Frau & Mann
Der ursprüngliche Titel zog überhaupt nicht.
Gestern habe ich eine unglaubliche und unglaublich liebe Geschichte gehört, die ich für eine der kultiviertesten Anmachen halte.
Ein Mann beobachtet eine Frau, an der er sichtlich Gefallen findet. Die Frau fällt ihm auch dadurch auf, dass sie mit einem Cello unterwegs ist.
Er spricht sie an und fragt sie: "Wollen Sie morgen beim Klaviertrio von Mendelssohn-Bartholdy mitspielen?"
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Die Ehe hat bisher 62 Jahre gehalten.
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Die Dame, die dieses berichtet hat, ist trotz ihres hohen Alters noch so lebendig und gut aufgelegt, dass man über den guten Einfluss, den klassische Musik hat, vielleicht nachdenken sollte.
steppenhund - 15. Okt, 11:33
Diese Frage stellt sich heute eine
Bloggerin, die nach den Einträgen der letzten Monate einen "gebundenen" Eindruck erwecken konnte.
Würde ich sie in einem anderen Blog lesen, wäre mein erster Eindruck einer der Koketterie. Das ist hier ganz sicher nicht der Fall. Da sind schon zu viele Gedanken vorher gewälzt worden.
Die Frage sollte sich aber wohl jeder stellen, vor allem Personen, die alleine sind und einen Anschluss ersehnen. Wahrscheinlich kommt man dabei, eine gewisse Ehrlichkeit vorausgesetzt, sehr tief ins Grübeln. Selbst "gebundene" Menschen werden bei dieser Untersuchung einiges Fremde an sich entdecken.
Ich glaube, dass es keine schlüssige Antwort auf diese Frage gibt, es sei denn, man wird sich bewusst, dass einen diese Frage das ganze Leben lang nicht verlassen wird.
Der Beitrag ist unter Mann und Frau eingereiht. Doch darf man beliebig Mann und Mann oder Frau und Frau ersetzen.
steppenhund - 2. Aug, 11:44
Ich mag keine alten Frauen. Dabei geht es nicht um das physische Alter. Alt können Frauen bereits mit 30 oder 35 sein. Ein resignierender Zug liegt im Gesicht, eine schnippische Bemerkung ist jederzeit zur Stelle, das Beklagen eines eigenen Schicksals wird durch den Ausdruck erkennbar und die Sprache wird herabtragend, wenn es um andere Menschen geht.
Es ist ein Fluch, der über alten Frauen liegt, - das trifft aber auch auf alte Männer zu - dass mit fortschreitendem Alter die innere Lebenseinstellung wesentlich stärker auf die Gesichtszüge einwirkt, als es sein sollte. Da hilft auch Liften nichts und keine noch so gute Kosmetik.
Da ich in öffentlichen Verkehrsmitteln sehr aufmerksam die Menschen betrachte, - vermutlich zu aufmerksam und daher aufdringlich - kommt es mir manchmal vor, als könnte ich Gedanken lesen. Wenn die betreffende Person dann noch den Mund aufmacht und etwas spricht, kann ich feststellen, ob ich mich in meiner Einschätzung getäuscht habe. Zu vielleicht achtzig Prozent liege ich aber richtig.
Jetzt ist es aber generell sehr schlecht, sich mit Menschen zu umgeben, die man nicht mag, die man nicht schätzt und die man vor allem nicht achten kann.
Und im Prinzip habe ich eine sehr positive Lebenseinstellung, was andere Menschen angeht. Daher freue ich mich besonders, dass es alte Frauen gibt, die nie alt werden können. Selbst unter hundert Falten und einem nicht mehr ganz taufrischem Körper bewahren sie eine Jugend auf, die nicht nur unzerstörbar scheint, sondern auch über Ausstrahlung verfügt. Manchmal ist die körperliche Gesundheit schon sehr im Argen, dann landen sie möglicherweise bei Frau Columbo, doch selbst hier kann ich aus den Gesprächen mit meiner Frau heraushören, dass deren Umgang mit dem Leben, mit der Krankheit, mit dem Tod alles andere als frustrierend ist.
