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Sonntag, 4. Mai 2008

Das Zwich des Bloggers

So gern der Blogger seine Gefühle öffentlich macht, so sehr überlegt er sich manchmal, ob das wirklich ratsam wäre. Ja vor allem dann, wenn er eine andere Person vorzugeben scheint, möchte er dieser Person doch einige seiner eigenen charakteristischen Züge einverleiben. Er befindet sich also in dem Dilemma, das alter ego mit dem ich zu verfremden.
Was dabei herauskommt, ist das Zwich, eine bislang noch wenig erforschte Entität des Bloggens.
In diesem Beitrag wurde nur die männliche Form verwendet, um die Prägnanz des Gesagten zu unterstützen. Selbstverständlich sind auch die Damen, Bloggerinnen, die "sie"s und andere weibliche Formen angesproochen.

Freitag, 2. Mai 2008

Das Ich des Bloggers

Es gibt unterschiedlichste Gründe, die zum Bloggen veranlassen. Wenn einem die Frage gestellt, wieso man sich soviel Zeit antut, um etwas ohne ökonomischen Nutzen zu gestalten (was in den allermeisten Fällen zutrifft), scheint es fast, dass man sich für die Begründungen genieren sollte.
Eitelkeit ist im Spiel, Exhibitionismus, vielleicht auch eine Spur Missionarstum. In einigen spielerisch angelegten Blogs, die eher einem Chat ähneln, scheint es um Humor zu gehen, doch vom Kalauern geht es schnell in Beleidigungen, wenn eine bestimmte Gruppe von außen angesprochen wird.
Wenn man der ursprünglichen Erklärung des Tagebuch-Führens folgt, so kommt eine Inversion ins Spiel. Das Tagebuch wurde bisher als das Geheimste geführt, in das niemand sonst Einblick erhielt. Jetzt wird es das Öffentlichste, welches sich nun tatsächlich ähnlich geheim gestaltet, in dem es in der Menge anonymisiert wird.
In den satirischen Erzählungen, welche in "per Anhalter durch die Galaxis" aneinandergereiht werden, wird eine besonders schlimme Strafe dargestellt. Ich meine hier nicht Vogonen-Poesie sondern ein Gerät, in das man eingeschlossen wird und nach einer Viertelstunde verrückt heraus kommt. Im Gerät kann man die Unermeßlichkeit des Universums und seine eigene Bedeutungslosigkeit zugleich sehen. Nur ein einziger kann dieser Strafe widerstehen, weil er so von seiner Wichtigkeit im Universum überzeugt ist, dass er damit sogar das Gerät ad absurdum führt.
Durch die Veröffentlichung seines Tagebuches gelingt dem Blogger oder der Bloggerin ein ähnlicher Trick. In seinem Tagebuch ist er die Hauptperson, seine Einträge spannen sein eigenes Universum auf. Ungleich der schriftlichen, privaten Form bietet die öffentliche Form nun Interaktion an. Andere verkehren mit dem aufgespannten Universum.
Im Gegensatz zur physikalischen Multiversen-Theorie, wo die Universen sich gegenseitig nicht beeinflussen, - so glaubt man zumindest - spielen sich in den Multiblogversien fremde Einflüsse ab. Gespräche, Bilder, Musik, Filme und reale Treffen geben dem eigenen Universum Bedeutung und Wichtigkeit, wobei es so etwas wie eine soziale Gerechtigkeit zu geben scheint. Jeder fängt bei Null an, lernt langsam, sich zu bewegen und mit dem anderen umzugehen, wird schließlich ebenso aufgrund bestimmter sozialer Fähigkeiten beurteilt.
Eine Reihe von Vorurteilen fallen flach, dafür fallen andere an.
Für oder gegen das Bloggen lässt sich genauso viel anbringen wie für oder gegen das Lesen.
Flucht für den einen mag Bereicherung für den anderen sein.
Doch im eigenen Blog kann man nie mehr unwichtig werden, denn darin ist man die wichtigste Person.

