurde ein Kommentar von mir aufs Heftigste kritisiert, in dem ich behauptet habe, dass man den Unterricht so gestalten könne, dass man nur 5 Minuten Stoff vorträgt und den Rest über Rechnen an der Tafel erledigt, wobei jeder Schüler, auch die schwachen drankommen. Denn nur dann stellt man fest, wo die eigentlichen Verständigungsschwierigkeiten her rühren. Bin ich doch tatsächlich von einer Professorin, die wie sie selbst behauptet 32 Jahre BHS-Lehrerfahrung hat, angegriffen worden, dass es unmöglich sei, etwas in fünf Minuten zu erklären. Jemand hat mir dann ein typisches PISA-Problem aufgegeben und mich gefragt, wie ich das mit Mitteln des Unterstufenstoffs überhaupt erklären könne. Meine Antwort war ein Zehnzeiler, der das Problem lösen konnte. Aber seither habe ich nichts mehr von dem Leser gehört.
-
Gestern lese ich auf Facebook ein Einsteinzitat: wer etwas nicht einfach erklären kann, hat den Stoff selbst nicht kapiert. Obwohl ich nicht jedes Einsteinzitat mag, kann ich dem zustimmen. Dazu passt auch Coelho, (den ich sonst auch nicht mag) dessen (hier sinngemäße) Aussage auf einer Tafel vor dem Stift Göttweig zu lesen ist: "Wenn man etwas wirklich gut verstehen will, muss man es lehren können."
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Das bringt mich auf eine Erweiterung meiner "pädagogischen" Erkenntnisse. In der heutigen Zeit klagen die Eltern darüber, dass sie nicht mehr verstehen, was die Jugend lernt. (Ehrlich gesagt trifft das auf mich nicht zu, aber das ist ein anderes Kapitel.)
Jetzt könnte der Unterricht so aussehen:
1) 5-10 Minuten Frontalvortrag
2) 30 Minuten Rechnen an der Tafel
3) 5 Minuten Sammeln der Fragen, die vom letztmaligen Stoff übrig geblieben sind.
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Als Hausaufgabe gibt es für Mathematik ein Pensum von 30 Minuten Beispiele rechnen und 15 Minuten, der Mutter oder dem Vater erklären, was man genau in dieser Stunde gelernt hat. In einem Logbuch schreibt dann der Erziehungsberechtigte entweder ein ok-Hakerl oder einen Satz, was nicht verstanden wurde.
Ich glaube, dass hier mehrere Fliegen mit einem Schlag erledigt werden. Soziale Interaktion, familiäre Bindung und stark verbesserter Lernerfolg.
Wenn die Eltern da nicht mitspielen, (aus dem vielgepriesenen Zeitmangel heraus) brauchen sie sich auch sonst nicht aufregen, wenn das Kind irgendwann den Anschluss verliert.
.
Ich stelle die Notwendigkeit, etwas gut erklären zu können, auch bei mir selbst fest. Es gibt Mathematikinhalte der höheren Mathematik, über die ich mich hinweg geschummelt habe. Wenn sie aber wie bei David Foster Wallace gut und teilweise witzig beschrieben sind, mache ich mir auch die Mühe, einen Beweis nachzuvollziehen, von dem der beweisführende Cantor selbst an Dedekind geschrieben hat: "Ich sehe meinen Beweis, aber ich kann ihn nicht glauben."
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7
Apr
2012

Zwischenbericht memrise

Heute habe ich die zwei Tage wettgemacht, die ich unter der Woche nicht bei memrise investieren konnte.
Immerhin bin ich momentan 1. bei der Tageswertung, 30. bei der Wochenwertung und 25. bei der Monatswertung. Das finde ich schon ok.
Da ich heute (23:00) 1011. bei der Allzeitwertung bin, werde ich morgen mein Ziel, unter die ersten 1000 zu kommen, wohl erreichen.
Zur Zeit lerne ich Mandarin und Serbisch. Ich habe auch ein eigenes Serbisch-Vokabular angelegt und versuche jetzt dieses zu ergänzen. Allerdings muss ich mir da die Serben zur Kontrolle nehmen, damit ich die serbischen Worte sowohl richtig als auch im Nominativ angeben kann. In erster Linie handelt es sich um Fachvokabular und ich weiß schon genau, was ich da lernen will.
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Dann habe ich mir noch Mathematikkurse angesehen. Bis auf einen Statistik-Definitionskurs sind das alles Trivialfragen, die man höchstens zum Punkte sammeln verwenden kann. Der Statistikkurs ist insofern interessant, als die Formeln in LateX angegeben sind und man auf diese Weise ein bisschen die Formelsyntax überprüfen kann.
Bei den 400 Mandarin-Worten fange ich jetzt langsam an, langsamer zu werden. Zu viele Wörter haben die gleiche phonetische Beschreibung, das macht mir ein bisschen Schwierigkeiten.
Die englische Lautschreibweise ist unterschiedlich zur deutschen Umschreibung. Das habe ich gestern im Tsing-Tao-Restaurant hinter dem Westbahnhof feststellen können.
Tsing wird nämlich genauso geschrieben wie "qing1" und zwar mit einem dünnen "dsch", so halt ein bisschen gezischt. Aber das Wort "grün" war auf der Speisekarte eindeutig zu erkennen. Wie auch "Soja Sauce", "Rind", "Schwein" und ein paar essensspezifische Vokabel.
Von Verstehen ist allerdings noch keinesfalls die Rede. Allenfalls freue ich mich, wenn ich bei den Gesprächen an den Nebentischen ein oder zwei Worte eindeutig zuordnen kann, d.h. aus der Aussprache zu schließen glaube, welches Wort gesagt wurde.
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Beim Serbischen ist es anders. Da werde ich von den gelernten Worten schon profitieren können. Allerdings weiß ich noch nicht, wo ich am besten "Japanke" anbringen kann.
Das heißt nämlich Stringtanga:)

