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Samstag, 28. Juni 2008

zum 5. Mal

halte ich nächste Woche eine Vorlesung in Leipzig, die mir sehr am Herzen liegt. Es geht um Software-Architektur. Obwohl es ein anstrengender Parforce-Ritt ist - 30 Stunden in vier Tagen, empfinde ich es doch als eine Art Urlaub und Regeneration, weil es mir die Möglichkeit gibt, das, was ich selbst gelernt habe, weiter zu geben.
Und das bisherige Echo war immer eine große Bestätigung.
Danach gebe ich mir noch vier Tage Berlin und dann kommt noch eine Bloggerin mit Mann nach Wien.
Viel Bloggerei wird es daher in der nächsten Woche nicht geben. Aber wer weiß. Vielleicht gibt es auch nettes von Leipzig zu berichten und die Kamera nehme ich mit...

Sonntag, 15. Juni 2008

Jubiläum

50.000 Klicks auf diese Adresse mit ungefähr der dreifachen Menge an Seiten, die gelesen wurden, ist nicht viel, wenn der Vergleich mit den Top-Besucher-Seiten angestellt wird. Theoretisch hätte ich auf 300.000 Besuche in zwei Jahren kommen können, wenn ich jeden Artikel so verfasst hätte, wie ich es testweise bei einigen Postings getan habe. Und mehr hätte ich nicht geschafft, ohne bestimmte selbstbestimmte Grenzen zu überschreiten.
Aber so bin ich auch zufrieden. Manche meiner Einträge werden kaum gelesen, bei anderen wundere ich mich über die starke Resonanz.
Da ich nicht weiß, wann genau der 50.000ste Leser zuschlägt, (es wird in dieser Woche sein) habe ich mir ein Themenprogramm vorgenommen, welches sich für mich stimmig zusammenstellt und von einer Art Story getragen wird.
Es geht wieder einmal um ein Rätsel. gesucht ist ein Sänger und Songwriter, der mir erst im Jahre 1997 bekannt gemacht wurde. 2004 erschien er in den britischen Charts.
Anhand dieses Grobkontextes ergeben sich folgende Themen:
1) Einfluss von Literatur auf Kinder
2) Kann es Freundschaft zwischen Mann und Frau geben
3) Wie sieht man verzögerte Befriedigung an ("delayed satisfaction")
4) Was bedeutet Ruhm, wenn er nicht mehr den lebenden Menschen erreicht
5) Kann Ruhm angestrebt werden
6) Wie geht man mit Misserfolg um
7) Welche Musik hört man zu welchen Gelegenheiten

Samstag, 14. Juni 2008

Bloggertreffen Wien

Es waren zwar nicht alle Wiener Blogger anwesend, doch sagt man "tres sunt collegium" und da waren es ja schon 5, wobei sich David Ramirer eigentlich auch angemeldet hatte.
Eine ganz vergnügliche Lesung von Barbara Lehner, die als Zugabe auch ihre Winner_Story zum besten gab, untermalt von Eleonore Petzel, welche die Songs überaus passend zu den gerade gelesenen Geschichten sogar mit Bildern untermalte. Wenn man aber die Augen zumacht und den A-Capella-Gesang nur mit den Ohren wahrnimmt, könnte man sich in New Orleans oder im tiefsten Georgia wähnen. Unglaublich, was für eine Stimmfülle!
Das Kaninchen Bruno sagt wohl nur Insidern etwas, aber das lässt sich ja sicher noch einmal nachholen.
Der Schmuck von Christine Mark gefällt mir sehr gut, aber Frau Columbo ist diesbezüglich äußerst schwer zu beschenken.
Ich freue mich schon auf die nächste Gelegenheit...

Dienstag, 27. Mai 2008

Hygiene

Dieser Eintrag sieht sich als Dienstleistung am geneigten Blog-Klicker.
die Seite wird schnell geladen, kann rasch verstanden und weg-geklickt werden.
im Gegensatz zum vorigen Beitrag;)

Heute bin ich gut drauf. ein Vortrags-Paper voon mir wurde akzeptiert und wird auch in den Proceedings aufscheinen. bisher ist mri das nur in Amerika gelungen.

Sonntag, 4. Mai 2008

Das Zwich des Bloggers

So gern der Blogger seine Gefühle öffentlich macht, so sehr überlegt er sich manchmal, ob das wirklich ratsam wäre. Ja vor allem dann, wenn er eine andere Person vorzugeben scheint, möchte er dieser Person doch einige seiner eigenen charakteristischen Züge einverleiben. Er befindet sich also in dem Dilemma, das alter ego mit dem ich zu verfremden.
Was dabei herauskommt, ist das Zwich, eine bislang noch wenig erforschte Entität des Bloggens.
In diesem Beitrag wurde nur die männliche Form verwendet, um die Prägnanz des Gesagten zu unterstützen. Selbstverständlich sind auch die Damen, Bloggerinnen, die "sie"s und andere weibliche Formen angesproochen.

