18
Jun
2015

Blogs nehmen ab

Heute ist mir plötzlich ein Gedanke gekommen, warum das Bloggen zumindest hier auf twoday abgenommen hat.
Es liegt nicht an der Serverleistung oder an manchen, mittlerweile recht seltenen technischen Pannen.
Die Neugier hat abgenommen.
Das könnte jetzt ein rein subjektives Empfinden sein, welches nicht wirklich als Begründung allgemeiner Art verwendet werden könnte. Doch ich stelle ja auch fest, dass andere Blogs seltener neu beladen werden. Mittlerweile kann ich da an zwei Händen aufzählen, die noch aktiv befüllt werden und zu meinem Lesestoff zählen.
-
Meine Erklärung ist eine andere, die ich durchaus als persönliche Erklärung reduziert akzeptieren würde. Die Neugier hat abgenommen. Als ich vor zehn Jahren mit dem Bloggen anfing, war ich neugierig, was andere Menschen schreiben würden. Ich habe mich sehr dafür interessiert, wie andere Menschen denken und dafür, was sie bewegt.
Ich selbst bin sehr voraussagbar geworden und es wundert mich keinesfalls, dass die Kommentare nur mehr sehr spärlich gespendet werden. Ich kann das aber auch für andere Blogs anwenden. Die Möglichkeit, etwas zu erfahren, was noch nicht im eigenen Erfahrungsschatz auffindbar ist, wird immer kleiner. Also gibt es Blogs, bei denen sich die Lebensumstände ändern und Blogs, die soweit originell sind, dass die Schreiber selbst offensichtlich ein interessantes Innenleben führen.
Tja, wie gesagt, viele sind das nicht. Aber es ist schön, dass es sie gibt. Und wer damit gemeint ist, kann es sich selbst ausrechnen, weil ich ja manchmal auch dort kommentiere, wo ich lese:)
Viel Spass noch!
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pathologe - 18. Jun, 12:12

...but apart from that...

Ich denke, es ist auch so, dass sich der "Geschmack" der Menschen verändert hat. Ich las einige Blogger, die sehr gut schrieben, aber dann zum Gesichtsbuch abgewandert sind. Statusmeldungen kommen dort noch, aber keine richtigen Blogeinträge mehr. Der "Hype" ist wohl vorbei.
Andere sind bei Twitter gelandet, da sie dort ihre Gedanken in 140 Zeichen unterbringen können. Einerseits eine Herausforderung, Aussagen verständlich so verkürzt publizieren zu können, andererseits für mich ein Zeichen, dass die Aufmerksamkeitsspanne bei vielen Zeitgenossen abgenommen hat. Man klickt gleich weiter, wenn ein Eintrag, ein Kommentar mehr als 5 oder 10 Zeilen aufweist. (Das geht mir zeitweise bei Herrn Bee so, gebe ich offen zu)

Es ist aber auch, so das Zitat von Karl Valentin, alles gesagt worden, nur nicht von jedem. Und aus dieser Überinformation wird Langeweile erzeugt. Man liest ähnlich aufgezogene Texte wiederholt, sobald ein Thema aufgemacht wurde. Wenige Wochen später erinnert sich niemand mehr. Wir leben in einer kurzlebigen Zeit. Einer Zeit, in der "alte" Werte an Bedeutung verlieren.

Und daher möchte ich mit einem passenden (?) Twitter-Zitat von @Frau_Katzenblum schließen:

Ich habe gerade einen Jungen gesehen, der an der Bedienung einer Telefonzelle gescheitert ist.

Macht euch bereit. Es beginnt.

steppenhund - 18. Jun, 14:25

Tja, das bestätigt ja irgendwie meine Darstellung. Die Verringerung von blog zu facebook zu twitter wird in einer neuen Nachrichtenform kulminieren, bei der nur mehr maximal 32 Emoticons erlaubt sind.

