Unser Hundeviech ist normalerweise nicht ängstlich und kommt auch mit Sylvester gut zurecht. Doch jetzt eben liegt er neben mir, ganz nahe beim Schreibtisch - am besten noch näher - und fürchtet sich vor den Geräuschen, die der Hagel macht. Zwei-Zentimeterstücke kommen da herunter.
Jetzt beim Donnerschlag verkriecht er sich ganz unter dem Schreibtisch.
Das Epizentrum ist jetzt vermutlich schon 2 km weiter. Aber es klingt wirklich unheimlich. Es will mir vorkommen, dass es der erste Hagelschlag ist, den ich seit 1991, also seit wir in diesem Haus wohnen, mit der Intensität erlebt habe.
Ich bin schon gespannt, wie es im Garten aussehen wird.
steppenhund - 1. Jun, 18:12
war einer der häufig gehörten Sätze, als ich ein Kind war. In den Sechzigerjahren gab es auch Wetterberichte. Die waren aber meistens mit einer sehr geringen Eintreffwahrscheinlichkeit gesegnet. In den Ferien konnte man den Bauern wesentlich mehr vertrauen, die aus bestimmten Wolkenformationen in den Bergen das Wetter des nächsten Tages voraussagten.
Das hätte ein Firmenskiwochenende werden sollen. Da unser Firmenchef sehr besonnen ist, wurde es abgesagt, als vorgestern die Sturmwarnung ausgegeben wurde. Aus Sicherheitsgründen. Zu Recht, wie sich nach dem Anschauen der Nachrichten jetzt herausstellt.
Es hat sich etwas verändert seit meiner Kindheit.
Manche Rechenmodelle sind schon ziemlich perfektioniert. (Es ist dies auch ein Resultat von immer besseren Mathematikmethoden, welche die meisten Leute ablehnen, weil die Mathematik im echten Leben zu nichts nütze ist.)
Vermutlich stimmen auch andere Vorhersagemodelle heute besser als vor 50 Jahren, doch glaubt man ihnen nicht. Man verlacht die Vorhersagen des Club of Rome, die selbstverständlich nicht eingetroffen sind, weil sich nach der Veröffentlichung der ersten Ergebnisse die Verhaltensweisen geändert haben.
Es wird teilweise ja soviel Schindluder mit Statistiken getrieben, dass ein gewisser Pessimismus angebracht ist. Die Fälschung einer Statistik kann man am besten erkennen, wenn man die Frage nach dem "Cui bono" (Wem nützt es?) stellt.
Aber jetzt komme ich wieder zum Wetter zurück. Als New Orleans zerstört wurde, hatte man schon gewusst, dass die Stadt im Falle eines derartigen Unwetters nicht geschützt wäre.
Nehmen wir an, dass das häufigere Auftreten von Stürmen als Folge einer Veränderung des Weltklimas hingenommen werden muss, so wird sich dies sicher in Bauordnungen und Sicherheitsbestimmungen niederschlagen.
Der Sturm hat sein Gutes. Wir fangen langsam an, uns Gedanken über mögliche Auswirkungen zu machen. Könnte eine relativ einfache Sache wie ein heftiger Wind unseren auf Technik basierenden Tagesablauf empfindlich stören?
Ja, er kann - glaube ich. Aber wen kümmert schon, was ich glaube?
steppenhund - 1. Mrz, 20:12
Wenn ich das Handy zuhause vergessen habe - Uhr trage ich schon lange nicht mehr - und ich wissen will, wie spät es ist, dann verwende ich die Hundeuhr.
Ich stelle Jeanluc zwischen die Sonne und eine ebene Fläche und verwende den Schatten des Schwanzes als Zeiger.
Ich weiss zwar noch nicht genau, wie spät es dann ist, weil ich die Uhrzeit auf dieser Uhr noch nicht ablesen kann. Aber ich fühle mich großartig, weil ich eine neue Uhr erfunden habe.

steppenhund - 10. Feb, 02:41
Heute bot sich genau das gleiche Bild, auch wenn dieses aus den ersten sonnigen Jännertagen von 2008 stammt.
Falls noch irgendwo Blätter gewesen wären, haben die die Stürme verblasen. Plötzlich wird die Landschaft durchsichtig.
Dem Hund ist das egal, der schnüffelt an den gewohnten Stellen und fühlt sich in jeder Jahreszeit zuhause.

steppenhund - 10. Feb, 02:36