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26
Mrz
2012

Jetzt kann ich es eigentlich glauben

Als ich 1983 in Rotchina war, installierte ich eine Messanlage an der Uni in Tianjin. Ich wunderte mich damals, dass sich auf dem Unigelände so viele Ausländer tummelten. Man erzählte mir, dass es in Tianjin einen Spezialkurs für Ausländer, sprich chinesische Analphabeten gäbe, bei dem man in einem Semester alles an Chinesisch lernen würde, was man für ein Studium benötigte, also auch die Fähigkeit, Zeitungen und komplizierte Texte zu lesen. Man sprach von 6000-8000 Schriftzeichen.
Ich hielt das zwar für fast unmöglich, aber es hätte mich immer gereizt, einmal ein halbes Jahr unbezahlten Urlaub zu nehmen und diesen Kurs zu machen. Damals hätte das vielleicht sogar mein Berufsleben beeinflusst.
Wie meine Leser ja leicht mitbekommen können, lerne ich jetzt das chinesische Vokabular auf der Plattform memrise.com.
Nach einer Woche kann ich folgende Überlegungen anstellen:
Bei intensivem Lernen kann man da schon einiges umsetzen.
(Momentan betreibe ich das ja nur tröpferlweise in meiner Freizeit.)
Ein englischsprachiger Student, (MonkeyKing) der in China lebt, hat jetzt bei einer Punkteanzahl von etwas über 600.000 ca. 2000 Worte intus. Das bedeutet, dass man beim Üben eines Wortes ca. 300 Punkte umsetzen muss. (Das entspricht im Durchschnitt 20 Wiederholungen.)
Das entspricht durchaus den Erfahrungen der letzten Woche. In einer Stunde kann ich 10 neue Wörter lernen und ungefähr 3000 Punkte machen. Vielleicht sogar mehr, wenn ich konsequent dabei bleibe.
Das macht bei einem 12 Stundentag 120 Worte pro Tag. Für 6000 Worte benötigt man dann also 50 Tage.
Die gehen für das Vokabular auf. Dazu kommt noch Grammatik und Schreiben. Das Schreiben ist eigentlich leichter, wenn man ein paar Grundregeln kennt und das Vokabular so gelernt hat, wie es auf memrise angeboten wird.
Und dann kommt noch das Training der Aussprache dazu. Dazu meine ich aber, dass bei "Total Immersion" im Land selbst tatsächlich relativ leicht die richtige Aussprache "erhört" werden kann. Wenn ich also die 50 Tage verdopple, käme ich mit etwas mehr als 3 Monaten durch.
6000 Wörter müssten also in einem Semester zu schaffen sein.
-
Wesentlich leichter muss dann das Japanisch fallen, welches wirklich mit 1843 chinesischen Schriftzeichen auskommt und keinerlei Aussprache schwierigkeiten aufweist. (Das gleiche Zeichen wird auf Chinesisch und Japanisch unterschiedlich ausgesprochen. Dasselbe gilt auch für Chinesisch und Chinesisch. Was auf Kantonesisch "Kü" ausgesprochen wird, lautet in Mandarin vielleicht "Ha" oder umgekehrt.)
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Das wirklich Faszinierende dabei ist, wie man sich selber beim Lernen beobachten kann. Die Zeichen haben alle eine kleine Geschichte und nach einer gewissen Zeit verweben sie sich quasi zu einem Netz. Ich denke, das funktioniert ähnlich wie die chemischen Formeln, wenn sie ein Chemiker lernen muss.
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Für mich ist das ja jetzt eine Spielerei und Entspannung. Aber es ist auch erfreulich, dass ich überhaupt noch etwas behalte. Also selbst als alter Trottel kann man noch Vokabeln lernen.
Wie viel leichter müssten es da die Schüler in der Mittelschule haben. Und was machen sie daraus?
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