Zum Zitat von Frau Katzenblum kann ich nur den Film Idiocracy empfehlen. Ich sehe eine diesbezügliche Realität bereits als eingeleitet.
la-mamma - 18. Jun, 13:05

irgendwie geht´s halt hand in hand: aus mir wird zum beispiel nie ein echter fb-fan werden, trotzdem scroll ich mich manchmal viel zu lang durch völlig überflüssige und weit oberflächlicher beiträge als hier.
twoday wurde schon von so vielen interessanten bloggerInnen zugunsten anderer plattformen verlassen - denen folge ich dann weit weniger konsequent. außer sie bieten als besonderen service ihre beitragseinstiege auch auf twoday an - das weiß ich wiederum sehr zu schätzen!
und das leben geht halt auch weiter - wer bloggt, braucht dafür zeit, und die ist auch nicht immer in gleicher weise "übrig" ...
ANDERERSEITS: es gibt immer noch interessante blogs zu entdecken, schauen sie mal aufs txt-projekt, da kommt auch "nachwuchs" ...

steppenhund - 18. Jun, 14:30

Ja, ich stelle auch fest, dass ich auf anderen Plattformen nicht wirklich heimisch werde. Möglicherweise liegt das auch an der Sprache. Twoday war hauptsächlich von Österreichern und Deutschen belegt und die Sprache war Deutsch. Das heißt nicht, dass ich jetzt die Sprache als Standard ansehe. Ich lese genauso gerne in anderen Sprachen und bemühe mich auch auf FB ukrainische, russische, serbische und bulgarische Texte zu verstehen.
Doch wenn es um Englisch geht, habe ich soviele Beiträge beruflicher Art zu lesen, dass ich dann keine privaten Aussagen mehr brauche. Und dann gibt es noch Quora und all die Gruppen von LinkedIn, wobei ich selber jetzt vor allem die Klaviergruppen verstärkt lese.
Was das txt-Projekt angeht, lese ich das, was hier von denen geschrieben wird, die ich sonst auch lese. Ansonsten bin ich da eher bildungsfern:)gh
momoseven - 18. Jun, 16:22

Ich blogge hier inzwischen seit 8 Jahren und es war mir eine Zeitlang wirklich wichtig, zumal ich dort nicht nur eine sehr wunderbare Freundschaft gefunden habe, und es einfach lebendiger und zeitnaher zuging. Es passte zu meiner Einsamkeit in dieser Phase. Inzwischen bin ich wieder sehr im RL agekommen, und sitze nicht mehr so oft vorm Computer. Das ist für mich momentan auf FB ganz nett, vor allem die persönlichen Chats und die Möglichkeiten, das schnelle Huhu, aber auch private Gruppen zu nutzen, um z.B. meinen Musikschülerinnen Videos zum Üben aufzunehmen.
Einen Grund mit, warum es hier so immer ruhiger zugeht, und so viele abwandern, ist natürlich auch der Umstand, daß bei twoday seit, (wie lange, 1 Jahr oder länger schon) keine neuen Blogs mehr dazukommen können. Kein frischer Wind, keine neuen, spannenden Kontakte und Kombinationen (wobei ich nicht damit sagen will, daß die Bestehenden nicht erfreulich wären). :-)

steppenhund - 18. Jun, 16:50

Das ist ein ziemlich intelligentes Argument. Obwohl ich es gelesen habe, dass neue Blogs nicht mehr aufgenommen werden, ist es mir nicht im Bewusstsein geblieben. Und damit ist es ganz logisch, dass es zu einem langsamen Absterben kommt. Das kann man schon als programmierte Aktion sehen.
KarenS - 18. Jun, 18:53

Das Bloggen und die Internet-Aktivitäten nehmen immer mehr ab. Liegt nicht an twoday.

Mir macht es mittlerweile weder hi noch da richtig Spaß, die Zeiten sind vorbei.

Abgesehen davon, mag ich diese "Grüppchenbildungen" nicht, die eben überall im Netz zu finden sind. Die gibt es im RL zwar auch, aber da sieht man wenigstens, mit WEM "man" es zu tun hat. Hinzu kommt noch die Lebendigkeit, die im Netz absolut untergeht.