Sonntag, 27. April 2008

Warnung - doppelte Vernetzung

Wenn man heute ein "social profile" im Internet ausfüllt, hat man die Wahl, wieviel man über sich preisgibt. Manchmal gibt man sogar private Telefonnummern ein, die allerdings so lange unter Verschluss gehalten werden, bis eine ausdrückliche Autorisierung eines bestimmten Lesers oder Leserin erfolgt.
Durch Bloggertreffen und Bloggerevents treten einige Blogger aus der Anonymität heraus. In bestimmten Gruppen kennt jeder jeden und das auch von Angesicht zu Angesicht. Die Gruppendynamik innerhalb einer Blog-Community wie twoday ist eine eigene Sache und wäre vermutlich schon ausreichend Stoff für Diplomarbeiten oder Dissertationen. Gegenüber anderen Bloggern hingegen wird eine eiserne Maske aufgesetzt.
Jetzt gibt es aber auch andere Communities, bei denen die Mitglieder gerade an Nicht-Anonymität interessiert sind. Dort stellen sie sämtliche Informationen hinein, von denen sie annehmen, dass sie für allfällige Kunden oder zumindest "Networking contacts" relevant sind.
Von Zeit zu Zeit suche ich im Netzwerk xing nach jemandem und bin dann immer sehr überrascht, wenn ich durch Zufall auf Leute stoße, die hier auf twoday nur unter dem Siegel absoluter Anonymität anzutreffen sind.
Da ich mir nicht die Mühe mache, nach Leuten zu suchen, die mir unsympathisch sind, finde ich bisher nur solche Personen, deren Blog-Einträge zum Lesen reizen.
Sollte aber jemand in beiden Netzen vernetzt sein, so darf er oder sie annehmen, dass die Verbindung irgendwann hergestellt wird.
-
Dann sind auch Blogger so transparent, wie sie sich im Geschäftsverkehr geben. Ich behaupte nicht, dass das schlecht ist, doch ich kann mir nicht vorstellen, dass es jedem bewusst ist.

Montag, 21. April 2008

Nachlese 1

Auf den meisten Bildern vom Fest sind ja Personen abgebildet, von denen ich mir erst eine notariell beglaubigte Einverständniserklärung einholen muss, falls sie hier abgebildet werden sollen.
Die Blumen können sich nicht wehren.
Daher ist dieser Blumenstrauss vor allem meinen Leserinnen gewidmet.

Fruehling2

In dieser Größe darf man allerdings abbilden:

Gruppe-klein

Freitag, 18. April 2008

Genre

So sehe ich den Kölner Dom nach ein paar kleinen Bierchen.

KoelnerDom

Alt

Alt! "Da kann man alt werden." ist eine beliebte Redewendung um zu kennzeichnen, dass man auf etwas lange warten muss. Wenn man im Uerige auf ein Alt wartet, kann man alt werden.
uerige