Freitag, 2. Mai 2008

Das Ich des Bloggers

Es gibt unterschiedlichste Gründe, die zum Bloggen veranlassen. Wenn einem die Frage gestellt, wieso man sich soviel Zeit antut, um etwas ohne ökonomischen Nutzen zu gestalten (was in den allermeisten Fällen zutrifft), scheint es fast, dass man sich für die Begründungen genieren sollte.
Eitelkeit ist im Spiel, Exhibitionismus, vielleicht auch eine Spur Missionarstum. In einigen spielerisch angelegten Blogs, die eher einem Chat ähneln, scheint es um Humor zu gehen, doch vom Kalauern geht es schnell in Beleidigungen, wenn eine bestimmte Gruppe von außen angesprochen wird.
Wenn man der ursprünglichen Erklärung des Tagebuch-Führens folgt, so kommt eine Inversion ins Spiel. Das Tagebuch wurde bisher als das Geheimste geführt, in das niemand sonst Einblick erhielt. Jetzt wird es das Öffentlichste, welches sich nun tatsächlich ähnlich geheim gestaltet, in dem es in der Menge anonymisiert wird.
In den satirischen Erzählungen, welche in "per Anhalter durch die Galaxis" aneinandergereiht werden, wird eine besonders schlimme Strafe dargestellt. Ich meine hier nicht Vogonen-Poesie sondern ein Gerät, in das man eingeschlossen wird und nach einer Viertelstunde verrückt heraus kommt. Im Gerät kann man die Unermeßlichkeit des Universums und seine eigene Bedeutungslosigkeit zugleich sehen. Nur ein einziger kann dieser Strafe widerstehen, weil er so von seiner Wichtigkeit im Universum überzeugt ist, dass er damit sogar das Gerät ad absurdum führt.
Durch die Veröffentlichung seines Tagebuches gelingt dem Blogger oder der Bloggerin ein ähnlicher Trick. In seinem Tagebuch ist er die Hauptperson, seine Einträge spannen sein eigenes Universum auf. Ungleich der schriftlichen, privaten Form bietet die öffentliche Form nun Interaktion an. Andere verkehren mit dem aufgespannten Universum.
Im Gegensatz zur physikalischen Multiversen-Theorie, wo die Universen sich gegenseitig nicht beeinflussen, - so glaubt man zumindest - spielen sich in den Multiblogversien fremde Einflüsse ab. Gespräche, Bilder, Musik, Filme und reale Treffen geben dem eigenen Universum Bedeutung und Wichtigkeit, wobei es so etwas wie eine soziale Gerechtigkeit zu geben scheint. Jeder fängt bei Null an, lernt langsam, sich zu bewegen und mit dem anderen umzugehen, wird schließlich ebenso aufgrund bestimmter sozialer Fähigkeiten beurteilt.
Eine Reihe von Vorurteilen fallen flach, dafür fallen andere an.
Für oder gegen das Bloggen lässt sich genauso viel anbringen wie für oder gegen das Lesen.
Flucht für den einen mag Bereicherung für den anderen sein.
Doch im eigenen Blog kann man nie mehr unwichtig werden, denn darin ist man die wichtigste Person.

Sonntag, 27. April 2008

Warnung - doppelte Vernetzung

Wenn man heute ein "social profile" im Internet ausfüllt, hat man die Wahl, wieviel man über sich preisgibt. Manchmal gibt man sogar private Telefonnummern ein, die allerdings so lange unter Verschluss gehalten werden, bis eine ausdrückliche Autorisierung eines bestimmten Lesers oder Leserin erfolgt.
Durch Bloggertreffen und Bloggerevents treten einige Blogger aus der Anonymität heraus. In bestimmten Gruppen kennt jeder jeden und das auch von Angesicht zu Angesicht. Die Gruppendynamik innerhalb einer Blog-Community wie twoday ist eine eigene Sache und wäre vermutlich schon ausreichend Stoff für Diplomarbeiten oder Dissertationen. Gegenüber anderen Bloggern hingegen wird eine eiserne Maske aufgesetzt.
Jetzt gibt es aber auch andere Communities, bei denen die Mitglieder gerade an Nicht-Anonymität interessiert sind. Dort stellen sie sämtliche Informationen hinein, von denen sie annehmen, dass sie für allfällige Kunden oder zumindest "Networking contacts" relevant sind.
Von Zeit zu Zeit suche ich im Netzwerk xing nach jemandem und bin dann immer sehr überrascht, wenn ich durch Zufall auf Leute stoße, die hier auf twoday nur unter dem Siegel absoluter Anonymität anzutreffen sind.
Da ich mir nicht die Mühe mache, nach Leuten zu suchen, die mir unsympathisch sind, finde ich bisher nur solche Personen, deren Blog-Einträge zum Lesen reizen.
Sollte aber jemand in beiden Netzen vernetzt sein, so darf er oder sie annehmen, dass die Verbindung irgendwann hergestellt wird.
-
Dann sind auch Blogger so transparent, wie sie sich im Geschäftsverkehr geben. Ich behaupte nicht, dass das schlecht ist, doch ich kann mir nicht vorstellen, dass es jedem bewusst ist.