Bits und Bytes sind es nicht. Sie entstehen zwar durch tastenhauende "Menschenhände", sind aber trotzdem "tot".

So jedenfalls sehe ich die Sache mit dem Netz, und deshalb werde ich meinen "Laden" hier auch schließen. Ob heute oder morgen, das weiß ich noch nicht. Lesen werde ich hier ab und zu weiterhin.

Ach so, es fehlt mir übrigens auch der Humor hier:-)

steppenhund - 18. Jun, 22:47

Wissen Sie, mir ist leider gerade momentan der Humor vergangen. Und das hängt mit der allgemeinen politischen Lage zusammen. Ich gebe Ihnen ein einfaches österreichisches Beispiel: da sagte eine Nationalratsabgeordnete im Parlament, dass man die Asylwerber in einer Herkules-Maschine deportieren solle, dort könnten die schreien, soviel sie wollen, niemand würde sie hören.
Was in Griechenland gerade abgeht, ist auch nicht zum Lachen. Da erinnere ich mich, wie "ihre" Frau Merkel zuerst einmal die NRW-Wahl abwarten wollte, bevor die ersten Reaktionen überdacht wurden. Während dieser Wartezeit ist der Geldbedarf von 30 Milliarden auf 130 Milliarden gestiegen, später wurde es noch mehr. Die einzige Genugtuung könnte sein, dass die Strategie, was die NRW-Wahl angeht, nicht aufgegangen ist.
Über die Ukraine möchte ich gar nicht erst anfangen.
Sollte ich darüber scherzen? Wenn ich Humor zeige, dann mache ich das im wirklichen Leben. Das können Sie nicht wissen, denn Sie gehören zu den 15% der Blogger, die bei mir lesen oder bei denen ich kommentiere, - die ich nicht(!) persönlich kenne.
Und da sind auch einige Berliner dabei, die ich in Berlin oder bei Bloggertreffen kennen gelernt habe.
Sie haben vollkommen recht. Momentan ist mit mir in Sachen Humor nicht viel los. Aber vielleicht treffe ich ein paar nette Freunde beim Geburtstagsfest der Frau Frogg oder anderswo.
Und dann gibt es auch noch eine Bloggerin, die hier nicht mehr schreibt. Sie war immer die Lebenslust in Person, aktiv und volle Freude verströmend. Nach einem Brustkrebs hat sie jetzt mit Metastasen zu kämpfen und ich habe sie noch nie so traurig schreibend vorgefunden.
-
Im Übrigen wurde mir schon vorgeworfen, dass ich nur mehr über die Arbeit und die Musik schreiben würde. Bei der Arbeit gab es noch manchmal etwas zu lachen. Die Musik ist für mich jetzt ein zu ernstes Thema. Aber manchmal freuen sich BloggerkollegInnen, wenn ich Ihnen etwas vorspiele.
Mit kurzer Vorbesprechung und gänzlich humorlos :)
Teresa HzW - 18. Jun, 21:46

Hat die Neugier abgenommen?

Dieser Satz beschäftigt mich, seit ich ihn heut` Mittag gelesen, und daher schreib`ich Dir nun doch einen kurzen Kommentar, lieber Hans.

Meine Neugier hat nicht abgenommen, wohl aber
1.
haben die Anforderungen des normalen [Alltag]Leben[-s] bei mir zugenommen. Manchmal frage ich mich, wie ich das früher geschafft habe, so viele Einträge in einer Woche zu schreiben!?
2.
hat sich mein Blogger-Verhalten seit Snowden und NSA verändert! Dummerweise mehr in Richtung "Schere im Kopf" - d.h. ich überlege mir heut` fünfmal, ob ich etwas Kritisches ins Blog schreiben soll oder nicht! Vor allem seit ich weiß, dass Twoday als Plattform [besser deren Betreiber] "tracken"!

