Kultur

30
Apr
2011

Studium für alle

Jetzt werden ja bald wieder die Studiengebühren diskutiert werden.
Wer mich kennt, weiß, dass ich dem Gedanken durchaus nahe stehe. Allerdings wäre ich bereit, studiengebührfreies Studieren zu befürworten, wenn es statt dessen entsprechende Aufnahmeprüfungen gäbe.
Mein Sohn hat mich jetzt auf einen Link aufmerksam gemacht, der kund tut, was man 1869 so als Aufnahmeprüfung für Harvard vorgesehen hatte.
Also abgesehen davon, dass ich kein Griechisch hatte, sind auch die anderen Abschnitte alles andere als einfach. Latein hätte ich wahrscheinlich kurz nach der Matura gepackt.
Bei Geschichte und Geographie hätte ich vielleicht knapp 50% geschafft. Auch bei der Mathematik wäre ich nicht auf 100% gekommen. Die dritte Wurzel händisch ziehen ist ein Hund, außer man darf Logarithmen verwenden, was allerdings nur mit sehr genauen Tafeln geht, wenn man 5 Dezimalstellen ausrechnen soll. (Defakto braucht man nur 4, weil eine 0 ja gegeben ist.)
-
Leider steht nicht, wie viel Zeit man dafür hatte. Da muss schon ein ganzer Tag drauf gegangen sein. Oder das weiß das vielleicht jemand?

Ich glaube, dass hier schon etwas ganz anderes abgeprüft wurde: Ausdauer, Einsatz, Bereitschaft, sich auch um Themen zu kümmern, die einem nicht so liegen. Dann könnten auch Wissenschafter heraus kommen, die über den eigenen Tellerrand schauen können.

Und Leute, die so einen Test (oder das aliquote Gegenstück heutiger Ausbildung, aber in gleicher Tiefe) bestehen, ja die dürfen dann auch umsonst studieren!
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11
Mrz
2011

Kleinkunst

kann ziemlich groß sein.
Manchmal geniere ich mich, wenn ich etwas sehe, was es schon lange gibt und ich "erst jetzt" draufkomme.
Und eine Freundin hat mir schon im Jänner gesagt, sie will da mit mir einmal hingehen, doch Terminschwierigkeiten lassen erst den März als möglichen Termin zu.
Also das Stück wird noch bis in den Mai aufgeführt. Wer mir nur irgendwie vertraut, sollte einfach meiner Empfehlung folgen und so rasch wie möglich hinschauen. Auf der homepage ist vermerkt, welche Vorstellung schon ausverkauft sind.
Man stelle sich vor:
ein voll besetztes Kaffeehaus mit Ausrichtung der Stühle letztlich auf eine kleine Bühne. Was heißt Bühne? Sogar eine Drehbühne. Volle Beleuchtungsriege am Plafond.
Ein Stück, welches in etwa elf Akteure aufweist. Ein Klassiker, Bert Brechts Dreigroschenoper auf Dreigroschenballade umgetextet, neu komponiert. Bühne, Regie, Bedienung im Lokal, alle Akteure, Drehbuch, Komposition, Kostüme, etc., etc. alles von genau zwei Personen geleistet. Allein schon der blitzschnelle Rollenwechsel von Mama zur Tochter und zurück ringt Bewunderung ab. Im Stück selbst kleine adhoc-Berücksichtigungen des Publikums und ein bisschen Kabarett-Einschlag durch Einbeziehung zeitpolitischer Anspielungen.
Das Ganze ein bisschen links ausgerichtet, was aber im Sinne des Stückes punktgenau ausgearbeitet wird. Schmunzeln und Lachen, manchmal etwas gequältes Lachen, nicht wegen der Aufführung sondern weil manche Inhalte so zielgerecht den Finger auf die Wunde legen.
Ein Mackie der Messer, der die Berechtigung der klassischen Glühlampe verteidigt, als gelte es die Bewegung der Erde um die Sonne zu bestätigen.
Sowas habt Ihr noch nicht gesehen. Sowas müsst Ihr euch anschauen.
Ihr wisst noch nicht was?
Es geht um die Klettenheimers.
Alles weitere könnt Ihr dort nachlesen.
Mir persönlich gefallen ja auch die musikalischen Passagen sehr gut, welcher von der Klettenheimerin stammen. Aber dass die beiden, während sie spielen, auch noch fernsteuertechnisch die Beleuchtung und die begleitenden Filmzuspielen kontrollieren, sieht schon fast nach Magie aus.
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9
Jan
2011

Gefunden

im Leipziger Hotel - an der langen Wand:

Aus meiner tiefsten Seele zieht
mit Nasenflügelbeben
ein ungeheurer Appetit
nach Frühstück und nach Leben.
(J.R.)

Ich früstücke gleich viel lustiger, wenn ich das vor Augen habe.
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7
Nov
2010

Alter und Krankheit

Auf Ö1 gab es heute wieder einmal eine faszinierende Reportage im der Serie "Menschenbilder". (Etwas für die Schweizer Freunde)

//oe1.orf.at/artikel/261065

Gottfried Honegger im Alter von 93 Jahren.

Ich war nie krank, weil ich keine Zeit dazu gehabt habe.
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abohn - 7. Mai, 09:56
Gut gewagt!
Ein sehr ansprechender Text! So etwas würde ich auch...
abohn - 25. Apr, 15:30
Eigentlich habe ich deinen...
Eigentlich habe ich deinen Sohn erkannt. Der ist ja...
lamamma - 27. Mär, 12:44
Überrascht
Ich bin wirkliich überrascht, dass gerade Du lamentierst....
lamamma - 26. Mär, 15:30
Wobei nähen sich ja viel...
Wobei nähen sich ja viel direkter geboten hätte.
Schwallhalla - 26. Feb, 10:30

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