Montag, 21. April 2008

Nachlese 1

Auf den meisten Bildern vom Fest sind ja Personen abgebildet, von denen ich mir erst eine notariell beglaubigte Einverständniserklärung einholen muss, falls sie hier abgebildet werden sollen.
Die Blumen können sich nicht wehren.
Daher ist dieser Blumenstrauss vor allem meinen Leserinnen gewidmet.

Fruehling2

In dieser Größe darf man allerdings abbilden:

Gruppe-klein

Freitag, 18. April 2008

Genre

So sehe ich den Kölner Dom nach ein paar kleinen Bierchen.

KoelnerDom

Alt

Alt! "Da kann man alt werden." ist eine beliebte Redewendung um zu kennzeichnen, dass man auf etwas lange warten muss. Wenn man im Uerige auf ein Alt wartet, kann man alt werden.
uerige

Alt heißt übrigens das obergärige Bier, wofür Düsseldorf berühmt ist, und an dass ich mich durchaus gewöhnen könnte. Wenn es einfach ins Glas käme. Sowohl beim Kölsch als auch beim Alt versucht man mir weis zu machen, dass das Nachschub-Bier früher am Tisch steht, als man das alte ausgetrunken hat.
Mitnichten!
Dr. Scheins Augenbrauenheben hat ja in Köln den gewünschten Rhythmus erzeugen können.Gregor Keuschnig war hingegen chancenlos. Da brüllte es durch den Saal (siehe Bild): "Schreien kannst Du mit deinem Papa, nicht mit mir!" Das galt nicht Gregor Keuschnig sondern dem anderen Kellner. Es war in einem ausländischen Dialekt hervorgebracht, der später als griechisch diagnostiziert wurde. Mit Hilfe der pixelisierten Nachbarn, die tatsächlich aus Düsseldorf stammten.
Anfangs war dieser Grieche noch sehr reserviert, schlussendlich gab er mir zum Abschied sogar die Hand.
Auf dem Häusl gibt es eine bestens aufgelegte Afro-Amerikanerin (muss aber nicht aus Amerika stammen), die lacht und trällert und mir mit ihrer guten Laune ein schönes Trinkgeld entlockt hat.
Und insgesamt ist das Lokal schon in Ordnung. Ich bekam auf dem Weg zum Häusl Schnupftabak aufgedrängt, durfte Wiener Operettenlieder intonieren.
Und in Wirklichkeit hat es schon gepasst, was nicht zuletzt dem Umstand zuzuschreiben ist, dass Gregor Keuschnig in persona genauso eine erfreuliche Überraschung war, (obwohl man das eigentlich gar nicht so sagen kann, die Erwartungshaltung war schon in diese Richtung.) wie es sich zwei Tage zuvor bei Dr. Schein herausgestellt hat.
Wie sagt Gregor Keuschnig? "Hinter all der Anonymität verstecken sich reale Personen. Wirkliche Personen." Diese stellen sich dann nach einem zweijährigen Virtualkontakt als äußerst angenehm und umgänglich heraus.
Wie sagt Hans Sachs? "Keiner kann ganz schlecht sein, er hält's auf die Dauer nicht aus." Genauso kann keiner schlecht sein, von dem man jahrelang Erfreuliches und zum Nachdenken Verleitendes liest.
Jetzt habe ich eigentlich Lust, all die anderen kennenzulernen, an deren Blogeinträgen ich mich tagtäglich ergötzen kann.
Manchmal ist es ja besser, es bei einer guten Vorstellung zu belassen. Doch die letzten Tage haben mir gezeigt, dass die virtuelle Welt durch den realen Kontakt noch sehr dazugewinnen kann.
Es sei denn, man muss auf sein Alt warten.
Da kann man alt werden.

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