Musik

Sonntag, 20. Juli 2008

Sonntagsprogramm

Bei Mukono findet sich ein sehr schöner Text.
Ich komme zur Zeit wenig zum Klavier Spielen. Heute hatte ich Lust und da lag noch der Beethoven am Notenpult. Und so spielte ich heute zweimal op 14/2, einmal op 14/1 und zum späten Abend noch die Mondscheinsonate. Ganz - mit dem wilden Finale.
Frau Columbo meinte nur: "Lange nicht gespielt, oder? Aber der drive ist noch da."

Donnerstag, 10. Juli 2008

Steppenhund outet sich endlich,

weil er glaubt, dass er der einzige Blogger hierzulande ist, der zugibt, sich die Aufführung des "Weissen Schlössl" auf der Seebühne Mörbisch anzusehen.
Es kommt mir ja selbst ein bisschen komisch vor, aber ich mochte den Film, St. Wolfgang war mir mit 14, 15 Jahren eine Heimat, und ich bin unheimlich stolz, wenn im Film die Landschaft des Salzkammerguts vorkommt.
Und jetzt schaue ich halt Operette und denke mir, das sehen nicht viele, die mit einer Tastatur umgehen können.
Aber vielleicht outet sich ja noch wer?

P.S. Außerdem ist mir ein ein ganzer Song gewidmet:
"Was kann der Steppenhund dafür, dass er so schön ist?"

Samstag, 21. Juni 2008

Jetzt höre ich

dies.
-
Ich gehe meine Vorlesungen für Leipzig durch und überlege, was ich herausnehme und durch Neueres ersetze.
Die Vorlesungen stelle ich auf mein neues Format um. Meine Powerpoint-Folien erzeuge ich nur mehr indirekt über einen eigenen Generator. Den muss ich ein bisschen anpassen, weil die Vorlesungen teilweise von der Animation leben, die ich zur Zeit nicht generiere.
Ein bisschen Programmieren ist also auch dabei.
Mit der Musik versetze ich mich in einen kontemplativen Modus. Sie hält mich davon ab, gleich los zu programmieren. Jetzt stelle ich mir zuerst eine Taskliste auf.
Da ist die Ablenkung eine gute Methode, um das Unterbewusstsein zu befragen. Das funktioniert bei mir besser als das Denken:)

Freitag, 20. Juni 2008

7) Welche Musik hört man zu welchen Gelegenheiten?

Es ist anzunehmen, dass ich oft Musik höre. Bei der Arbeit eigentlich nie. Berieselungen mag ich nicht. Den Fernseher lasse ich manchmal im Nebenzimmer laufen. Es ist eine bestimmte Art der Sprache, die mich nicht ablenkt sondern nur meine Ohren beschäftigt und von Geräuschen ablenkt, über die ich sonst wirklich nachdenken würde.
Ein Beispiel gebe ich für das Musik Hören:

Kochen: lange Zeit habe ich fast immer Bruckners 4. Symphonie dazu gehört. (Eine CD in der Küchenanlage)
Seit ca. einem Monat wurde die CD auf Franz Schmidt, Klavierkonzert gewechselt. Ich habe aber seither nur 2 mal wirklich gekocht.

Und ihr?

P.S. den 50.000sten Besucher oder Besucherin habe ich nachgesehen. Ein Zufalls-Klick aus Hamburg. Ein Leser eines Blogs sieht in den Abonnements nach.
Naja, sonst hätte er vielleicht Schokolade bekommen:)

Mittwoch, 18. Juni 2008

5) Kann man Ruhm anstreben?

Als Kind las ich in einem Buch über große Menschen, dass Heinrich von Kleist Weltruhm angestrebt haben soll. Es stand auch, dass er nicht die Bedeutung erlangt hat, die er sich selbst erhoffte. Als Nachsatz gab es dann noch den moralisierenden Hinweis, dass man nicht über den eigenen Ruhm verfügen könnte.
Hier schließt sich der Kreis zu den Hauffschen Märchen. Im der falsche Prinz wird der echte Prinz aufgrund seiner Wahl von Ruhm und Ehre erkannt.
Der gesuchte Künstler hat seinen Ruhm erst in der Nachwelt erhalten.

Unterschiedliche Musiker und Bands wie Elton John, R.E.M. und Norah Jones bezeichnen ihn als einflussreich und bedeutend für ihr eigenes Schaffen. Die Band Dream Academy landete 1985 mit ihrer Hommage an XXX, YYYYY, einen Top-Hit.

Sein Einfluss auf den Stil von Belle and Sebastian, Haunted Henschel, Jolie Holland oder den inzwischen verstorbenen Elliott Smith ist offensichtlich.
Als Chris Blackwell im Jahr 1989 Island Records an PolyGram verkaufte, war eine der Bedingungen des Vertrages, dass die Alben von XXX weiterhin ohne Unterbrechung erhältlich bleiben müssten.