Alt heißt übrigens das obergärige Bier, wofür Düsseldorf berühmt ist, und an dass ich mich durchaus gewöhnen könnte. Wenn es einfach ins Glas käme. Sowohl beim Kölsch als auch beim Alt versucht man mir weis zu machen, dass das Nachschub-Bier früher am Tisch steht, als man das alte ausgetrunken hat.
Mitnichten!
Dr. Scheins Augenbrauenheben hat ja in Köln den gewünschten Rhythmus erzeugen können.Gregor Keuschnig war hingegen chancenlos. Da brüllte es durch den Saal (siehe Bild): "Schreien kannst Du mit deinem Papa, nicht mit mir!" Das galt nicht Gregor Keuschnig sondern dem anderen Kellner. Es war in einem ausländischen Dialekt hervorgebracht, der später als griechisch diagnostiziert wurde. Mit Hilfe der pixelisierten Nachbarn, die tatsächlich aus Düsseldorf stammten.
Anfangs war dieser Grieche noch sehr reserviert, schlussendlich gab er mir zum Abschied sogar die Hand.
Auf dem Häusl gibt es eine bestens aufgelegte Afro-Amerikanerin (muss aber nicht aus Amerika stammen), die lacht und trällert und mir mit ihrer guten Laune ein schönes Trinkgeld entlockt hat.
Und insgesamt ist das Lokal schon in Ordnung. Ich bekam auf dem Weg zum Häusl Schnupftabak aufgedrängt, durfte Wiener Operettenlieder intonieren.
Und in Wirklichkeit hat es schon gepasst, was nicht zuletzt dem Umstand zuzuschreiben ist, dass Gregor Keuschnig in persona genauso eine erfreuliche Überraschung war, (obwohl man das eigentlich gar nicht so sagen kann, die Erwartungshaltung war schon in diese Richtung.) wie es sich zwei Tage zuvor bei Dr. Schein herausgestellt hat.
Wie sagt Gregor Keuschnig? "Hinter all der Anonymität verstecken sich reale Personen. Wirkliche Personen." Diese stellen sich dann nach einem zweijährigen Virtualkontakt als äußerst angenehm und umgänglich heraus.
Wie sagt Hans Sachs? "Keiner kann ganz schlecht sein, er hält's auf die Dauer nicht aus." Genauso kann keiner schlecht sein, von dem man jahrelang Erfreuliches und zum Nachdenken Verleitendes liest.
Jetzt habe ich eigentlich Lust, all die anderen kennenzulernen, an deren Blogeinträgen ich mich tagtäglich ergötzen kann.
Manchmal ist es ja besser, es bei einer guten Vorstellung zu belassen. Doch die letzten Tage haben mir gezeigt, dass die virtuelle Welt durch den realen Kontakt noch sehr dazugewinnen kann.
Es sei denn, man muss auf sein Alt warten.
Da kann man alt werden.

Sonntag, 13. April 2008

Frühling

Ausblick aus dem Fenster:

Kirsche0804

Sonntag, 9. März 2008

Blogpsychologie

Woran erkennt man den Psychiater im Striptease-Club? Er ist der einzige, der nicht auf die Mädchen sondern auf das Publikum schaut.
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Manchmal komme ich mir auch so vor. Ich lese in den Blogs nicht nur die Inhalte sondern die Veränderungen. Zwei Jahre ist schon eine gute Beobachtungsdauer, um festzustellen, dass sich etwas in der Ausdrucksweise oder Gesinnung eines Menschen geändert hat. Veränderte Lebensumstände, einschneidende Ereignisse, Lerneffekte, alles Mögliche kann zu einer Veränderung des Stils, der Länge von Einträgen und von der immanenten Grundstimmung kommen.
Manche Blogger bestechen durch eine unverwüstbare Konstanz. Einen aus einem anderen Forum technischer Natur kann ich langsam als senilen, eingefahrenen Trottel bezeichnen, vor dem ich zwar noch immer Achtung habe, doch in Wirklichkeit kann ich seine technische Autorität nicht mehr ernst nehmen.
Subtiler sind die Veränderungen in Blogs, welche die Tagesverfassung beschreiben.
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Stetigkeit und Verlässlichkeit im Charakter gelten vermutlich als positive Eigenschaften. Ich gestehe aber für meinen Teil, dass mir die lieber sind, an denen ich Veränderungen bemerke.

P.S. falls mir jemand schreiben möchte, dass zwischen Psychologie (Titel) und Psychiatrie (Witz) ein großer Unterschied besteht, hat er recht. Der Originalwitz verwendet halt leider den Psychiater.

Samstag, 26. Januar 2008

Draußen scheint die Sonne ...

ausnahmsweise habe ich heute einen beruflichen Termin.
Die ganze Woche war ziemlich anstrengend, abwechselnd Vorbereitungen unter Zeitdruck und fachliche Präsentationen.
Ich muss mich wohlfühlen, wenn dann vollkommen locker von mir als einem zufriedenen Menschen gesprochen wird.
Es ist die beste Rückmeldung, die ich bekommen kann. Mehr strebe ich nicht an, selbst wenn sich meine Löffelliste etwas fordernd anhört.

Dienstag, 22. Januar 2008

Freunde versus Internet

Kürzlich fiel mir auf, dass von meinen engen Freunden und Freundinnen kaum jemand bloggt. Ich spreche da von den Freunden, die mich auch zuhause besuchen oder mit denen es regelmäßige Tarockabende mit nettem Geplauder gibt.
Ist schon irgendwie komisch

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