18
Feb
2012

Wir sind schlechter geworden

Den Menschen wird suggeriert, es für das Großartigste halten, dass sie mit einer Begabung, die 80 Prozent der Bevölkerung auch haben, etwa schlecht singen zu können, kurzfristige Promi-Berühmtheit erlangen. Offenbar ist dies das Ideal von mittlerweile fast allen. Damit wird jede vernünftige Gesellschaft zerstört.

Diese Formulierung finde ich so zutreffend.

Das ganze Interview findet sich hier.
bonanzaMARGOT - 18. Feb, 16:54

Klar, nur wir sind was Besonderes, Steppenhund.

steppenhund - 18. Feb, 17:41

Naja, darauf würde ich nicht so herumreiten. Es sei denn, man kann sich dem Fernsehen überhaupt entziehen. Aber ganz so stimmt das auch nicht, denn es gibt ja Theaterstücke und Opern im Fernsehen und alte Filme, "als die Welt noch heil war":)
david ramirer - 18. Feb, 17:27

Deutsch ist eine derart schwere Sprache... ich schenke daher Herrn Gauß (und dem schlampigen Standard) ein "zu" an neunter Stelle, damit es nicht gar so sehr holpert.

steppenhund - 18. Feb, 17:43

Ich glaube, dass man sich über das Deutsch des Herrn Gauß keine Gedanken machen braucht. Die Stilblüten im gedruckten Standard sind recht fein ziseliert.
Dass der Standard kein Lektorat, vor allem die online-Form, wo ich das heraus kopiert habe, ist allerdings kein Geheimnis.
-
Seit wann bist Du denn so pitzlig?
david ramirer - 18. Feb, 23:36

es kommt immer auf den kontext an: wenn ein (sehr!) kurzer absatz, in dem es um "qualität" geht - und dieser begriff sich wohl auch auf sprachliches beziehen möchte - nicht ohne fehler möglich ist, dann schmerzt mich das... das ist so wie ein mathematikprofessor, der probleme mit den grundrechnungsarten hat: das geht GAR nicht!

für das erkennen solcher fehler benötigt man kein lektorat, einmal kurz drüberlesen sollte genügen (mehr hab ich auch nicht gemacht). wenn ich einen so kurzen text irgendwoher übernehmen würde (weil mir der inhalt etwas bedeutet), dann würde ich solches (stillschweigend) korrigieren - auch das wäre dann qualität... wie ich sie sehe.
steppenhund - 18. Feb, 23:48

Das hätte dann ich machen müssen:)))
david ramirer - 18. Feb, 23:48

sollte es denn nicht in einer - im gaußschen sinne - funktionierenden gesellschaft so sein, dass mit jedem weiteren copy-pasten die fehler aus einem ursprünglichen text langsam herausdestilliert anstatt weitere hineingewurstet werden? muss stille post das prinzip unserer zeit sein?
wenn jeder, der einen text zitiert, kleine fehler korrigiert, müsste der text nach mehreren kopiervorgängen langsam seine endgültige form erhalten. statt dessen wird blind kopiert und die probleme auf die unzulänglichkeiten eines überforderten massenmediums geschoben.
her gauß hat durchaus recht... und das zitieren seines textes auf diese art und weise zeigt (leider) wie sehr.
steppenhund - 18. Feb, 23:59

Nun diese sehr bissige Haltung passt überhaupt nicht zum heutigen fb-Eintrag.
Und die Verweigerung der Verwendung von Großbuchstaben zeigt ja auch nicht von überkorrektem Verhalten.
Lassen wir's gut sein. Gute Nacht.
david ramirer - 19. Feb, 00:03

überkorrekt bin ich glücklicherweise nicht - und bissig wollte ich auch nicht sein - schade, wenn es so angekommen ist.

mich hat die tiefere bedeutung fasziniert (selbstbezüglichkeit bezüglich qualität und deren fehlen).
wenn von einer ganzen gesellschaft schwadroniert wird (damit meine ich herrn gauß!), dann sind weitreichende auswirkungen aus kleinen fehlern herleitbar. das thema copy-paste gehört da durchaus hinzu, finde ich, mehr wollte ich gar nicht sagen.
ich wünsche dir auch eine gute, erholsame nacht ;)
Weberin - 19. Feb, 15:06

ich finde es sehr bedenkenswert, was der herr ramirer hier schreibt, das ist doch eine wundervolle idee, dass man gemeinsam auf eine höhere qualität hinarbeitet, dass sich mit jedem zitieren die fehler minimieren und die qualität zunimmt. und dass man, zumindest wenn explizit von qualität die rede ist, auf solche achten sollte, das finde ich auch mehr als nachvollziehbar.
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