31
Aug
2014

Parasitentum

Ich entwickle mich zum Parasiten.
Während ich früher geschrieben habe, dass ich die Blogger gerne persönlich kennen lernen würde, hat mittlerweile ein Wechsel stattgefunden.
Ich schreibe nicht mehr für die anderen. Und das wird auch sichtbar, wenn ich auf fremden Blogs die Link-Listen ansehe. Auf einigen bin ich verschwunden. Die Gründe sind mir bekannt. Außerdem ist es ja auch fair, da ich selber keine Link-Liste führe.
Ich schreibe das sine ira et studio. Ich stelle es nur einfach fest.
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Aber das Lesen von anderen Blogs macht mir noch immer Freude und es ist nett zu sehen, dass sich doch vereinzelt lesenswerte Neuankömmlinge einfinden.
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Früher wurde man gerügt, wenn man sich zeitweise aus dem Blog verabschiedet hat, ohne das vorher anzumelden. Selbst diese Rügen finden mittlerweile nicht mehr statt. Das Bloggen has, wie mir scheint, verändern.
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Vielleicht haben die Leute auch weniger Zeit.
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pathologe - 31. Aug, 12:57

Prediger 3.1

Das Interesse hat nachgelassen. Twitter ist (oder auch schon: war?) mehr "en vogue". Oder es wird zum Gesichtsbuch abgewandert.

Die Schwierigkeit ist es ja, genug Stoff für einen Beitrag zusammenzubekommen, aber andererseits auch, nicht zuviel zu schreiben, da sonst das (ich vermute mal: hingezüchtete) Interesse schnell verloren wird. Eine Folge der Videoclips, die nur noch eine kurze Aufmerksamkeitsspanne verlangt und bei längeren Texten automatisch das Interesse erlahmen lässt.
Leider stelle ich das auch bei mir fest, es bereitet mir inzwischen Schwierigkeiten, mich in ein dickes Buch einzulesen und das Interesse zum Weiterlesen aufzubauen. Einerseits weil ich schon nach kurzer Zeit auf "Erfolgserlebnisse" hoffe, andererseits bin ich meist abends zu müde, um mich langfristig auf ein Buch zu konzentrieren. Und so liegen mehrere Pratchetts halb angelesen auf dem Nachttisch.

Es ist nicht mehr so einfach wie früher.

steppenhund - 31. Aug, 13:06

Ich kann dem nur zustimmen.. - Und - ich kann mich nicht dazu bringen, kürzer zu schreiben, selbst wenn ich weiß, dass ich umso mehr LeserInnen verliere, je länger meine Beiträge sind.
bloedbabbler - 31. Aug, 13:08

Hallo steppenhund.

Als ein ja auch erst seit knapp 5 Jahren bloggender Nachbar und somit klarer Spätkommer kenne ich das ganze bei twoday nicht anders.
Aber so, wie ich verstanden habe sind zum Zeitpunkt meines Einstiegs eben auch schon viele abgewandert, haben das Bloggen eingestellt oder woanders hin verlagert.
Neue Techniken, wie das vom lieben Herrn virtualmono so favorisierte twitter haben sicherlich auch einiges dazu beigetragen, das sich soziale (Blogger)Netze ausgedünnt haben.

Und ehrlich, sich abzumelden erscheint mir -zumindest auf mein kleines blog bezogen- aus guten Gründen nicht (mehr) opportun.
Fehlende Rügen finde ich da eher eine angenehme, weil weniger verbiesterte Sicht auf die Welt der Weblogs.
Wer natürlich den Anspruch an sich selbst, oder sein blog stellt, jeden Tag-vielleicht gar mehrfach- anderen die Welt erklären zu wollen und immer präsent und aktuell zu sein, dessen Fehlen wird sicherlich bemerkt.
Wer nur bloggt, wenn ihn oder sie etwas auf den Nägeln brennt, der hat meist doch sowieso einen anderen Takt.

Und auch wenn ich beispielsweise nur eine rudimentäre Linklisten führe, so lese ich doch bei Ihnen gerne und auch regelmäßig.

Einzig, da ich leider -musikalisch und mathematisch- vollständig untalentiert bin kommentiere ich eher nicht, zum Wohle aller. :-D

Ihnen einen schönen Sonntag vom Blödbabbler

steppenhund - 31. Aug, 13:48

Musik und Mathematik - ist mir schon klar, dass nicht jeder kommentieren will.
Früher hatte ich Erfolge, indem ich einfach "Nichts" bloggte. Ein Wort. Es gab fast 100 Kommentare.
Das habe ich aufgegeben, obwohl ich zugebe, ab und zu die Chart list abfotografiert zu haben, wenn ich an Nummer 1 stand oder auch nur 2 oder 3.
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Mit Twitter kann ich mich nicht anfreunden. Ich warte noch darauf, dass die Kommunikation auf 32 Emoticons beschränkt wird. Und später nur mehr ein Ähh, Aha, Ui oder sonstiger Einlaut abgegeben wird.
Ich habe heute entdeckt, dass es ganz ansehnliche Blogs gibt, - meistens von Frauen - die auf den ersten Blick überlegt und geistreich aussehen. Es sind in erster Linie aber dennoch Befindlichkeitblogs, auch wenn die Themen durchaus ernste sind. Und für meiner eins, der früher sehr an solchen Blogs interessiert war, hat sich das Interesse verflüchtigt, weil ich kategorisiere und dann feststelle: aha, das ist ein Blog von der Sorte. Nach zehn Einträgen kann man das Lesen abhaken, da kommt nichts Neues mehr, was man nicht schon gelesen hätte.
Gilt ja auch für mich:) Musik und Mathematik. Die Welt erkläre ich manchmal auf Facebook, obwohl ich das eigentlich als riskant ansehe.
Aber ich bin nicht beleidigt, wenn Sie nicht kommentieren. Mir reicht es schon, wenn ich an Ihren Beiträgen Gefallen finde. Auf diese Weise bleibt die Kommunikation auch erhalten:)
KarenS - 31. Aug, 15:20

