Urlaubsbeschreibung - Moderne Musik
*cp*
Elektra zählt ja nicht unbedingt zur modernen Musik.
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Elektra ist eine äußerst erfolgreiche Oper von Richard Strauss, die dieser selbst so charakterisiert hat:
"Ich bin [in der Elektra] bis an die äußersten Grenzen der Harmonik, psychischer Polyphonie (Klytämnestras Traum) und Aufnahmefähigkeit heutiger Ohren gegangen."
In Erl bekommt man vor der Oper das Bühnenwerk im Rahmen einer Lesung vorgesetzt. Das hilft natürlich sehr stark, sich einerseits auf das Werk einzustellen, andererseits den Text soweit in Erinnerung zu rufen, dass man die Musik auch mit dem entsprechenden Sinn unterlegen kann. In der Oper ist zumindest für mich kein Text zu verstehen, was nicht an den Sängern liegt. Dieselben können bei Wagner so deutlich singen, dass jedes Wort verständlich wird. Durch die Musik Richard Strauss' ist das schwer möglich. Orest kommt allerdings ein paar mal deutlich vor und auch Träume.
Mona Somm, Michele Sburlati und Martina Tomcic haben hervorragend gesungen und wurden auch ausgiebigst beklatscht und gefeiert.
Ich selbst habe die Elektra noch nie auf der Bühne selbst gesehen. Ich muss gestehen, dass ich vierzig Minuten gebraucht habe, um mich an die Musik zu gewöhnen. Anfangs ist der sachliche Inhalt von Häme und Rachegedanken geprägt. Die musikalische Umsetzung hat einen ähnlich keifenden Charakter, der zwar den Text stimmig begleitet, sich aber nicht gerade in Ohrwürmern ausdrückt. Ab dem Zeitpunkt, da der falsch verkündete Tod Orests dazu führt, dass Elektra Chrysothemis zu überzeugen versucht, dass diese den Bestrafungsakt ausführen müsse, wird die Musik beruhigter und freundlicher.
Dahingehend hatte ich eine Diskussion mit meiner Begleiterin. Während ihr die Oper vom Musikalischen her durchgängig gefallen hat, dominierte bei mir der Gedanke: auf das Werk muss man sich vorbereiten. Das liegt an einem anderen Hörverhalten meinerseits. Mich interessiert der Orchesterpart ungemein. Der ist sehr dicht, von unzähligen Leitmotiven durchsetzt, die teilweise so schnell oder eng aufeinanderfolgen, dass sie schon vorbei sind, eh man sie zugeordnet hat. Die darin enthaltene Information hängt sich auch nicht am gesungenen Wort auf. Alles ist Gefühl, Text, Inhalt und Drama. Beim ersten Anhören (was es nicht war, aber ich glaube, dass ich die Oper zuletzt vor 13 Jahren gehört habe) erschließt sich die Musik nicht sofort. Nicht für mich. Da besteht ein großer Unterschied zu beispielsweise der schweigsamen Frau oder der Arabella, von Ariadne und Rosenkavalier erst gar nicht zu reden.
Diese Ausführungen sollen jetzt aber nicht den Eindruck erwecken, dass ich unzufrieden gewesen wäre. Es war ein großartiger Opernabend, der fesselnd in Beschlag genommen hat. Nach der Oper ist die Welt wenigstens für eine kleine Zeit lang ver-rückt. Und das ist gar kein schlechtes Gefühl.
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Zu einem stilvollen Opernabend gehört auch das Apres-Ski. In Erl gibt es keine angenehmerweise keine Seitenblicke, daher muss man sich auch nicht genieren, wenn sich der Maestro noch beim anschließenden Soupé an einen Abend vor einigen Jahren, an dem über Bösendorfer gesprochen wurde erinnert. (Dieses Detail sei für jemand erwähnt, die dabei gewesen ist:)
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Heute abend geht es mit der Neunten Beethovens weiter.
"Fleide, schönel Gettelfunke"...
Elektra zählt ja nicht unbedingt zur modernen Musik.
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Elektra ist eine äußerst erfolgreiche Oper von Richard Strauss, die dieser selbst so charakterisiert hat:
"Ich bin [in der Elektra] bis an die äußersten Grenzen der Harmonik, psychischer Polyphonie (Klytämnestras Traum) und Aufnahmefähigkeit heutiger Ohren gegangen."
