Bei
Köppnick liest man mitunter über Superintelligenzen. Es gibt mittlerweile die verschiedensten Artikel über Schwierigkeiten in der Kommunikation, verschiedene Stufen der Intelligenz und sehr gute Referenzen auf Intelligenzmessungen.
Interessanterweise hat noch niemand die Idee gehabt, (zumindest glaube ich das) die Dummheit zu messen. Dummheit bedeutet nicht einen geringen IQ. Es bedeutet in meinen Augen auch nicht einen fehlenden EQ. Auch die vermeintliche Dummheit einer Spontanentscheidung halte ich nicht für kriegsentscheidend. ("Wenn's Schwanzerl steht, steht's Hirn.")
Dummheit bedeutet für mich das Unvermögen, zwischen Taktik und Strategie zu unterscheiden. Das einfachste Auseinanderhalten der beiden Begriffe, die in Wirklichkeit etwas ganz Verschiedenes bedeuten, geschieht über den Zeitbegriff. Strategie ist langfristig, Taktik ist kurzfristig. Da sind keine absoluten Zeitwerte im Spiel. Während eines Schachspiels erstreckt sich der Strategiezeitrahmen über 5 Stunden. Während einer Berufslaufbahn kann sich der Zeitraum auf 20 Jahre erstrecken. (Bis man Vorstand wird. Ab dann scheint der Strategiebegriff der Taktik hundertprozentig zu weichen.)
Wie agiere ich in einer bestimmten Situation? Das lege ich "taktisch" an, ohne die Strategie aus den Augen zu verlieren. Die Strategie leitet sich normalerweise von einer Vision oder einer Mission ab. Fehlt diese, kann sich schwer eine Strategie entwickeln, weil die Ziele fehlen.
Und da komme ich zur Dummheit. Dummheit bedeutet für mich das Fehlen von persönlichen Zielen.
Jetzt ist das nicht so einfach, wie es scheint. Eigenes Haus, eigenes Auto, viel Geld lassen sich leicht formulieren, wenn man die "Nicht-Ziele" außer Augen lässt. Was gilt es zu vermeiden? Z.B. Soziale Integration, Gesundheitsverlust, Vermeidung von kriminellen Handlungen, wenn man nicht genügend skrupellos sein mag. Erst der Mix aus Zielen und Nichtzielen mag ein nettes Leben bescheren.
Ich möchte ein Beispiel geben: ich hatte einmal einen Kollegen, der war absolut gut. Technisch ok, kommunikativ, von den Anlagen her wäre er eine ausgezeichnete Führungskraft. Er hat darauf verzichtet, weil er nur einen 30-Stunden-Job wollte. Er hat es mir einmal erklärt, dass seine Frau auch arbeitet. Nur wenn sie beide lediglich 30 Stunden arbeiten, würde ihre Lebensplanung, die auf Kooperation und ausreichend Zeit haben, aufgehen.
Es werden viele aufschreien und sagen, dann soll er mit 30 Stunden Führungskraft werden. Da sage ich nun wieder, dass das nicht geht. (Ist sicher argumentierbar, aber bis auf einen Ausnahmefall, wo es um eine mehr ehrenhafte Geschäftsführungsaktivität ging, habe ich es noch nie erlebt.)
Den kurzfristigen Gewinn an Position, Gehaltsvermehrung und Ansehen hat dieser Kollege einer Lebensplanung geopfert, wo bei ich nicht wirklich glaube, dass es sich um ein Opfer handelt.
Habe ich ein oder mehrere Ziele, so weiß ich auch in schweren Zeiten, wo ich mich hinbewegen muss. Habe ich dieses nicht, treibe ich wie ein Blatt im Wind und bin jedwedem Einfluss ausgeliefert. (Hier denke ich besonders an Werbung, politische Indoktrination "und dem Anreiz, mich in unwahrscheinliche Vermögensvermehrungskonzepte einzulassen.)
Wenn ich nichts mehr habe, was meinem Getriebensein entgegensteht, dann bin ich DUMM.
Ich bin überzeugt, es ließe sich auch messen. Aber was sollten die Menschen dann mit den Resultaten anfangen?
P.S. Es mag Leute geben, die meinen, dass ich mit meiner Beschreibung nicht die Dummheit meine, sondern fehlenden Ehrgeiz, einen fehlenden Willen, ein Manko an Selbstdisziplin. Das wären alles nur Symptome. Die Dummheit besteht darin, gegen seine eigenen Interessen zu handeln.