27
Sep
2019

Der zweite Tag

Gut gelaufen. Der Vortrag kam gut an, obwohl oder weil er bewusst ein bisschen provokant gehalten war. Ich wurde sehr freundlich verabschiedet. Heute Abend treffe ich noch einmal den Rektor der Universität. Ich soll vielleicht eine Lehrveranstaltung vorbereiten. Mal sehen. Aber müde war ich! Jetzt habe ich noch drei Stunden geschlafen, danach geht es zur Abendveranstaltund der "Kammer" der Elektronik und Elektro-ingenieure, mit auch vielen Bekannten und Freunden von früher.
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26
Sep
2019

PAUL BADURA-SKODA

Mit Paul Badura-Skoda hatte ich mehrere Zusammentreffen.
Ich zähle auf:
1) er sucht Flügel für japanische Kunden aus. Dabei musste ich anwesend sein, weil es ja meine Kunden waren. Das waren immer wieder kehrende Ereignisse, die mich sehr freuten, obwohl ich damals noch keine wirkliche Beziehung zu ihm hatte.
2) Einmal musste er bei Bösendorfer warten und ich fragte ihn, wie man bestimmte Verzierungen bei Bach's Goldbergvariationen zu spielen hätte. Er sah mich fast ein bisschen indigniert an und meinte: "Kennen Sie denn mein Buch nicht?" Damals kannte ich es nicht, mittlerweile liegt es in greifbarer Entfernung vom Flügel.
3) "vom Flügel" ! Tatsächlich hatte er damals schon ein bisschen Vertrauen zu mir gefasst und fragte mich eines Tages, wie denn das in Japan sei. Sie sollten doch auch so an gebrachten Flügeln interessiert sein. Ob ich im bei Verkauf helfen könnte. Das hätte ich schon gekonnt, aber zuerst wollte ich mir den Flügel einmal ansehen. Kein Problem, der Flügel war gerade überholt worden und stünde im 5. Stock in der Firma. Also kletterten wir in den 5. Stock eines Gebäudes, dass später abgerissen wurde. Trotz Denkmalschutz für ein ehemaliges Kloster mit Kreuzgängen. Oben setzte er sich an den Flügel und spielte die ersten Passagen des 2. Klavierkonzerts von Brahms an.
Ich verliebte mich sofort in den Flügel (Baujahr 1914) und wollte ihn für mich haben. Ein bisschen musste ich feilschen und die Bezahlung auf drei nicht gerade kleine Raten aufteilen. Ich argumentierte, dass der Flügel doch in Wien bleiben würde und er sicher sein könnte, dass er gut betreut würde.
Ich glaube, dass er es ernst gemeint hat, als er Freude über meine Absicht erkannte. Ich habe den damaligen Entschluss nie bereut.
4) Für eine Großveranstaltung in St. Petersburg, die der Geldbeschaffung für Renovierungsarbeiten diente, war er einer der bedeutendsten Künstler, die beim 24 Stunden-Marathon auftraten. Ich stand mit ihm auf der Bühne, weil ich ja den Imperial für die Veranstaltung bereitgestellt hatte. (Eine eigene Geschichte, die man in einem (russischen) Roman erzählen sollte.
5) Als er erfuhr, dass ich auch Schach spielte, lud er mich zu sich in Neustift ein, wo in einem zweiten Haus seine Klaviersammlung untergebracht war. Ich durfte auch auf einem "Mozart-Flügel" spielen, der vielleicht nicht von Mozart bespielt worden war, aber die notwendigen Zusatzpedale hatte, mit denen man erst den türkischen Marsch richtig spielen konnte. Die zusätzlichen Pedale wurden beispielsweise mit dem Knie bedient, dass nach oben gegen den Klavierkörper gedrückt wurde.
Wir spielten Schach miteinander und es war ein sehr gemütlicher Nachmittag.
6) Paul war in Südamerika gewesen, bei einer Umweltkonferenz. Dort entstand eine CD, die von Bösendorfer als Weihnachtsgeschenkt versendet wurde. Um die Autogramme auf die CD zu bekommen, besuche ich den Künstler in seinem Unterrichtszimmer in der Musikakademie. Während er die CDs signierte, unterhielt er sich auch leise mit mir. Eine Japanerin spielte eine ganze Beethovensonate. Als sie fertig war, kommentierte er ihr Spiel mit einer solchen Genauigkeit, dass mir der Mund offen blieb, was er alles so nebenbei bemerkt hatte.
7) Vor einem meiner letzten Geburtstagskonzerte bat ich ihn, mir ein paar Klavierstunden zu geben. Er war gerade in Wien vor einer Parisreise. Deswegen wurden es nur drei. Er reichte mich aber an Maria Walzer weiter, die mir in einer Doppelstunde ganz wertvolle Hinweise auf Pausen und agogische Spielweisen bei Mussorgsky gabn. (Sie bekam dann ein fünftes Kind und es gab leider keine Fortsetzung.)
8) Bei einem seiner letzten, nicht dem letzten Konzerte war ich noch dabei. Er spielte vor der Pause die chromatische Fantasie und Fuge von Bach und danach die Waldsteinsonate.
9) ich las vor wenigen Wochen Fake News, die berichteten, dass er schon gestorben wäre.
10) Heute bewahrheiteten sich die Fake News, 10 Tage vor seinem 92. Geburtstag.

