15
Jan
2014

Paranoid?

Als ich ungefähr vierzehn Jahre alt war, las ich das erste Mal über Marie Curie. Das war auch ein kleiner Puzzlestein, der meine Begeisterung für Physik weckte. Ich muss eine überplatonische Verliebtheit entwickelt haben, denn ich kann mich erinnern, dass ich Madame Curie für die phantastischeste Frau auf der Welt hielt.
Ich habe jetzt gerade einen Film über die Curies gesehen und mir ist folgendes aufgefallen. (Es ist vermutlich nicht der Rede wert und ich selbst werde es bald wieder vergessen haben. Wenn ich es niederschreibe, wird das Geschriebene keine Wirkung haben, doch manchmal tue ich etwas einfach, weil ich es im Moment für richtig halte, und deswegen auch meine Faulheit überwinden kann.)
Man bezeichnet Madame Curie auch als erstes Opfer der Strahlenkrankheit. Immerhin hat sie zusammen mit ihrem Mann aus zwei Tonnen Pechblende ein Gramm Radium gewonnen - und das bei dauernder Beschäftigung im Nahbereich mit dem radioaktiv strahlenden Material.
Später hat Madame Curie auch den Nutzeffekt der Radioaktivität untersucht und im Krieg als Radiologin mit fahrenden Röntgenwagen gearbeitet.
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Nachdem man heute die Gefahren der Strahlung kennt, würde niemand mehr so ungeschützt mit den Materialien arbeiten oder arbeiten wollen. Die Curies hatten aber keine Ahnung von den Einflüssen der Radioaktivität auf biologisches Gewebe.
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Ich stelle mir vor, dass heutige Forscher - und ich denke vor allem an Genforscher und an IT-Entwickler - munter vor sich hinforschen, ohne sich Gedanken darüber zu machen, welche Gefahren drohen, die sie sich momentan gar nicht vorstellen können. Und die Schadeffekte betreffen letztendlich nicht nur sie sondern uns alle.
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Was die totale Überwachungsmöglichkeit angeht, habe ich persönlich keine besonderen Angstvorstellungen. Dafür bin ich schon zu alt und mit Überwachungen hatte ich auf grund meines Berufslebens schon zu tun.
Was allerdings die Auswirkungen der Genforschungen betrifft, verspüre ich eher ein beunruhigendes Grummeln im Magen. Ich habe das schon einmal in einer Geschichte niedergeschrieben. Ich könnte mir vorstellen, dass durch fehlerhafte Manipulationen der genetische Code von uns Menschen so beeinflusst werden könnte, dass unsere Fortpflanzungsfähigkeit erlischt.
Rein philosophisch wäre mir das egal. Und ich lege auch keinen Wert darauf, als paranoid eingestuft zu werden. Ich gebe lediglich zu bedenken, dass es im Bereich des Möglichen läge. Und manchmal wundere ich mich, dass ich der einzige zu sein scheine, der sich so etwas ausmalt und auch darüber schreibt.
Aber wahrscheinlich gibt es sowieso tausend Menschen, die ähnlich denken wie ich und vermutlich zur gleichen Schlussfolgerung kommen. Falls es passieren kann, wird es sich nicht vermeiden lassen.
Qel sera sera.
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Jossele - 15. Jan, 09:53

Selbst wenn die globale Fortpflanzungsfähigkeit der Hominiden nicht in Mitleidenschaft gezogen würde, wir richten genug andere Schäden an.
Ist das Zeug einmal im Umlauf, kann dies nicht mehr rückgängig gemacht werden, und Spätfolgen, wie der Name schon sagt, werden erst nachher schlagend.
Dem Lemming sagt man das nach was der Mensch tatsächlich tut.

Unlängst war eine ganz gute Fernsehsendung über Atommülllager zu sehen. Eines der Probleme ist ja, den Erdbewohnern in zigtausend Jahren begreifbar zu machen, was da liegt. Für etwa dreißig Jahre "billigen" Strom.
So gesehen wär die Unfruchtbarkeit vielleicht ganz gut.

steppenhund - 15. Jan, 13:09

Seit ich im CERN gewesen bin, habe ich über die Endlagerung nicht so große Bedenken mehr. Momentan geht es noch nicht, aber es ist in der Theorie bereits denkbar, wie man den Atommüll durch Nachbearbeitung in unschädliche Reste zerlegen könnte. Es ist eines der Nebenergebnisse der LHC-Forschung und die Vorträge haben mich diesbezüglich relativ optimisch gestimmt.
Immerhin wissen wir um die Gefahr und um einige der Grundprinzipien.
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Wenn ich mir aber vorstelle, was schon alles auf der Welt "unvorstellbar" war und verlacht wurde, dann fällt mir die Extrapolation auf künftige Überraschungen nicht so schwer...
Bubi40 - 15. Jan, 10:41

die entwicklung der atomaren globalisierung hat die bescheuerte menschheit schon bis zum gehtnichtmehr forciert, obgleich sie sich der katastrophalen folgeerscheinungen voll bewusst war. wir sitzen also schon auf einer tickenden zeitbombe ...
mein gott, was schert uns da eine neue entwicklung, von der wir nicht einmal die folgen absehen können ...
was soll´s ???
wer nichts wagt, der nichts gewinnt !!!

steppenhund - 15. Jan, 13:09

Vielleicht gewinnen wir ja die ewige Ruhe! :)
Bubi40 - 15. Jan, 15:56

vorzeitig ???
steppenhund - 15. Jan, 16:17

Was heißt schon vorzeitig? :)
bonanzaMARGOT - 15. Jan, 13:59

fluch und segen, faust ... das alles ist nicht neu. menschen denken kurzfristig. wissenschaftler halte ich darum auch nicht für unschuldig. es ist nicht immer gut abwägbar, ob eine erfindung nicht eher ein fluch als ein segen ist. der wissenschaftler kann sich nicht auf seine neutralität herausreden. dazu macht er viel zu bahnbrechende sachen, die unter umständen die gesamte menschheit berühren. wie wir inzwischen wissen, nützt das einrichten gewisser ethik-kommissionen auch nicht viel - höchstens zur beruhigung unseres gewissens.
sei`s drum. menschen sind armleuchter, und manche genies sind besonders große armleuchter. die rasante technische entwicklung der letzten 200 jahre auf diesem erdball sollte einem zu denken geben. dazu muss man nicht paranoid sein. wahnsinnig nenne ich die unbedingt technikgläubigen.
die genforschung ist sicher ein heißes eisen. man muss nicht jules verne sein, um sich gewisse folgen auszudenken. scheiße. aber so sind wir. wir kacken auf alles.

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