Lifestyle

Sonntag, 11. Mai 2008

Pfingsten in Wien

- und Muttertag.
Der letztere wird bei uns nicht gefeiert. Wurde es nie, obwohl Frau Columbo eine der besten Mütter ist, die man sich für unsere Kinder vorstellen kann.
Doch es ist Tochtertag. Wenn diejenige einmal aus Graz zu Besuch kommt, ist das eine Freude. Da ich mir heute die Karten für die morgige Opernvorstellung abholen musste, fuhren meine Tochter und ich in die Operngasse und ich lud sie standesgemäß auf ein Frühstück beim Sacher ein. Es ist eigentlich nicht unser Stand, aber meine Tochter ist ja mittlerweile Touristin. Touristen muss man das beste bieten, was Wien aufzubieten hat. (Sofern das Sacher das ist.)
Aber eines ist sicher. Ich selber freue mich über Wien genauso wie ein Tourist und bin froh, dass ich mir die Sicht erhalten konnte, die von Wien immer wieder neu begeistert ist. (Daher ein paar Bilder für diejenigen, denen es nicht so leicht fällt, nach Wien zu kommen.)
So gefällt mir die Ringstraße ausnehmend gut. Breite 57m. Das mussten wir einmal in der Volksschule lernen, samt einer Querschnittszeichnung. Ich war damals schon begeistert.
2008PfingstenRingvonderOper

Ringstrasse Hauptfahrbahn gesehen von der Ecke Operngasse.

2008PfingstenRingSeitenstrasse

Die rechte Seitenstraße. Man kann einen Eindruck von der Art der Häuser bekommen, welche an der Ringstraße liegen. Die meisten davon sind sowieso Prachtbauten und berühmt.

2008PfingstenRingSeitenstrasse180

Wenn ich mich am gleichen Standpunkt um 180 Grad drehe, blicke ich direkt auf die Wiener Staatsoper, die eines der allerbesten Orchester der Welt beheimatet. (Manche sagen ja, es ist das allerbeste:)

2008PfingstenOperngasse2PSklein

In Wien fährt man entweder Citroen 2CV oder echte 2HP.

2008PfingstenOperRueckseite2

So sieht es dann aus, wenn man im Schanigarten des Hotel Sacher sitzt. Das prominente Gebäude rechts ist die Hinterseite der Staatsoper. Vor dem Eingang parken auch ab und zu ein paar Fiaker und im Hintergrund kann man die querende Kärntnerstraße erahnen.

2008PfingstenSkeptisch

Dass meine Tochter ein etwas skeptisches Gesicht macht, ist nur allzuleicht zu verstehen. Ihre eigene Sachertorte schmeckt ungleich saftiger. Aber das ist ja ein offenes Geheimnis, welches jeder, der
den Wettstreit um das Rezept der Sachertorte kennt, begreifen mag.

2008PfingstenAgent

Zuletzt noch Agent Steppenhund, der sichtlich mit sich und der Welt um ihn zufrieden ist. Es ist ja wirklich ein herrlicher Pfingstsonntag mit einem wolkenlosen, blauen Himmel.
So soll es sein.
Und jetzt in den Garten gerauscht und gearbeitet.

Montag, 17. März 2008

Ausbeute

Wurzeralm1 Der Wetterbericht war nicht berühmt. Um so größer war die Freude, dass wir zu eineinhalb Tagen wunderbaren Skifahrens kamen. Die kleinen Aufsteh- und Gehschwierigkeiten, die mich heute in der Früh befallen haben, schreibe ich auf das Konto "Man sollte es halt einfach öfter machen."
Das Bild habe ich deswegen ausgewählt, weil man darauf so schön sehen kann, dass es für die Leute im Tal einen bedeckten Himmel gab. Da freut man sich doch gleich doppelt, wenn man sich über die nachteiligen Bedingungen der Niederungen erhoben hat.

Sonntag, 2. März 2008

Die Kinder wollen heiraten

Die Kindeseltern treffen sich zum ersten Mal. Es ist nett, wenn wir feststellen, dass die Eltern des Kindespartner auf ähnlicher Wellenlänge schwingen.
Ich glaube ja, dass der Erfolg von Beziehungen sehr stark davon beeinflusst ist, ob die Kinder aus ähnlichen Ställen kommen. Umso erfreulicher ist es, wenn man sich dann anregend und nett unterhalten kann und es zu keinen ungewollten Stillständen in der Kommunikation kommt.
Hoffentlich stimmt meine These, den Kindern wäre es zu gönnen...