Ich kann viele Frauen erkennen, die selbst im hohen Alter diese Frische aufweisen und - besonders wichtig - keinerlei Verbitterung nach außen dringen lassen. Ich freue mich, wenn ich diesen Frauen begegne und auch mit ihnen sprechen kann. Aber das sind in meinen Augen keine "alten" Frauen. Es sind einfach Frauen.
Alt sind Frauen dann, wenn sie verbittert sind. Und dann mag ich sie nicht.
In der Verwandschaft von Frau Columbo gab es Tanten, die mehr als 80 oder 90 Jahre zählten. Lauter bewundernswerte Frauen, die trotz schwerer Erlebnisse immer Positives ausstrahlten.
Ich freue mich, dass Frau Columbo nach ihnen gerät. Was sich besonders deutlich dann äußert, wenn sie mit den ganz jungen Frauen (2 und 4) im Garten spielt.
steppenhund - 12. Apr, 17:11
So viel Jahre Legalität. Als Post-68-er hatten wir ja schon vorher drei Jahre zusammengelebt. Heiraten wollten wir nie und haben es dann doch gemacht - aus bürokratisch-utilitaristischen Gründen. Die Kinder kamen dann auch erst drei Jahre später.
Ich weiss, dass ich damals sehr wohl dieses "auf ewig" im Sinn hatte. Das hatte ich zwischenzeitlich aufgegeben, doch wie es das Schicksal so will, haben wir auch eine längere Trennung und alles mögliche andere gut überstanden. So ernten wir jetzt etwas, was sich nicht in zwei Monaten bereitstellen lässt und das ist etwas sehr Gutes.
Von den vier Geschwistern von Frau Columbo sind drei ebenfalls noch verheiratet. Der Bruder hat sich zwar scheiden lassen - vor ganz wenigen Jahren. Er und seine Ex-Frau sind aber trotzdem noch sehr gut befreundet.
Dass wir am 1. April geheiratet haben, war rückblickend betrachtet kein Aprilscherz. Er war auch nie als solcher geplant. Der 1. April hat auch in anderen Jahren große Wendungen in meinem Leben (beuflicherseits) eingeleitet.
35 Jahre sind auch ein Darstellung dessen, dass das Leben auch in der zeitlichen Ausdehnung eine wesentliche Dimension hat. Das Leben für den Augenblick kann diese Dimension nicht aufspannen.
Ich wünsche unseren Kindern, dass sie ebenfalls einmal auf diese Zeitspanne zurückblicken können. Manchmal erscheint es ganz schwer und vor allem nicht notwendig, dass man zusammenbleibt, selbst wenn die Kinder schon groß sind.
Aber schön ist es doch.

steppenhund - 1. Apr, 09:09
behauptet niemand, behauptet Frau Columbo...
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es ging um das Erkennen des Eugen Onegins nach 20 Takten des ersten Aktes und meine Erzählungen über den Inhalt und den Hintergrund von Pushkins Geschichte.
Je älter ich werde, desto mehr erkenne ich, wie lückenhaft diese Bildung allerdings ist.
steppenhund - 7. Mrz, 21:21
Ich könnte ja recht lange über das Ergebnis der Kärntner-Wahl schimpfen und habe das als Kommentator auch schon wo anders gemacht.
Doch als Gegengewicht muss ich da etwas dagegen halten.
Neues Leben seit vergangenem Montag:
Das ist doch mal etwas anderes. Kaum haben sie geheiratet, bringen die Kinder schon ein Fohlen zur Welt. Irgendetwas stimmt da nicht mit Art und Zeit. Aber man freut sich trotzdem.
steppenhund - 1. Mrz, 20:42
Habe ich diese Frau geliebt? - Wer sich diese Frage nicht stellt, braucht nicht weiter lesen.
