Frau
Gaga schreibt
dort:
Und ja: natürlich haben explosive Vorgänge einen Grad an Spannung, die Liebhaber häuslicher Bequemlichkeit als anstrengend einstufen. Charakterfrage (ohne Bewertung). Man braucht schon Begeisterungsfähigkeit für martialische Energien. Polaritäten. Der ganze Kram. Der Kraft einer Explosion liegt Feuer zugrunde. Der Geist der Erneuerung.
Das reizt mich, mich an meiner beruflichen Tätigkeit zu messen, über die ich gerade ein Feedback anläßlich eines Vortrags in der Schweiz bekommen habe.
Ich bin ein Liebhaber häuslicher Bequemlichkeit, wie man aus vorangegangenen Blogeinträgen wohl entnehmen kann.
Das hindert mich allerdings nicht, immer provokanter zu werden, je älter ich werde, vielleicht auch eine Folge wachsenden Selbstvertrauens oder Erfahrung.
Ich polarisiere. Das führt dann zu
negativen Beurteilungen, der folgenden Art. Vom Wort
Verbesserungspotential bekomme ich das Speiben (vulgo Kotzen).
- Farben auf Folien nicht immer gut lesbar; zuviel um alles zu lesen - ja, das stimmt. Lag aber außerhalb meines Einflussbereiches, da ich den Rechner der Konferenz benutzen musste.
- inhaltliche Fehlinterpretation des Themas - das könnte bei enger Auslegung des Abstracts stimmen. Damit kann ich leben, dass jemand im Untertitel "Hype, Trap or Hoax" nicht die Ironie erkennen kann
- graphics - siehe erster Punkt
- Unterlagen lagen nicht vor -sind in diesem Rahmen überhaupt nicht vorgesehen
- wenig Lösungsausätze - waren nicht vorgesehen. Ich bot keine Lösungen an, sondern verlangte, dass man einfach bestimmte Dinge etwas kritischer hinterfragen müsste. Das war auch schon der Inhalt.
- aktuelle Beispiele (Internet) - ich hatte genügend Beispiel auf zwei Folien, über die man tagelang hätte diskutieren können.
- teilweise etwas chaotisch und überladen - mit dem Vorwurf kann ich leben. So bin ich nun mal. Manche schätzen das ja auch. Und auf meinen Folien findet sich etwas anderes, als ich erzähle. Ich halte nichts vom Vorlesen der Folieninhalte.
- Lösungsvorschläge sind zu kurz gekommen - Den Vorwurf gab es schon.
- Präsentation und Tiefe des Thema - Was man halt in 45 Minuten schafft. An einem Workshop-Tag kann man mehr unterbringen.
- SOA besser vorstellen - Das war einfach nicht das Ziel. (SOA steht für service-orientierte Architektur, ein Thema für das mehrtägige Workshops angeboten werden, um Verständnis zu erzielen. Ich erwarte nicht, bei 2+2=4 anfangen zu müssen.)
Man kann wohl daraus entnehmen, dass ich mich schon über manche Kritik ärgere und manchmal auch als berechtigt hinnehmen muss. Getröstet werde ich durch die allgemeine numerische Bewertung, die auch meinen eigenen Ansprüchen genügt, und den positiven qualifizierten Rückmeldungen, die so lauten:
- Info Inhalt - kurz umfassend
- Praxisbezug
- gutes Referat
- high level approach
- stetiger Kontakt zu Teilnehmer
- kritische Hinterfagung von SOA
- kritischer Ansatz
- der Bezug zur Realität
- provokante Ironie
- klare Ausführungen
- Auftritt
- die Praxis-inputs
Und daraus lese ich aus gerade den folgenden Einträgen:
· Praxisbezug
· kritische Hinterfagung von SOA
· kritischer Ansatz
· der Bezug zur Realität
· provokante Ironie
· klare Ausführungen
dass ich mit dem angekommen bin, was ich vermitteln wollte.
Martialisch, polarisierend und mit Begeisterungsfähigkeit.
Die letztere Eigenschaft ist allerdings auch diejenige, die ich bei Mitarbeitern fast noch mehr als fachliche Kenntnis erwarte.