Warum sollte man lernen?
Langsam muss ich die Seiten wechseln, oder zumindest die Seite, für die ich im Blog von teacher immer eintrete. Bildung, Wissen, Können ... blauäugig habe ich geglaubt, dass man auf diese Weise zu einem guten Job kommt.
Nun lese ich in der ORF-Online-Zusammenfassung folgenden Text:
Raiffeisen schafft neuen Job für Josef Pröll
Nur sechs Wochen nach seinem überraschenden Rückzug aus der Politik hat Ex-ÖVP-Chef und Ex-Vizekanzler Josef Pröll einen neuen Job. Schneller als erwartet startet Pröll damit nach seiner schweren Lungenembolie seine zweite berufliche Karriere und wechselt - wie erwartet - zum Raiffeisen-Konzern. In der Tochterfirma Leipnik-Lundenburger (LLI) wurde für Pröll nun extra ein neuer Chefposten geschaffen - die beiden bisherigen Vorstände bleiben freilich, um den im Management völlig unerfahrenen Pröll zu „unterstützen“.
Also ich habe nichts gegen Pröll und ich kann verstehen, dass man ihn versorgen will.
Aber auf einem Posten, in dem er "völlig unerfahren" ist?
Ich meine, in Österreich haben wir schon alles gehabt. Minister die vom der Landwirtschaft in die Verteidigung wechseln, von der Ausbildung in die Justiz, usw.
Es heißt immer, dass Politiker sich überall bewähren können, weil die Arbeit ja von ihren Beamten gemacht wird.
-
Was muss ein Politiker also können?
Selbstverleugnung, markige Sprüche, die richtigen Beziehungen pflegen können?
Ja, wenn das so ist, kann ich nicht einmal mehr etwas gegen HCS haben. Jetzt verstehe ich, warum man bei der ÖVZ "kurz" tritt.
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Ich meine, es ist bekannt, dass es für Politiker Versorgungsposten geben muss. Und am besten, sie können dort nichts mehr anstellen.
-
Mir sind Firmen bekannt, wo durch das politische bedingte Danebensetzen von Geschäftsführern und Vorständen ein ursprüngliches wie ein Uhrwerk laufendes Unternehmen plötzlich ins Stottern geriet. Ich glaube, jeder österreichische Leser oder Leserin kann sich die betreffenden Namen einsetzen.
-
Lernen?
Ist nicht mehr in. Die richtigen Freunde haben, das ist notwendig. Vielleicht sollte ich bei den Blauen eintreten, denn die scheinen zwar sachlich nichts drauf zu haben, aber die werden bald an der Spitze stehen, solange die Schwarzen und Roten nichts - aber auch schon gar nichts Wichtigeres zu tun haben, als ihre Ex zu versorgen.
An Plätze, wo sie "völlig unerfahren" sind...
Nun lese ich in der ORF-Online-Zusammenfassung folgenden Text:
Raiffeisen schafft neuen Job für Josef Pröll
Nur sechs Wochen nach seinem überraschenden Rückzug aus der Politik hat Ex-ÖVP-Chef und Ex-Vizekanzler Josef Pröll einen neuen Job. Schneller als erwartet startet Pröll damit nach seiner schweren Lungenembolie seine zweite berufliche Karriere und wechselt - wie erwartet - zum Raiffeisen-Konzern. In der Tochterfirma Leipnik-Lundenburger (LLI) wurde für Pröll nun extra ein neuer Chefposten geschaffen - die beiden bisherigen Vorstände bleiben freilich, um den im Management völlig unerfahrenen Pröll zu „unterstützen“.
Also ich habe nichts gegen Pröll und ich kann verstehen, dass man ihn versorgen will.
Aber auf einem Posten, in dem er "völlig unerfahren" ist?
Ich meine, in Österreich haben wir schon alles gehabt. Minister die vom der Landwirtschaft in die Verteidigung wechseln, von der Ausbildung in die Justiz, usw.
Es heißt immer, dass Politiker sich überall bewähren können, weil die Arbeit ja von ihren Beamten gemacht wird.
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Was muss ein Politiker also können?
Selbstverleugnung, markige Sprüche, die richtigen Beziehungen pflegen können?
Ja, wenn das so ist, kann ich nicht einmal mehr etwas gegen HCS haben. Jetzt verstehe ich, warum man bei der ÖVZ "kurz" tritt.
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Ich meine, es ist bekannt, dass es für Politiker Versorgungsposten geben muss. Und am besten, sie können dort nichts mehr anstellen.
