26
Apr
2015

Künstliche Intelligenz

Ich komme gerade vom Kino, wo ich mir "Ex Machina" angesehen habe. Nicht schlecht, obwohl er vermutlich kein Kassenschlager sein wird. Sehr langsam und besinnlich erzählt, gerade richtig für mich, aber vielleicht wünschen sich andere mehr die Action, die in den letzten 5 Minuten konzentriert dargestellt ist.
Es gibt ja immer wieder die Argumente, dass es Künstliche Intelligenz nicht geben kann.
Aber ich kann zumindest den Beweis erbringen, dass es menschliche Intelligenz auch nicht immer gibt. Für beide Fahrten hatten wir den gleichen Taxifahrer. Türkischer Herkunft, jung. Sehr höflich und gut erzogen, aber so etwas von strohdumm, dass es schon weh tut. Über die Details will ich mich jetzt gar nicht auslassen. Aber es war nett, den Unterschied zwischen menschlicher und künstlicher Intelligenz so praktisch vorgeführt zu bekommen.

25
Apr
2015

Überraschung

sollte es für Stammleser nicht sein. Es geht wieder einmal um das Klavierspiel. Vor wenigen Tagen war ich bei einer Veranstaltung, zu der man erwartete, dass ich auch Klavier spiele. (Wahrscheinlich war meine Pflicht bereits dadurch erfüllt, dass ich einen Sänger beim Lied "gehen wir Tauben vergiften" von Fritz Kreisler begleitete. Doch in der Firma druckte ich mir noch die Noten von Alexander Borodin aus: "Petite Suite".
Dabei entdeckte ich, dass dort auch ein Scherzo in As_Dur inkludiert war, welches technisch weitaus schwerer als die ganze Suite ist.
Als ich im Internet nach Aufnahmen suchte, fand ich zuerst nur Ashkenazy vor. Das reichte durchaus, um mich zu motivieren, mich näher mit dem Stück zu beschäftigen.

Durch weiteres Suchen heute zuhause fand ich noch vier weitere Einspielungen, die ich meinen LeserInnen nicht vorenthalten möchte.

Im Kommentar zu Fisher gibt es eine Bemerkung, dass es vermutlich für den Pianisten noch lustiger ist, das Stück zu spielen als einfach zuzuhören. Ich kann der Argumentation zwar folgen, doch bisher habe ich diesen Zustand noch nicht erreicht. Das Scherzo ist um zwei Klassen technisch schwieriger als die ganze Suite :)
Viel Spass beim Probehören und vergleichen!






Kesa Gaganidze
https://www.youtube.com/watch?v=csMRKDo539w
Ich mag die Körpersprache dieser Spielerin. Es sieht so aus, dass sie eine Studentin ist, die teilweise vielleicht an technische Grenzen gerät.
Aber das Stück bekommt sie super hin.

Sergio Fiorentino
https://www.youtube.com/watch?v=RlB9FM6ynlg (1966)
Pianistisch und sehr leichtfingrig dahin gespielt. Wirklich beeindruckend.
Ehrfurchtsvolles Zitat eines berühmten anderen Pianisten "Der andere Pianist".
Er war 38, als er das eingespielt hat.

Vladimir Ashkenazy
https://www.youtube.com/watch?v=sX96pZnr08Q
Seine Aufnahme war die erste, die ich von dem Stück gehört habe. Sie hat mich bewogen, das Scherzo zu üben und in mein Konzertprogramm aufzunehmen. (Manchmal wird es zu der Petite Suite dazu gespielt, aber es eignet sich auch sehr gut als Zugabe.)

Margaret Fingerhut
https://www.youtube.com/watch?v=rDQD765iAYg
Eine britische Pianisting, die sich dadurch auszeichnet, eher selten Gespieltes im Programm zu haben.

Philip Edward Fisher
https://www.youtube.com/watch?v=QGNzv616uJo
Der kann auch spielen. Er wirkt mir hier etwas zu blutleer, womit ich ihm vermutlich unrecht tue.

17
Apr
2015

Blog schreiben - warum?

Obwohl ich die Blogeinträge vor mehr als 10 Jahren kaum mehr zur Verfügung habe, kann ich feststellen, wie viel sich in den letzten zehn Jahren bei mir verändert hat.
Der Stil hat sich verändert, die Themen sind andere, die Motivation ist unterschiedlich.
Wenn ich Tagebuch führte, könnte ich das auch feststellen, aber ich würde nicht so deutlich darauf hingewiesen. Wenn ich manchmal etwas im Internet suche, finde ich uralte Einträge von mir. Genieren muss ich mich nicht, doch schmunzeln kann ich wohl.

Ich würde sagen, dass Blog-schreiben einem das Universum eben um die vierte Dimension, die Zeit, erweitert. Nirgendwo sonst werden unterschiedliche Zeitpunkte in einem Leben so knapp nebeneinander gestellt.
Bei Entwicklungsromanen liegen meistens 500 Seiten zwischen 10 Jahren :)

Und ich habe sehr gerne Entwicklungsromane gelesen ...

16
Apr
2015

Das Alter beginnt jetzt

Das war eigentlich ein Kommentar, den ich bei Bellablog hinterlassen habe. Doch eigentlich gehört er auch auf mein Blog. Es geht um IQ.

Ich empfehle, einmal den Wikipedia-Eintrag über Intelligenztests zu lesen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenztest

Dort wird auch auf mögliche Fehlerquellen und Abhängigkeiten vom sozialen Status des Probanden hingewiesen.