Immerhin...
war Dein heutiger Eintrag wenigstens mal wieder [m]ein Anschubser, hier auf Deinem Blog Laut zu geben... :-)

steppenhund - 18. Jun, 22:53

Liebe TereseHzW, ich habe mir schon denken können, dass es bei Dir jetzt eher rund zugeht. Ich kenne dich nicht als eine "Blogfaule". Ich wünsche Dir aber, dass Du wieder mehr Zeit für dich hast.
-
Snowden und NSA schrecken mich nicht. Ich habe diese Art der Überwachung direkt in der Sowjetunion kennen gelernt. Natürlich wird Twoday getrackt, genauso wie Facebook oder Twitter. Und es ist falsch zu glauben, dass sie in der Unmenge an digitalen Informationen nicht etwas über mich herausbekommen könnten. Sei's drum!
-
Kommst Du vielleicht wieder einmal nach Wien? Oder sehen wir uns vielleicht einmal bei einem Bloggertreffen?
rosmarin - 18. Jun, 21:47

nun ja.... das meiste scheint von dir und den kommentatoren gesagt. bleibt noch hinzuzufügen, dass es doch ein kleines inselchen geworden ist dieses nette twoday und für meinen geschmack, wo manches mal eigentlich nur noch zu werbezwecken in eigener sache geschrieben wird.
lg ro (die ja nun schon eh eine lange weile weg ist, aber sich zum glück noch einloggen kann)

steppenhund - 18. Jun, 22:56

Hi Rosmarin, bist Du doch noch nicht so alt, dass Du dich noch an dein Twoday-Passwort erinnern kannst? :) Manchmal überlege ich, ob wir einmal einen kleinen Inselchen-Ausflug unternehmen sollten. Aber zur Zeit wird alles auf 2016 verschoben, wenn ich so wie Matthias in Pension bin.
BTW, am 26.6.2016 gibt es eine Matinee in einem Schloss ganz in der Nähe unseres Hauses. (Borodin, Chopin, Beethoven, Schubert) Vielleicht ist das ein Anlass wieder einmal nach Wien zu kommen. Deine Freunde hier werden auch eingeladen. Aber die bekommen nur einen Vorlauf von einem halben Jahr :)
Ansonsten freue ich mich, wenn ich etwas von dir lese. Anscheinend hält das Alter ja die Prinzession noch immer nicht von der Jagd ab.
KarenS - 18. Jun, 23:03

Herr Steppenhund, nicht SIE waren gemeint ... von wegen humorlos und so ... sondern allgemein!

Gute Nacht Marie:-)))

steppenhund - 19. Jun, 22:10

:) Kein Grund zum Entschuldigen. Auch wenn ich nicht persönlich gemeint war, habe ich mich doch betroffen gefühlt. Denn offen gestanden fehlt mir selbst der Humor in meinem Blog:)
Jossele - 19. Jun, 18:26

Ich bin ja einer der, die sich da vorübergehend ein bisserl zurückgezogen haben, und dies aus mehreren Gründen.

Zum Einen weil wenn du so wirklich schreibst was dich bewegt, da hast du sofort Buhrufe und Tilgungsaufforderungen Mitbetroffener, haben wir im Leben doch auch mit anderen Menschen zu tun, und Leben mitzuteilen wär ja ein wesentlicher Inhalt.

Zum Anderen ist, un da stimme ich dir unumwunden zu, die Neugier einer Sattheit gewichen. Es wird immer mehr vom Selben, mag das der Strandspaziergang sein oder ein paar Rätsel oder Stöckchen, mitunter, aber eher selten, wirkliche Themen.

Ich hab ja dann auch ein paar Probleme bekommen weil ich eben nicht nur Blah Blah schreiben wollte, wiewohl ich mein Aufmüpfen eher im homöopatischen Bereich ansiedeln würde, gleichwohl Anlass genug mir ernsthafte Schwierigkeiten zu bescheren.

Die Summe des Ganzen, also eher wenige Inhalte (ich sag´s wie ich es sehe) meiner KollegInnen, die Konsequenzen eigenen Schreibens, und das war ja auch nicht weit weg von Blah Blah, haben mich zu einem von denen werden lassen die da ausgestiegen sind.