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Mir sind Firmen bekannt, wo durch das politische bedingte Danebensetzen von Geschäftsführern und Vorständen ein ursprüngliches wie ein Uhrwerk laufendes Unternehmen plötzlich ins Stottern geriet. Ich glaube, jeder österreichische Leser oder Leserin kann sich die betreffenden Namen einsetzen.
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Lernen?
Ist nicht mehr in. Die richtigen Freunde haben, das ist notwendig. Vielleicht sollte ich bei den Blauen eintreten, denn die scheinen zwar sachlich nichts drauf zu haben, aber die werden bald an der Spitze stehen, solange die Schwarzen und Roten nichts - aber auch schon gar nichts Wichtigeres zu tun haben, als ihre Ex zu versorgen.
An Plätze, wo sie "völlig unerfahren" sind...
steppenhund - 2. Jun, 10:15
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david ramirer - 2. Jun, 11:31
der niedergang der politik
ist daran zu erkennen, dass die vertreter der parteien keine inhalte mehr vertreten, die aus ihrem inneren kommen. es ist wirklich egal: HCS könnte theoretisch problemlos auch für die SPÖ reklame laufen, und WF würde sich wunderbar in der ÖVP machen, etc.
die parteienvertreter sagen in der öffentlichkeit nicht mehr das, was ihre überzeugung ist, sondern das, was nach auffassung ihrer spin-doctoren ideal für das aufstocken des wählerpotentiales ist. die geringe wahlbeteiligung ist vor allem deswegen zu beobachten: immer weniger menschen fühlen sich "vertreten", weil die politiker nicht einmal sich selbst vertreten. diese lügerei höhlt die politik aus.
bei den ministern sieht es genau so aus: sich in einem ressort auszukennen, ist nicht mehr notwendig. es geht nur um die bekanntheit in der öffentlichkeit, wenn die vorhanden ist, kann aus einem finanz- ein verteidigungs- und aus dem dann ein bildungsminister werden. die wirkliche arbeit - inklusive entscheidungen - wird im hintergrund geleistet, von ganz anderen, die niemand kennt.
wir bewegen uns damit in einem sehr riskanten bereich unbekannter autoritäten, die auch in faschistischen systemen den boden bereiten.
die parteienvertreter sagen in der öffentlichkeit nicht mehr das, was ihre überzeugung ist, sondern das, was nach auffassung ihrer spin-doctoren ideal für das aufstocken des wählerpotentiales ist. die geringe wahlbeteiligung ist vor allem deswegen zu beobachten: immer weniger menschen fühlen sich "vertreten", weil die politiker nicht einmal sich selbst vertreten. diese lügerei höhlt die politik aus.
bei den ministern sieht es genau so aus: sich in einem ressort auszukennen, ist nicht mehr notwendig. es geht nur um die bekanntheit in der öffentlichkeit, wenn die vorhanden ist, kann aus einem finanz- ein verteidigungs- und aus dem dann ein bildungsminister werden. die wirkliche arbeit - inklusive entscheidungen - wird im hintergrund geleistet, von ganz anderen, die niemand kennt.
wir bewegen uns damit in einem sehr riskanten bereich unbekannter autoritäten, die auch in faschistischen systemen den boden bereiten.
steppenhund - 2. Jun, 16:09
Ja. Mehr kann ich zu deinem Kommentar nicht sagen.
teacher - 3. Jun, 21:00
Es gibt viel schlimmere Beispiele als den Pröll, der hat ja wenigstens was gelernt.
Aber viele Junge lernen schnell, dass letztlich das Vitamin B (und gutes Aussehen) wertvoller ist als jede Ausbildung.
Aber viele Junge lernen schnell, dass letztlich das Vitamin B (und gutes Aussehen) wertvoller ist als jede Ausbildung.
steppenhund - 3. Jun, 21:06
Wohl bemerkt, ich hab nichts gegen den Pröll. Aber muss man ihn ausgerechnet auf einen Job versorgen, in dem er "überhaupt keine Erfahrung" hat?
teacher - 5. Jun, 10:13
Raiffeisen war politisch klar - dann hat man nur eine vakante Stelle gesucht bzw. geschaffen. Er wird dort seine Fäden ziehen können, es kann gar nicht schief gehen: win - win.
Die Verlierer sind die anderen, die sich an diesem System ekeln und korrupte Verbindungen jeglicher Art verabscheuen.
Die Verlierer sind die anderen, die sich an diesem System ekeln und korrupte Verbindungen jeglicher Art verabscheuen.
scheint global aufzutreten ...
http://private.freepage.de/hame/peter.htm