Wie ich schon einmal zu einem anderen Anlass geschrieben habe. Eigentlich mag er vielleicht gestorben sein, aber tot ist er nicht. Er wird für immer in meiner - und vermutlich auch in der anderer Menschen - in Erinnerung bleiben und in einigen Klavierstücken auch weiter wohnen.
R.I.P.
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Der erste Tag

Der Vormittag war sehr in Ordnung. Gute Vorträge, gute Sprecherinnen.

Der Nachmittag war einschläfernd. Ich komme morgen aber vor dem Lunch an. Ich habe schon mit einigen der Sprecherinnen und einem Sprecher näheren Kontakt aufgenommen.

Mit meinem Vortrag bin ich soweit zufrieden. Ich agiere als Advocatus Diaboli. "Der Mensch kann durch den Computer nicht ersetzt werden, zumindest nicht immer." (Obwohl ich mir das ja eigentlich vorstellen kann :) :) :) )






Material
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23
Sep
2019

Alter

Gestern in der Sauna kam eine Diskussion über das Altern auf. Die Beteiligten waren in etwa gleich alt oder bis zu 5 Jahre älter. Manche klagten ein bisschen und es wurde auch über den Pensionsschock gesprochen, den ich auch vor Jahrzehnten bei einem Kollegen erfahren hatte. 60 Jahre alt, 2 Monate Pension und aus.
Ich bin nicht gefährdet. Aber ich kann feststellen, dass meine 4 Beratungsstunden in der letzten Woche eine merkbare Steigerung meines Denkvermögens bewirkt haben. Und wenn ich jetzt am Flughafen sitze, nicht um Urlaub zu machen sondern um etwas zu "arbeiten", sprich Vortrag zu halten, dann spüre ich, wie mich das aufbaut.

Dabei bin ich eigentlich ein Faultier :)
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22
Sep
2019

Aufräumen

Auf meinem Computer habe ich eine ganze Reihe freier Texte in einem Ordner verschoben. (131 MByte)
Ich habe vor, da noch einmal hineinzusehen und Ausschnitte heraus zu kopieren, die mir kopierenswert erscheinen.

Aber heute habe ich einen Text gefunden, der so kurz ist, dass ich in hier in Gänze bringe:

Es wurde ein neuer Motor entwickelt, der allein mit der Kraft der Gedanken antreibt. Ein durchtrainiertes Gehirn schafft eine Reichweite von 350 km, bevor es mit 2000 Kcal wieder nachgefüttert werden muss. Das schafft man mit einer Spargelcremesuppe, Wienerschnitzel mit Mayonaisse-Salat sowie einer Sachertorte mit Schlag in knapp 25 Minuten Wiederaufladung. In Deutschland legt man dann mit einem "Schäufele" nach.
Testfahrten waren im Prinzip erfolgreich. Allerdings scheitert der Motor daran, dass die meisten Fahrer und Fahrerinnen keine ausreichend Gehirnkapazität aufweisen. Die Kraft ihrer Gedanken lässt schon nach ca. 30 km nach. Nachtanken lässt sich aufgrund des Magenvolumens und der Verdauungseffizienz nur mehr für weitere 15 km.
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18
Sep
2019

Pensionistendasein

Meine Freunde wissen, warum ich zum frühestmöglichen (normale Alterspension) in Pension gegangen bin. Es war das zeitliche Zusammentreffen der Information über die NSA-Bespitzelung und die Werbung für Big Data (Firmen wie IBM, SAP, ORACLE).
Da wollte ich nicht mehr Teil der IT sein.

Jetzt hat mich aber ein Freund gebeten, seine Entwickler zu unterstützen. Es wird nicht nur Software-Test sein, wie ich das jetzt sehe. Ich werde eine Reihe von Coaching-Aufgaben übernehmen müssen. Ich weiß noch nicht, auf welches Arbeitsmaß ich die Aufgaben beschränken kann. Sicher wird es größer sein, als ich eigentlich mag. Aber das Projekt interessiert mich sehr. Bis jetzt habe ich es nur von außen betrachtet. Die Programmierer sind auch alle sehr nett, die Hälfte von ihnen kenne ich. Ich möchte, dass sie Erfolg haben. (Und natürlich möchte ich das auch für meinen Freund, der früher mein Chef war.)
Vielleicht ist das auch die vernünftigste Methode, die Bezahlung meiner Klavierstunden zu kompensieren.
Dann würde alles passen.

Fazit: ich fühle mich momentan ziemlich gut. Ich werde für etwas benötigt, was nicht viele leisten können, (es kommen verschiedene Anforderungen gleichzeitig auf meine Tätigkeit zu) aber ich traue mir zu, zufriedenstellende Ergebnisse liefern zu können. (Selbst als 68-Jähriger)
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abohn - 7. Mai, 09:56
Gut gewagt!
Ein sehr ansprechender Text! So etwas würde ich auch...
abohn - 25. Apr, 15:30
Eigentlich habe ich deinen...
Eigentlich habe ich deinen Sohn erkannt. Der ist ja...
lamamma - 27. Mär, 12:44
Überrascht
Ich bin wirkliich überrascht, dass gerade Du lamentierst....
lamamma - 26. Mär, 15:30
Wobei nähen sich ja viel...
Wobei nähen sich ja viel direkter geboten hätte.
Schwallhalla - 26. Feb, 10:30

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