Aber für dein Statement bin ich dir dankbar, weil es ist Anlass wieder anzufangen (ich wurde ja umgehend gelöscht als ich meinen Blog offline gestellt habe).

steppenhund - 19. Jun, 22:09

Dein Blog habe ich ja immer gelesen, wenn auch in einer anderen Art als viele andere Blogs. Wenn ich gesehen habe, dass Du etwas geschrieben hast, habe ich nicht sofort angeklickt sondern statt dessen gewartet, bis ich einmal mit Muße herumgesurft bin, weil es mir nicht um die Information als solche sondern um das Geschriebene ging.
Es gibt nicht viele, bei denen ich mich so verhalten habe. Ich wünsche mir, dass Du es als Kompliment auffasst. Und ich werde mich freuen, wenn Du wieder schreibst.
rosenherz - 21. Jun, 19:41

Ich habe auch gerne bei Jossele gelesen.
Jossele - 24. Jun, 23:57

Na ja, das schmeichelt schon fast ungehörig, und ich hab ja gern geschrieben weil ich wußte für wen.
Jetzt ist ja grad fast rund um die Uhr im Nationalpark, nachher melde ich mich wieder, mit ein paar Geschichten und vielleicht einem anderen Namen (lass ich euch wissen).
rosenherz - 21. Jun, 19:39

Was mich betrifft, auch ich habe mich eine Weile aus dem Blogleben rausgehalten. Vor allem, weil ich mehr denn je in meiner realen Welt schreibe und publiziere, als früher, als mir dieser Part in geringerem Ausmaß zur Verfügung stand.

Zudem veränderten sich meine Lebensumstände in einer Weise, sodass ich eine arbeitsfreie Stunde Zeit als Kostbarkeit empfinde, die ich nicht unbedingt und dringendst mit Bloggen füllen will.

In einer Stunde kann ich beispielsweise meinem Enkel eine Hose nähen, die er dann auch über Monate als Kleidungsstück tragen kann. Was bleibt von einer Stunde Bloggen übrig als Bilanz meines Tuns? Für wen schreibe ich? Ist mein Bloggen Selbstreflexion, so genügt mir das Papier meines Notizbuches. Ist mein Bloggen ein Teilen mit anderen Menschen, ein Nachdenken oder Denken im öffentlichen Raum, so steht die Frage im Raum: Wen interessiert, das was mich interessiert?

Was meine eigene Neugier betrifft, so sind für mich Bücher und das Radio noch immer unschlagbar. - Und das, was Menschen erzählen, die mir im Alltag so unterkommen. Aus einem noch so unscheinbar wirkendenen Small-Talk entwickelt sich oftmals eine Konversation, ein Dialog, der sich wie ein kostbares Geschenk anfühlt.

steppenhund - 22. Jun, 10:59

Ich habe dein Blog immer gelesen, wenn es mir in der Übersicht aufgefallen ist. Ich habe selten kommentiert, weil die Darstellungen meistens sehr geschlossen waren und eine Diskussion nicht angebracht erschien. Vielleicht hätte ich öfters mit einem Punkt kommentieren sollen:)
Aber das Argument, dass Du mittlerweile mehr öfentlich schreibst, ist schon ein gewichtiges. Übrigens erinnere ich mich noch an den EU-Artikel und ich freue mich noch heute darüber, dass ich damals etwas recherchiert habe. Heute sind politische Themen allerdings für mich fast tabu. Ich könnte mich sonst zu sehr aufregen...
Was den letzten Absatz betrifft, war es eine Stärke des Bloggens, dass man mit Leuten kommunizieren konnte, die man sonst nie getroffen hätte. Aber ich stimme zu, dass es besser ist, mit den Leuten real zu kommunizieren.
bonanzaMARGOT - 22. Jun, 16:39

es ist immer die frage des eigenen zeitmanagements und der prioritäten, die man sich setzt, wie viele beiträge man in welcher frequenz schreibt, und wie man dazu kommt, auf anderen blogs zu lesen und zu kommentieren.
ChristaHartwig - 21. Jun, 20:23

Nicht zu fassen!