Wessen Beziehungen nicht länger als drei Jahre gedauert haben, bis die Frau aus dem Blickfeld verschwunden ist, wird mit diesen Zeilen ebenfalls wenig anfangen können.
Gehen wir von einem mindestens vierzigjährigen Mann aus, der auf Frauen trifft, die er schon vor 20 Jahren gekannt hat. Frauen verändern sich aussehensmäßig in eine Richtung, die sie manchmal selbst betrübt. Bestimmte Attribute der Jugend verschwinden, der unmittelbare Reiz scheint zu verfliegen. Sie sind genötigt, mehr mit den inneren Werten zu punkten.
Trotzdem gibt es ältere Frauen, die allgemein so beschrieben werden: "Diese Frau muss einmal in ihrer Jugend sehr schön gewesen sein." Als Kind habe ich das öfters die Erwachsenen sagen hören. (Heute scheint das nicht mehr so aktuell zu sein, weil sich auch 50-jährige ganz fantastisch herrichten können.)
Dann gibt es aber auch Frauen, die sich in Gesicht und Ausdruck derart verändern können, dass man meinen kann, eine vollständig andere Person vor sich zu haben. Das stimmt vermutlich. Das Leben hat diese Frauen anscheinend umgeformt. Der Satz "Ab vierzig ist man für sein eigenes Gesicht verantwortlich." spielt hier wohl ebenfalls mit.
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Und dann gibt es die Frauen, deren Attraktivität vielleicht in den Jahren abgenommen hat, deren Gesichtszüge härtere, strengere Formen angenommen haben, in deren Antlitzen Leid, Kummer, Frustration zu einer spürbaren Verhärtung geführt haben. Der Gedanke, wie gut, dass es nichts mit uns etwas wurde, ist nicht zu verdrängen.
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Es gibt allerdings jene Frauen, bei denen eine beliebige Veränderung keine kritische Betrachtung erweckt. Es sind die Frauen, in deren Gesichtern eine Projektion sichtbar wird, die von einem inneren Gefühl gesteuert wird. Diese Projektion ist von so stark positiven Kräften getrieben, dass sich die Realität dem Wunschbild anzupassen scheint.
Wenn das passiert - angesprochener und noch lesender Mann - dann weiß ich, dass ich diese Frau geliebt habe. Davon bleibt nämlich etwas übrig, ob man es wahr haben will oder nicht. Und der Gedanke, auch mit uns wäre es schön geworden, hat dann etwas Tröstliches.
steppenhund - 30. Dez, 10:48
die Sprache!
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Die Sprache: Tonfall, Dialekt, Ausdrucksweise, Tonlage, Sprechtempo ...
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Was und wie jemand spricht, identifiziert ihn oder sie für mich.
Gnadenlos. In der Beziehung bin ich schutzlos.
steppenhund - 6. Nov, 17:42
Augen, Mundwinkel ... so hat es begonnen.
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Es folgt Haare, Hände.
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Irgendwo ins Unterbewusstsein geht die Figur ein, vielleicht vor der bewussten Wahrnehmung.
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Kann ich mir eine Geschichte zu der Person denken?
steppenhund - 6. Nov, 09:25
Sie hat bei mir folgendes bewirkt: vor 30 Jahren fand ich jede Frau zum Verlieben mit Ausnahme einer geringen Anzahl.
Heute mag ich kaum noch Frauen mit Ausnahme einer geringen Anzahl.
Sollte jemand glauben, dass dies ganz einfach durch mein Alter zu erklären ist, so muss ich klärenderweise hinzufügen, dass es "die Frau" ist, wie sie heute in Medien dargestellt wird, wie sie in Interviews agiert, wie sie sich in Machtpositionen geriert und wie sie fast immer genau so dumm wie "der Mann" ist.
Und Dummheit geht mir langsam so auf den Keks, dass es mir egal ist, ob es Mann oder Frau ist.
steppenhund - 4. Nov, 08:54