In Erl bekommt man vor der Oper das Bühnenwerk im Rahmen einer Lesung vorgesetzt. Das hilft natürlich sehr stark, sich einerseits auf das Werk einzustellen, andererseits den Text soweit in Erinnerung zu rufen, dass man die Musik auch mit dem entsprechenden Sinn unterlegen kann. In der Oper ist zumindest für mich kein Text zu verstehen, was nicht an den Sängern liegt. Dieselben können bei Wagner so deutlich singen, dass jedes Wort verständlich wird. Durch die Musik Richard Strauss' ist das schwer möglich. Orest kommt allerdings ein paar mal deutlich vor und auch Träume.
Mona Somm, Michele Sburlati und Martina Tomcic haben hervorragend gesungen und wurden auch ausgiebigst beklatscht und gefeiert.
Ich selbst habe die Elektra noch nie auf der Bühne selbst gesehen. Ich muss gestehen, dass ich vierzig Minuten gebraucht habe, um mich an die Musik zu gewöhnen. Anfangs ist der sachliche Inhalt von Häme und Rachegedanken geprägt. Die musikalische Umsetzung hat einen ähnlich keifenden Charakter, der zwar den Text stimmig begleitet, sich aber nicht gerade in Ohrwürmern ausdrückt. Ab dem Zeitpunkt, da der falsch verkündete Tod Orests dazu führt, dass Elektra Chrysothemis zu überzeugen versucht, dass diese den Bestrafungsakt ausführen müsse, wird die Musik beruhigter und freundlicher.
Dahingehend hatte ich eine Diskussion mit meiner Begleiterin. Während ihr die Oper vom Musikalischen her durchgängig gefallen hat, dominierte bei mir der Gedanke: auf das Werk muss man sich vorbereiten. Das liegt an einem anderen Hörverhalten meinerseits. Mich interessiert der Orchesterpart ungemein. Der ist sehr dicht, von unzähligen Leitmotiven durchsetzt, die teilweise so schnell oder eng aufeinanderfolgen, dass sie schon vorbei sind, eh man sie zugeordnet hat. Die darin enthaltene Information hängt sich auch nicht am gesungenen Wort auf. Alles ist Gefühl, Text, Inhalt und Drama. Beim ersten Anhören (was es nicht war, aber ich glaube, dass ich die Oper zuletzt vor 13 Jahren gehört habe) erschließt sich die Musik nicht sofort. Nicht für mich. Da besteht ein großer Unterschied zu beispielsweise der schweigsamen Frau oder der Arabella, von Ariadne und Rosenkavalier erst gar nicht zu reden.
Diese Ausführungen sollen jetzt aber nicht den Eindruck erwecken, dass ich unzufrieden gewesen wäre. Es war ein großartiger Opernabend, der fesselnd in Beschlag genommen hat. Nach der Oper ist die Welt wenigstens für eine kleine Zeit lang ver-rückt. Und das ist gar kein schlechtes Gefühl.
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Zu einem stilvollen Opernabend gehört auch das Apres-Ski. In Erl gibt es keine angenehmerweise keine Seitenblicke, daher muss man sich auch nicht genieren, wenn sich der Maestro noch beim anschließenden Soupé an einen Abend vor einigen Jahren, an dem über Bösendorfer gesprochen wurde erinnert. (Dieses Detail sei für jemand erwähnt, die dabei gewesen ist:)
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Heute abend geht es mit der Neunten Beethovens weiter.
"Fleide, schönel Gettelfunke"...
steppenhund - 4. Jul, 10:15
Wir soupieren heute Wäldle-Kalb from nose to tail aus der Hand Jörg Wörthers. Nicht in Schwarzenberg, wo ich logiere, hier ist nur idyllische Ruhe.
Wir waren übrigens gestern im Schindlhaus und es war einfach köstlich. Teilweise unvorstellbar.
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Und die Neunte Beethoven hat uns ausgezeichnet gefallen. Darüber schreibe ich vermutlich noch separat. Aber jetzt muss ich noch etwas arbeiten, weil wir zur Zeit in Bad Homburg sind.
Schindlhaus
Vielleicht geht sich kommenden Samstag ein after-opera-drink aus?
Wo würdest Du denn vorschlagen. G schläft schon. Ich kann sie erst morgen fragen:)
Nachtrag: G fände das auch nett:)
Und bis zum Meistersingerende bin ich schon längst in anderen Umständen ...
Ich nehme an, dass wird so zwischen 22:30 und 23:00 sein. Bei Erstaufführungen ist es ja nie so ganz klar, wie das mit den Pausen etc. hinkommt.