Ich habe sogar seit Jahren ein noch fast unbenutztes Blog in diesem immer exklusiver werdenden Club! Vielleicht sollte ich das auch hin und wieder "bestücken".

Dass die Neugier nachlässt, empfinde ich auch so, habe es mir aber damit erklärt, dass wir wahrscheinlich auch ohne gieriges Zutun dauernd mehr erfahren als uns lieb sein kann.

Sonntägliche Grüße
cuentacuentos

PS: Wir sind einander bei noemix begegnet.

steppenhund - 22. Jun, 11:23

Das zeigt mir wieder einmal, wie nachlässig ich geworden bin. Ich kann mich an keine Begegnungen bei noemix erinnern, habe aber jetzt Ihr Blog aufgesucht und könnte daraus schließen, dass mir Ihre Kommentare bei noemix sicher gefallen haben. Nun, inzwischen habe ich Ihre letzten Eintragungen im Blog gelesen, und die sind ja gar nicht so spärlich. Aus einer Eintragung könnte man nach üblichen Blogstandards ungefähr für jeden Tag im Monat eine machen.
Ich gehöre ja zu den Lesern, die sich auch an längeren Texten erfreuen. Ich wäre ja sonst nie auf den Begriff Inkompetenzkompensationskompetenz gestoßen. Dass wir uns (salopp ausgedrückt) nach (im zeitlichen und historischen Sinn) der Philosophie befinden, (habe ich aus Wikipedia im gleichen Zusammenhang) kann ich ziemlich gut nachvollziehen.
Ich brauche mir dazu nur meine eigenen Lebenseinstellungen in die Erinnerung zurück holen. Kaum zu glauben, dass ich einmal über Sartre maturiert habe. Und damals habe ich das nicht auf die leichte Schulter genommen, sondern mich ziemlich ernsthaft und dazu noch freiwillig in den Existenzialismus eingelesen.
Heute würde ich mich eher als gelernten IKK sehen, wobei ich das die längste Zeit nie für mich akzeptiert hätte.
Und das ist auch der Grund, warum mein Blog hier, dass bereits das dritte noch vollständigen Löschungen ist, langsam so einseitig wird, dass es kaum mehr LeserInnen anziehen kann.
Für mich allerdings ist es Teil einer Rückbesinnung auf die Konzentration auf EIN Wesentliches. Würde ich Musik studieren, könnte ich mich kaum mehr um Information über bestimmte Themen bemühen.
Danke, dass Sie hier kommentiert haben und mich auf diese Weise auf Ihr Blog gelockt haben.
ChristaHartwig - 22. Jun, 22:17

Das war kein Kunststück, mich bei noemix nicht wahrzunehmen, denn so sehr oft, habe ich dort (noch) nicht kommentiert.
Sartre und Existenzialismus, ja? Ich muss lächeln. Bei mir hing das Kommunistische Manifest an der Wand. Inzwischen ist mir der Glaube an Ismen abhanden gekommen, aber immer noch beneide ich ein wenig die Menschen, die ihr "Wesentliches" gefunden haben, während ich eine Wanderin zwischen den Welten (und Themen) bin - immer auf er Suche nach Zusammenhängen.

Ich bin auch froh, durch Sie wieder hier gelandet zu sein. Wieder - denn ich habe tatsächlich ein kaum begonnenes Blog bei twoday.net - seit Jahren: "Nachtjasmin". Es stammt aus der Zeit, als ich mit Bloggen gerade angefangen hatte und mich auf verschiedenen Plattformen umtat. Bei blog.de bin ich auch nur halb (un-)glücklich, aber dort gibt es inzwischen so viele Verknüpfungen, dass ich nicht mehr daran denke, ernsthaft dort wegzugehen, auch wenn das allgemeine Niveau sich im Sinkflug befindet. Hier ist es entspannt und alles andere als uninteressant, scheint mir. Ich überlege, ob ich ein "Thread" meiner Einträge hier veröffentliche, weiß aber noch nicht, welches.
steppenhund - 23. Jun, 01:14

ad Christa ... Feuer geht mir noch ab. ...
ChristaHartwig - 23. Jun, 12:36

Technische Anmerkung:

Seit gefühlten tausend Jahren hier Mitglied, habe ich (dank Nichtnutzung der Mitgliedschaft) noch meine Probleme, wie das hier alles gehandhabt wird. Ich sehe, dass ich meine eigenen Kommentare in den Blogs anderer User löschen könnte (bei blog.de unmöglich), ich sehe aber nicht, wie ich Antworten auf meine Kommentare in anderen Blogs verfolge, es sei denn, ich merke mir, wo ich meinen Senf dazugegeben habe, und klappere die Einträge dann nach möglichen Antworten ab.
nömix - 23. Jun, 19:55

Eigene Kommentare in anderen Twoday-Blogs lassen sich in der Sidebar des eigenen Blogs anzeigen, über den Link ►"Admin" ►"Module" ►"Sidebar Module anordnen" ►das verfügbare Sidebar-Modul "Meine Kommentare" ►"zur Sidebar hinzufügen" und ►"Sichern".
Gutes Gelingen ;)
ChristaHartwig - 23. Jun, 20:55

@ nömix

DANKE!!!
bonanzaMARGOT - 22. Jun, 16:28

na ja. das wird schon wieder mehr mit den blogs und dem interesse daran. ich halte das für normale schwankungen - mittel- bis langfristig. ich wünschte mir auch mehr interessante blogs und mehr kommentare, aber davon würde ich (wie du wahrscheinlich) nicht meine eigene motivation zu bloggen abhängig machen. ich freue mich auch, wenn gast-besucher bei mir lesen oder kommentieren, sofern sie keinen absoluten blödsinn schreiben.

Shhhhh - 22. Jun, 23:49

Diese subjektive Empfindung stört mich irgendwie. Ich glaube kaum, dass es an abnehmender Neugier liegt, wenngleich ich dieser These durchaus etwas abgewinnen könnte. Ich glaube, dass mit der Zeit eine gewissen Routine einsetzt, die es uns erschwert, über Tellerränder hinauszublicken und neue Erfahrungen zu machen. Plötzlich ist alles etabliert, gut aufgestellt, festgefahren und was "Kollegen" machen, die erst gelernt haben, als man selbst schon zwanzig Jahre dabei war, interessiert dann auch nicht mehr. Aber es ist nicht abnehmende Neugier, denn die kann in anderen Bereichen durchaus noch funktionieren, es ist eher Gleichgültigkeit gegenüber bestimmten Prozessen, für die ausreichend eigene Erfahrungen zur Verfügung stehen und die Dinge erklärbar machen, ohne sie überhaupt vollständig wahrnehmen zu müssen, weil es zur Routine geworden ist.
Auch dass die Zahl der Blogs abnimmt, ließe sich wahrscheinlich sehr leicht widerlegen, für Twoday ist es jedoch nicht von der Hand zu weisen.

steppenhund - 23. Jun, 01:15

Über eine Antwort muss ich etwas noch nachdenken.
diefrogg - 23. Jun, 12:17

Etwas in eigener Sache,

Herr steppenhund! Herr T. und ich sind zurzeit und bis 3. Juli in den Ferien - mit erschwertem Internet-Zugang. Ich habe leider auch vergessen, Ihre E-Mail-Adresse aufzuschreiben. Aber Sie haben ja meine. Bitte schicken Sie mir eine Nachricht mit Ihrer Ankunftszeit etc (und vorzugsweise auch Ihrer Handy-Nummer). Ich melde mich spaetestens am 4. Juli morgens, damit wir klar sehen. Bitte entschuldigen Sie die etwas schludrige Gastfreundschaft. Ich verlasse mich auf Ihre Reise-Erfahrung, und dass Sie sie sich erst mal gut in meinem Staedtchen zurechtfinden. Ich melde mich, sobald ich kann. Bis dann einfach mal gute Reise!

steppenhund - 24. Jun, 23:50

Also im Vertrauen darauf, dass hier kaum Kommentare gelesen werden, schicke ich jetzt einmal meine Antwort hier:
Ankunft in Luzern am 4. 7. ca. um 14:25. Dann müssen wir ins Hotel, was nicht solange dauern sollte.
Telefonnummer 0043 676 3132145. Ihre habe ich.
und Email ist hans_karl_hartmann@yahoo.de.
Wenn Sie bestätigen, das gelesen zu haben, lösche ich diesen Kommentar wieder.
diefrogg - 3. Jul, 18:20

Alles klar, Herr Steppenhund!