Als der Volkswagen-Konzern den Titel Pink ZZZ im Jahr 2000 zur Untermalung eines Werbespots einsetzte, begann sich ein größeres Publikum für seine Musik zu interessieren. US-Schauspieler Brad Pitt tat ein Übriges, als er 2002 persönlich eine Gedenksendung zu Ehren XXX im BBC-Hörfunk moderierte. Und 2004 – dreißig Jahre nach seinem Tod – kam es sogar zu zwei kleinen Hits in den britischen Single-Charts.

Außerdem wird XXX in den Büchern von Nick Hornby des Öfteren erwähnt, unter anderem im Buch A long way down, in dem es um die Geschichte von vier potentiellen Selbstmördern geht.

Alle drei Studio-Alben des Sängers befinden sich in der Liste der 500 besten Alben aller Zeiten der Musikzeitschrift Rolling Stone.

Nachdem vermutlich jetzt genügend Hinweise gegeben sind, um das Auffinden auch über Google zu gewährleisten, gibt es jetzt auch ein Musikmuster.
Ein kennzeichnendes Werk ist black-eyed dog. Das Video sieht viel freundlicher aus, als die Musik, welche den Tod referenziert.

Da mein Lieblingssong "I was made to love magic" nicht ordentlich auf youtube zur Verfügung steht, stelle ich noch einen anderen Song mit ähnlicher Instrumentierung herein, der mir auch besonders gut gefällt.

Weil aller guten Dinge drei sind, referenziere ich noch ein oft gehörtes Stück hier.

Wenn man mich als Liebhaber von Bruckner, Mahler und Richard Strauss kennt, wird man über die Hervorhebung dieses Sängers vielleicht überrascht sein. Wer allerdings weiß, dass mein All-time-Lieblingskomponist Franz Schubert ist, wird nicht überrascht sein, dass auf meinen Handies und Laptops - wenn überhaupt Musik eingerichtet wird - die ersten mp3-Dateien immer die von Five Leaves Left und Time of No Reply sind.

4) Wenn Ruhm zu spät kommt

Eines der Lieder des Künstlers beschäftigt sich mit dem schwarzäugigen Hund, dem Synonym für den Tod. Ein weiteres nimmt Anspielung auf eine Mondfinsternis, die als böses Omen gilt. Das letztere Werk hat zu einem höheren Bekanntheitsgrad verholfen, als es zu Lebzeiten je der Fall war.
Der Ruhm kam zu spät. Es ist bedauerlich, dass man weiß, dass der Liedermacher sehr stark darunter gelitten hat, nicht anerkannt zu werden.
Wer war's?

P.S.
Nach den bisherigen Hinweisen sollten die geneigten LeserInnnen schon stark eingrenzen können. Eine punktgenaue Landung hat schon Walküre hingesetzt, doch Ehrenpreise sind noch zu vergeben:)
Dass Dr. Schein mit seinem so umfassenden archivarischem Gedächtnis bei seinem Musikfundus sich noch nicht gemeldet hat, verwundert mich fast.

Dienstag, 17. Juni 2008

Delayed Satisfaction

J, die mich auf den Künstler aufmerksam gemacht hat, war eine Befürworterin der delayed satisfaction. Etwas in der Schwebe lassen, Entscheidungen nicht sofort treffen, geduldig auf den Erfolg und den Ruhm warten.
Wenn es dann soweit ist, ist die Befriedigung einfach eine größere. Nicht alle können allerdings so gut mit dem Warten umgehen.
Als von den ersten zwei produzierten Alben des gefragten Künstlers nicht mehr als 5000 Stück verkauft wurden, wurde er depressiv und begann sich zurück zu ziehen.
Erst 35 Jahre später waren Stückzahlen zu verzeichnen. Da war er aber schon lange tot.