Man kann den Test von der Süddeutschen machen. Der ist relativ ausführlich. Ich kann hier leider den Link nicht angeben, weil zu viele Cookies ausschließlich die Seiten mit meinem Ergebnis liefern.

Ich habe den Test jetzt gemacht und eigentlich ist das Ergebnis eher erschütternd. Ich bin "dümmer" geworden. Erheblich. Und zwar nach meiner letzten Operation. Insofern hat der IQ-Test schon einen Sinn, weil man eben eine quasi-objektive Darstellung der eigenen Leistungsfähigkeit bekommt.
Da ich mein Geld mit Denken verdiene, ist es schon interessant, wie gut das Hirn noch funktioniert. (Muss eh nicht mehr lange, Ende des Jahres gehe ich in Pension.)

Ich füge hier noch ein Detailergebnis an, welches zeigt, was man aus den Tests entnehmen kann. Interessanterweise habe ich am schlechtesten in der Disziplin Zahlenreihen abgeschnitten. Das war eher immer eine der leichtesten Übungen für mich. Doch ich bin mit der Zeit nicht ausgekommen. Das gibt mir schon zu denken. Es lässt nämlich eine Schlussfolgerung zu: bestimmte Begabungen bleiben nur, wenn sie geübt werden.
Beim Klavierspielen habe ich nicht den Eindruck, dass ich zu langsam "denke". Doch bei bestimmten Aufgaben merke ich, wie langsam ich geworden bin. Statt 10 Sekunden brauche ich 60. Und irgendwann fehlen mir die Sekunden dann am Ende des Tests. Ich glaube nicht, dass ich das durch Üben wieder verbessern kann.
Ich muss mich damit abfinden.
Und irgendwann werde ich mir eine Checkliste gravieren lassen: Schlüssel, Geld, Handy. Bei jedem Verlassen des Hauses werde ich darauf sehen müssen.
-
Tja, das Alter beginnt jetzt!

15
Apr
2015

Tragödie oder notwendiges Opfer

Ich glaube das auch

So traurig der Flugzeugabsturz mit 150 Toten ist, so gut mag er für die allgemeine Flugsicherheit sein.
Ich gehöre ja zu den Menschen, die sehr oft das Gegenteil sehen. Ich bin auch einer derjenigen, die glaubt, dass die Aufklärung in dem betreffenden Fall zu rasch, zu durchsichtig und zu indizienreich passiert ist, um die ganze Wahrheit darzustellen.
Aber darum geht es mir jetzt gar nicht. Ich bin beruflich damit beschäftigt, Softwarefehler zu finden. Aber das betrifft nicht nur Fehler, die bereits in der Software vorhanden sind, sondern auch Fehler, die durch schlechtes Design und fehleranfällige Software-Architektur entstanden sind.
Wie es schon auf einem ganz anderen Gebiet zu lesen war, kann man relativ leicht Autos knacken, die elektronisch abgesichert sind. (Sogar recht bekannte und berühmte Marken, denen man deutsche Gründlichkeit und Zuverlässigkeit zuschreibt.)
Ich glaube daher, dass sich die Geschichte mit den selbstfahrenden Autos für die Allgemeinheit noch eine Weile hinziehen wird. Ich stelle mir z.B. ein Szenario vor, in dem ein Attentäter unter einer Brücke sitzt und eines der vorbeifahrenden Fahrzeuge auf der Autobahn beeinflussen kann. Vermutlich kann eine Massenkarambolage ausgelöst werden. Das gleiche trifft auch zu, wenn ein selbstlenkendes Auto ohne Fahrer von außen risikolos beeinflussbar wird und ganz gezielt an kritischer Stelle einen Massenunfall verursacht.
Der springende Punkt im verlinkten Artikel ist die Angabe von 20 Jahren!
Flugzeuge, die älter sind, sind weniger leicht von außen zu beeinflussen. Doch mit einer neuen, besseren und leistungsstärkeren Elektronik hat man viel Komfort und auch Flugsicherheit eingebaut. Allerdings zielt die letztere auf operatives Verhalten und nicht auf Sicherheit.
Jeder vernünftige Mensch müsste sich fragen, warum so viel Missbrauch im Internet getrieben werden kann. Der Hauptgrund ist der, dass Entwickler in erster Linie kreative, produktive und auch "gute" Menschen sind. Sie denken an die technischen Problem und kommen mit phantastischen Lösungen daher, aber sie denken nicht an die Abgründe im Menschen, der darauf aus ist, ein System zu torpedieren.
Es ist schon erstaunlich, was in einer Software alles schief laufen kann, ohne dass kriminelle Energie im Spiel ist. Wie anfällig muss dann Software gegenüber bösartigen Attacken sein?
Manchmal lesen wir in den Zeitungen vom beginnenden oder bereits stattgefunden habenden Cyberkrieg. Wir verdrängen das recht schnell. Erstens, weil sich die meisten Leute nicht vorstellen können, was da wirklich passiert, und zweitens weil wir als positiv ausgerichtete Menschen gerne verdrängen. (So denkt heute kaum noch ein Mensch an den Systemwechsel im Iran vor mehr als 30 Jahren. Daher wird auch nicht erkannt, dass sich die Ukraine ebenso beeinflussen lässt.)
Also ich gehe einmal davon aus, dass sich auf dem Gebiet der mobilen Sicherheit noch einiges abspielen wird. Doch vielleicht wird das neuliche Flugzeugunglück ein Anlass sein, bestimmte Sicherheitsvorkehrungen zu überdenken.
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