Ich finde, dass nicht nur das Bloggen sich geändert hat. Im ganzen Internet herrscht eine gewisse "Tristesse" oder auch Langeweile. Jedenfalls empfinde ich es so. Es ist wohl wieder an der Zeit, etwas ganz Neues auf den Markt zu bringen:-)

steppenhund - 31. Aug, 16:36

Ja meine Liebe, ist es ein Wunder. Das Internet war einmal etwas Wunderschönes. Schnelle Mail, Austausch über das Medium in verschiedenen Geschwindigkeitsstufen von Mail, bis Foren, bis zu Chats.
Plötzlich war man verbunden und das weltweit.
Was ist heute daraus geworden?
Bespitzelung, Spam-Mails und Cyberkriminalität. Kein Wunder, dass sich eine Frustration breitmacht.
Ich selber bin nicht so sehr betroffen. Das Internet ist ein derart wichtiges Arbeitsmedium geworden, dass ich es bedingungslos nutze. Beruflich über stark gesicherte Server, privat mit relativ geringer Sicherheit. Aber ich sags ja, ich bin in meinem Leben schon so viel bespitzelt worden, dass sich meine diesbezügliche Paranoia verflüchtigt hat.
Die Kinder haben einen anderen Umgang damit, aber der zeichnet sich vor allem durch Reduktion der Länge des Textes aus. Daher kommt daher auch kein Nachschub mehr für Blogs.
Ist halt so.
Jetzt verwende ich es halt wieder als Tagebuch und lasse ein paar Leute mitlesen...
HARFIM - 31. Aug, 18:40

Die Chart list abzufotografieren hat was :-)

Als Beweis für Beliebtheit, nehme ich mal. Da es bei twoday auch "richtige" Schriftsteller gibt, könnten sie ja das Beweisfoto zu den Bewerbungsunterlagen für den Nobelpreis beilegen *gg*
Mit anderen Worten: nichts ist wichtiger als das hier.
Gab man denn Rundschreiben heraus, als man pausierte, damals als das alles noch super war?
Sunnilein - 31. Aug, 16:48

Musik und Mathematik -

genau das ist es ja. Diese Kombination befriedigt den Durchschnittsleser mit Sicherheit nicht. Ich wollte Mathematik und Englisch studieren...da hatte man die Fachrichtung eingestellt, es gab landesweit 10 Bewerber.
Parasitentum ist in diesem Sinne ( und für die anderen ebenso) nichts Schlechtes. Wissen wollen erhält jung.Und in dem Sinne bin ich, lieber Steppenhund, ein weitaus größerer Parasit, ich schreibe kein Blog...aus Gründen.
Allerdings stelle ich an mir ebenso selbst mit Besorgnis fest, dass Bücher mich weitaus schneller langweilen als früher. Bloglesen, Twitter erstrecht, trainieren den Kurzzeitsinn. Andererseits habe ich das Leseziel, wohl altersbedingt, gewechselt. Heute weitaus mehr interessante Biografien als Belletristik, wenngleich ich auch der Meinung bin, dass auf beiden Ebenen zu wenig Gutes erscheint, Lesenswertes. Gab es früher (das klingt, als würden die Eltern reden...) Besseres? Interessanteres? Vielleicht erscheint es auch nur so.
Ja, die Leute haben weniger Zeit. Oder sie nehmen sie sich nicht für Aktionen per Blog. Von früheren 15-20 lese ich heute noch 3-4. Und das nicht aus tatsächlichen Zeitgründen. Entweder sind sie verschwunden, eingeschlafen, verändert zum Uninteressanten hin oder ich finde dort kein Thema mehr, das mich auf der geäußerten Sprachebene interessiert, begeistert, anregt zu denken. Dann ist mir auch dort die Zeit zu schade. Komisch, die Linklisten interessieren mich nicht.Nie.

steppenhund - 31. Aug, 17:07

Dazu brauche ich nicht viel schreiben. Aber ich kann einen Link auf ein Blog geben, dass eher akademischen Charakter hat, dessen Eintragungen mich aber immer wieder begeistern.

http://andreaherrmann.twoday.net/stories/967549293/

Der Link ist ein spezieller. Ich kenne die Dame persönlich von IT-Konferenzen und Workshops. Da kann man nichts kritisieren. Ist aber natürlich eher etwas für Studenten, Graduates und Post-Graduates.

Und bei meiner letzten Schwedenkonferenz habe ich mich am Abend lieber mit zwei alten Professoren unterhalten - über Mathematik und eine gewissen Kripke - als rechtzeitig zum Empfang aufzubrechen, den ich dann versäumt hatte:)
Sunnilein - 31. Aug, 19:32

Thanks for handing up the link to me. Great!Surprisingly interesting.
Would have been a good reason to fail a dinner for me, too....

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