Sorry, dass ich erst jetzt reagiere. Wir hatten WIRKLICH keinen Internet-Zugang. Aber ich bin ja jetzt informiert.
bonanzaMARGOT - 25. Jun, 17:50

Noch ein paar Gedanken:

Vielleicht nimmt etwas ganz anderes ab zwischen den Menschen, und an so Sachen wie den Blogs registrieren wir es bloß(?)
Inzwischen bin ich in einem Alter, in dem ich drei Generationen erleben kann. Die Generation meiner Jugend wuchs in den Siebzigern und Achtzigern in einer viel kritischeren Zeit auf... Bei der heutigen heranwachsenden Generation sehe ich demgegenüber hauptsächlich Lethargie. Und jene, die sich politisch interessieren, sind meistens konservative Arschlöcher... Entschuldige.
Ich verstehe es nicht: Fast jeder Idiot hat auf Facebook einen Account... Was machen die Leute dort?

mehrLicht - 11. Jul, 23:34

internet-hood?

vor allem zu den letzten Kommentaren würde ich gerne anfügen, dass es vielleicht eine allgemeine Tendenz ist dass sich die Art und Weise des Netzwerkens zum einen je nach persönlicher Entwicklung und zum anderen je nach Angebot und Nutzen verschiebt - ich halte das für eine völlig normale Sache. Dementsprechend bilden sich auch die "Grüppchen" und verschwinden wieder, ich kann mich noch lebhaft erinnern, dass "wir" twodayer (manche werden sich noch an den leidigen Vorgänger 20six erinnern, da habe ich angefangen...) ein ebensolche Gemeinschaft gebildet haben. Aber das ist doch bitte nicht für die Ewigkeit und auch kein Eidesschwur. In meinem Fall dient der Blog vor allem als Zweithirn für Texte, Rezensionen und Gedanken. Ich persönlich gehe für viele Dinge wieder zum Papier über, weil nicht jede Beschäftigung ein Gegenüber benötigt, nicht jedes Enervieren über Politik und Gesellschaft ins Netz muss, da gehe ich vermutlich den entgegengesetzten Weg zu den Usern, die nur noch in Kommentarspalten "vegetieren". Dennoch benutze ich facebook als "Hood", wo ich vor allem nahe Bekannte in meiner Umgebung schnell informieren, befragen oder etwas verbreiten kann, Twitter ist ähnlich, geht aber weit über meinen Bekanntenkreis hinaus und hat Geschwindigkeits- und immense Informationsvorteile. Das Blog hingegen wird mir trotz seltener Nutzung - wertvoller.

steppenhund - 12. Jul, 09:43

Naja, da steckt schon viel Wahres drin: Blogs sind nicht für die Ewigkeit. Und Bloggergemeinschaften wohl auch nicht. Da kann es allerdings passieren, dass aus einer ursprünglich über das Blog gefundenen Bekanntschaft eine Freundschaft entsteht, die über das Bloggen hinausgeht.
Eigentlich habe ich ja mit meinem ursprünglichen Posting darauf hinweisen wollen, dass ausformulierte Texte, die Sätze mit mehr als drei Worten beinhalten, nicht mehr in sind.
Das trifft ja nicht nur auf das Bloggen zu, sondern scheint Zeitgeist zu sein.
Da ich in meinem Berufsleben viele solche Zyklen miterlebe, ist auch die Entstehung von Blogs, Blogplattformen ursprünglich einem Hype gefolgt, der jetzt abebbt.
Und ich bemerke das auch bei mir selbst. Eine Stunde Beethoven-Sonate üben ist attraktiver als eine Stunde bloggen geworden.
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