Donnerstag, 22. Mai 2008

Die tote Stadt

Der Eindruck ist nach einer Woche ein wenig verblasst. Nur mehr fetzenweise schwingt Erinnerung mit. Die Musik muss man mögen. Der 23-jährige Korngold hat eingepackt, was ihm gefallen hat. Wagner, Richard Strauss, Dvorak, Gustav Mahler sind nur die prominentesten Komponistenkollegen, an die ich bei einigen Stellen denken musste. Doch ich mag diese Art von Musik.
Das Bühnenbild hat mich begeistert. Die Darstellung der Bühne in der Bühne, um den Eindruck des Geträumten zu erzeugen, hat bei mir die Assoziation mit Bildern von Matisse hochkommen lassen.
Irgendwie bin ich zum ersten Mal in der Oper in den Genuss der Untertitel gekommen. Die sind großartig. Jetzt können ein paar die Nase rümpfen und sagen: wie oft kommst denn Du in die Oper? Die gibt es ja schon lange!
Aber in die Staatsoper bin ich häufig in der Zeit von 1988 bis 1993 gekommen. Danach nur mehr ganz selten bis vielleicht gar nicht. Meinen Wagner habe ich mir in Erl angesehen. Und überhaupt mag ich zwar die Oper, aber ich muss nicht unbedingt die Bühne sehen. Auch bei Fernsehübertragungen sehe ich nicht unbedingt auf das Bild. Die Musik vermittelt mir das, was ich verstehen möchte. Die visuelle Darstellung ist nur eine Krücke. Ausnahmen stellen vielleicht Opern wie der Rosenkavalier dar. Da möchte ich auch das "Theatern" voll miterleben.
-
Aber einmal ganz abgesehen von einem spezifischen Werk. Ich schätze es sehr, dass heute fast vergessene Werke wieder aufgeführt werden. Dass in Ö1 und in Radio-Stephansdom Komponisten gebracht werden, von denen ich 1960 bis 1980 nicht einmal den Namen kannte, ist für mich eine Bereicherung.
Darüber hinaus gibt es natürlich "die" Standardwerke, wegen denen man extra Konzertkarten kauft, auf deren Interpration man wartet und hinplant.
Vielleicht sollte ich der Ordnung halber hinzufügen, dass ich eher des Programms wegen als der Solisten wegen in ein Konzert gehe. Ausnahmen bestätigen dann wieder die Regel, von denen die zwei Prominentesten Friedrich Gulda und Svatoslav Richter waren. Da habe ich mich echt um Karten bemüht. Oder Shura Cherkassky. Und heute gäbe es auch noch einige:)

Historie (3)

Jetzt war ich tatsächlich zweimal dort. Beim Franz Schmidt. Und bei den Symphonikern, bei Luisi und bei einem gewissen Grante, den ich bis dahin nicht kannte.
Grante hat mich überzeugt. Einen wunderbar einfühlsamen 2. Satz hat er da hingelegt. Dass Fabio Luisi "seine" Wiener Symphoniker im Zaum halten kann, ist ja bekannt. Womit er mich begeistert, ist die Transparenz, welche er auch im größten Orchesterfortissimo erreichen kann. Ich habe das Gefühl, dass die Symphoniker das auch zu schätzen wissen, was er bewerkstelligt hat.
Bleiben jetzt eigentlich noch die zwei Werke des Abends, bzw. der Abende übrig. Das Klavierkonzert wird zwar ganz selten aufgeführt, irgendwann musste ich mir aber eine CD gekauft haben. Bei den ersten Takten merkte ich, dass ich dieses Stück ja durchgehend kenne. Die Themen sind alle zum Mitsingen, naja vielleicht das Hauptthema gerade nicht. Die Live-Performance hat noch mehr aus dem Werk für mich herausgebracht. Einfach eine Freude.
Nach der Pause gab es die "große" Schubert-Symphonie in C-Dur. Die ist zum Problemwerk für mich geworden. Meine Freunde wissen, dass Schubert mein Lieblingskomponist ist. Tatsächlich war ich einmal so versessen auf diese Symphonie, dass ich sie nicht nur wie viele andere auch mit meinem Vater vierhändig gespielt habe, sondern mir eine Schallplatte, die wir in den Sechzigerjahren davon hatten vielleicht hundertmal vorgespielt habe. Irgendwann hatte ich mich überhört. So wie ich 25 Jahre nach einem Whiskey-Rausch Whiskey nicht einmal riechen konnte, ging es mir mit der C-Dur-Schubert. Das einzige Werk für das dies gilt, wenn man einmal von "Elise" von Beethoven absieht.
Das Dirigat von Fabio Luisi hat sie mir erträglich gemacht. Einige werden vielleicht sagen, dass er sie viel zu schnell aufführt. Eigentlich kommen mir alle Sätze sehr schnell vor, aber der letzte Satz ist ein echter Höllenritt.
Aber was soll's? Für mich flackerte wieder ein kleines Flämmchen auf. In manchen Stellen konnte ich mich an meine ehemalige Begeisterung zurück erinnern. Heute beim zweiten Anhören konnte ich noch mehr Gefallen daran finden.
Vielleicht ist es nur das Tempo. Aber mir kommt es vor, dass Luisi eine unheimliche Frische, oder sollte man sagen einen "drive", in diesen Schubert hineinpackt. Wie gesagt, das ist eine sehr subjektive Bewertung, die überhaupt nichts über die eigentliche Qualität aussagt. Aber für mich hatte diese sehr lange Symphonie, die mit allen Wiederholungen gespielt wurde, den Geschmack des Musizierens. Ich möchte sagen, die Sau wurde rausgelassen. Das tut den Symphonikern aber Unrecht. Sie haben das wunderbar ohne Genauigkeitsverlust gemeistert. Ich bin schon gespannt, was die Kritik sagen wird.
Dass ich heute in den Genuss der Sitznachbarschaft mit einem Mitglied der Bloggergemeinde gekommen bin, hat den Abend mit zusätzlicher Freude erfüllt.

Dienstag, 20. Mai 2008

Historisches Ereignis

das heute gespielte Werk wurde bisher nur zweimal in Wien aufgeführt: 1940 und 1995.

franz Schmidt, Klavierkonzert

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