Donnerstag, 21. Februar 2008

Kunst

Kunst

Sonntag, 3. Februar 2008

Erwachen

[Für diesen Text hat es eine krankheitsbedingte Verzögerung von einer Woche gegeben. Nach einer Woche werden manche spontane Reaktionen etwas gemäßigter. Im Grunde bleibt das Szenario aber das Gleiche.
Ich setze voraus, dass das passieren wird, was immer passiert. Wenn etwas dem Menschen machbar erscheint, wird er es trotz irgendwelcher zurückhaltender Bedenken bis an die Grenzen auszureizen versuchen.
Nehmen wir an, dass das Klima kippt. Das Leben wird unwirtlich werden, aber da ist die Menschheit schon einige Male durchgekommen. Nehmen wir an, dass der gläserne Mensch unser Leben effizienter als heute bestimmt. Es ist nichts anderes als eine erneute, vielleicht etwas drastischere Form der Diktatur, mit der sich die Menschen abfinden müssen.]


Die folgenden Zeilen finden sich in einem Wikipedia-Eintrag zum Thema minusvital im Jahr 2110.

2008 liefen die Forschungen in der Genmanipulation ziemlich erfolgreich ab. Alles sah wunderbar aus. Die ersten Begüterten konnten es sich leisten, ihren Nachwuchs genetisch aufzupeppen. Die Kluft zwischen Arm und Reich wurde dadurch noch ein bisschen vergrößert, aber das hatte nur quantitativen, keinen qualitativen Charakter. Die neue Jugend wuchs mit hervorragenden Eigenschaften auf. Im Jahr 2040 war es übliche Praxis für jeden, der es sich leisten konnte, seine Kinder genetisch manipulieren zu lassen.
Die Alternative für genmanipulierten Nachwachs waren die Kinder aus der Retorte. Arme Leute gaben der Pille danach den Vorzug, da es zu deprimierend war, anzusehen, wenn die eigenen Kinder keine Chance im Lebensprozess hatten.
Nach einer gewissen Latenzzeit von weiteren zwanzig Jahren traten die ersten Schwierigkeiten bei der weiteren Zucht aus der Retorte auf. Ungefähr zum gleichen Zeitpunkt - die ersten dokumentierten Fälle sind mit 2062 festgehalten - stellte es sich heraus, dass die Kinder der ersten genmanipulierten Generation keinen Nachwuchs zeugen konnten. Ein Forschungsprojekt wurde ins Leben gerufen. Man versuchte, achtzigjährige Opas mit jungen Frauen zu kreuzen. Das hatte nicht funktioniert. Scheinbar hatten die Eizellen einen nicht erkennbaren Defekt. Umgekehrt ging man in die Reservate und versuchte, Frauen ohne Zivilisationskontakt mit den neuen, jungen Männern zu paaren. Das Resultat war gleichermaßen negativ.
Die Bevölkerung war damals so groß, dass nicht sofort eine Panik aufbrach. Einige Dynastiehäupter wollten nichts unversucht lassen, um ihr Geschlecht in die Nachwelt zu perpetuieren.
2071 erforschte ein Forscherteam eine ganz kleine DNA-Kette, welche 2008 zu den "vom Menschen gar nicht erst ausgenützten Gen-Potential" zugerechnet worden war. Damals konnte auch keinerlei Bedeutung dieser DNA-Kette erkannt werden. Fest stand im Jahr 2071 nur, dass diese Kette in der Bevölkerung des Jahres 2071 nicht mehr vorhanden war. So als hätte der Mensch über die Jahre endlich den Appendix als Resultat einer Mutation aufgeben können.
Die synthetische Einbringung der DNA-Kette in den normalen Genstrang schien nicht zu funktionieren. Die Zellen starben reihenweise ab.
Nachdem gezählte zehn Jahre kein Kind mehr auf natürliche Weise geboren noch in der Retorte in der "zivilisierten Welt" gezüchtet werden konnte, flüchteten die Reichen nach Afrika und Südamerika und überschwemmten die letzten indonesischen Inseln. Ein merkwürdiger unerklärlicher Effekt trat ein. Der Geschlechtsverkehr mit
minusvitalen (so nennt man mittlerweile die Personen mit fehlendem DNA-Kettenbaustein) verändert die Genstruktur der Geschlechtspartner.
Einige Kultur-Inseln von größtenteils religiös organisierten Gruppen hatten es noch geschafft, sich ihre Fortpflanzungsfähigkeit zu erhalten. Allerdings wurde ungefähr die Hälfte dieser Gruppen genauso wie die primitiven Völker bei Wiederherstellungsversuchen verseucht.
In der Zwischenzeit hatte ein Maschinensturm auf Biolabors eingesetzt. Dieser zerstörte möglicherweise die letzte Möglichkeit zur Forschung nach Abhilfe. 2105 war die Bevölkerung der Erde auf vier Milliarden gesunken. Der Altersdurchschnitt lag bei 52 Jahren.
2107 liest man auf dem Grabstein des berühmten Philosophen
Walhal El Semblante folgende Zeilen:

"Wir sind endlich erwacht,
doch für uns war es zu spät.
"

Freitag, 1. Februar 2008

steppenhund schaut Lugner

Wenn ich eine ganze Woche auf die Weise ausfalle, dass ich keine Zeile vernünftigen Text lesen kann, ja nicht einmal etwas bloggen möchte, 20 Stunden am Tage schlafe, dann schaue ich nicht einmal Fernsehen, ich höre es nur laufen und blinzle ab und zu in Richtung Bildschirm. beim ersten Niesreiz, der nicht lang auf sich warten läßt, drehe ich mich wieder weg.
Mit zunehmender Besserung gibt es größere, zusammenhängende Portionen und weil es gerade die Woche war, eine Verfolgung rund um den Opernball.
Mittwoch Club 2, Donnerstag die offizielle ORF-Reportage, Freitag die Nachbetrachtung Lugner am Opernball.
Die Club-2-Diskussion war schon recht aufschlussreich. An den Themen ändert sich seit 20 Jahren nichts.
Emmi Werner, die ich sonst eher schätze, hat sich mit ihrer Finger-in-Ohren-Zuhaltehaltung nahezu auf eine Ebene mit Nina Hagen bei Meischberger gestellt. Peter Margulies kam in einem grünen Pullover, dessen Markenzeichen eher anzudeuten scheint, dass er den Kapitalismus unterstützen möchte, aber ganz anders spricht, Hubsi Kramar hat sich auf eine Weise geoutet, die mir selbst dann peinlich erscheint, wenn ich einige seiner Meinungen nachvollziehen kann.
Dass Dita von Teese mit ihrem Hang zur Burlesquerie der Vierzigerjahre deswegen abgelehnt wird, weil das auch die Zeit von Hitler war, erscheint etwas unlogisch, da sich dieselbe ja auf der anderen Seite des Ozeans befunden hat.
Sein Plädoyer, dass man statt des Opernballs lieber den französischen Kolonialkrieg zeigen sollte, zeigt neben seiner zur Schau getragenen Prüderie von einem Fanatiker der gefährlichen Sorte. Das Gegenteil von "gut" ist "gut gewollt".
Ich habe zum ersten Mal die Übertragung des Opernballs gesehen. Ich selbst war noch nie auf einem und werde es vermutlich auch in Zukunft nicht sein. Den Leuten, die ihn abschaffen wollen, würde ich eine Reihenfolge von abschaffenswerten Events als Liste verabreichen. Da kommt der Opernball erst lange hinter der Abschaffung des Neujahrskonzerts, der Streif-Abfahrt, des Tennis-Open in Kitzbühel, dem Life-Ball, allfälligen olympischen Spielen und nicht zuletzt der EM-2008.
Nicht, dass ich diese Events alle abschaffen möchte, ganz im Gegenteil. Im einem Zeitalter, wo der Schein mehr als alles andere zählt und derartige Events in Wirklichkeit nichts anderes als Imagewerbung darstellen, - für die jeweiligen Interessensträger - ist ein Ball, der anerkannt als einzigartig in der Welt angesehen wird und verschiedenen Orts auch nachgeahmt wird, genauso ein Exportartikel wie der Mozart oder die Mozartkugel, wobei die "Mozart Balls" bekanntlicherweise nicht aus den Hoden von Mozart gefertigt werden.
Was manche am meisten zu enervieren scheint, ist die Protzerei. Und hier hake ich ein. Nirgendwo sonst wie am Opernball kann man sehen, wie Geld allein alles andere als glücklich macht.
Der heutige Lugner-Bericht hat es gezeigt. Seine neue Flamme Bettina hat in dem billigen Kleid mit einer einfachen Frisur weitaus besser ausgesehen als sie dann am Ball erschienen ist. Der ganze Trip zum Opernball war mit kleinen Pannen übersät, die einen schon zur Nervosität treiben können, wenn man einen fixen Zeitplan vorgesehen hat. Bettina hat auf mich als eher einfache Frau einen sehr vorteilhaften Eindruck gemacht. Aus all dem, was sie sprach, konnte man eine gewisse Herzensbildung entnehmen.
Als Höhepunkt meines Antineidempfindens sollte ich aber wohl die Flucht der Dita von Teese anführen. Da hilft der generöseste Vertrag und die tollste Begeisterung über die Roben am Opernball nichts, wenn man am Gang in eine Klaustrophobie getrieben wird. Diese war nachvollziehbar.
Ja selbst Lugner kann sich in der eigenen Loge nicht innerhalb einer Privatsphäre wähnen, wenn ihn eine dumme besoffene Steirerin blöd anmacht.
Ich bin weit davon entfernt, mit den betroffenen Personen Mitleid zu haben. Doch genauso weit ist mir der Neid, denn eines weiß ich: auf jedem Ball, auf dem ich war, hatte ich mehr Spass, als es aus den Gesichtern der interviewten Personen abzulesen war.
Selbst wenn es nur der Tanzstundenball in Brunn am Gebirge war.

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Das mit dem Versagen...
Das mit dem Versagen des Staatswesen ist so eine Sache. Da...
froggblog - 12. Mai, 00:28
Diese Art von Bildern...
Diese Art von Bildern mag ich sehr. Schmale Gassen...
booksandmore - 12. Mai, 00:10
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