19
Mai
2014

Paralipomena

In der KI-Forschung oder in der Beschreibung derselben kreist die Argumentation häufig um dasselbe Thema: kann ein "Computer" Bewusstsein erlangen -oder besser ausgedrückt, kann er sich seiner bewusst werden. (Das er könnte genauso sie oder es geschrieben werden, darauf kommt es nicht an.)
Interessanter erscheint mir die Frage, ob sich ein Computer eines anderen Bewusstseins bewusst werden kann. Mir scheint, dass die Informatiker immer von einer Art Sollipsismus ausgehen.
Das Kleinkind wird als perfekter Egoist geboren. Es muss schauen, wo es bleibt. Die eigentliche Entwicklung des Menschen beginnt dort, wo er die anderen wahrzunehmen beginnt.
Eine Entwicklung in der KI müsste sich dieser Fragestellung widmen. Dazu habe ich aber bis jetzt noch nichts gesehen.
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steppenhund - 19. Mai, 12:39

P.S. Bei manchen Menschen hat man ja das Gefühl, dass sie das Kleinkindstadium nie überschritten haben.

pathologe - 19. Mai, 12:59

Das

liegt dann aber, laut Ihrer Definition im Eingangstext, lediglich an einer ausgeprägten Wahrnehmungsstörung.
steppenhund - 19. Mai, 13:15

Auf meiner oder auf deren Seite? :)
Jossele - 19. Mai, 18:01

;)
Jossele - 19. Mai, 19:18

Des Menschen Bewußtsein, von Ebryo bis zur letzten Mikrosekunde seines Seins, spielt sich in seinem Gehirn ab, und das funktioniert in seiner Grundstruktur, vereinfacht gesagt, binär, allerdings mit gigantischen Verbindungsvarianten einer ziemlich großen Zahl von Hirnzellen (also wenn alles plangemäß funktioniert).
So gesehen müsste die Rechenleistung der Entwicklung vom Säugling zum sich selbst reflektierenden Mensch sehr wohl irgendwann auch von Maschinen zu bewerkstelligen sein.

Allerdings, ein Kind lernt durch Interaktion mit der Umwelt. Greifen lernen zum Beispiel, hunderte mal Versuch und Irrtum, Koordination der Arme, der Hand und der Finger. Ich greife einen Stein, hart, kalt, wenn ich ihn auslasse fällt er zu Boden und pumpert, ein kleiner Ball dagegen pumpert, obwohl er zu Boden fällt, nicht, der springt. Erdbeere wenn ich nehme, nass (ich greif ja so fest zu wie beim Stein), kann ich auch fallen lassen, die ist dann nur unten, springt nicht, pumpert nicht, schmeckt aber, während Stein und Ball, na ja, halt irgendwie aber unterschiedlich.
Gewicht, Form, Farbe, alles zusätzlich somatische Erfahrungen.

Das alles formt auch mein Bewußtsein, weil wie ist die Welt und wie bin ich in ihr, wer bin ich in ihr. Natürlich ist dazu gigantische Rechenleistung nötig, aber allein damit geht´s nicht weil wir auch mit dem Körper denken (jetzt ein bisserlvereinfacht gesagt).

Nehmen wir an, ein monströser Computer wäre irgendwann in der Lage selbst zu erkennen, dass er rechnet (nicht jetzt ein Fehlerminimierungsprogramm oder das Erkennen einer anderen IP Adresse, das wär eine externe Einspeisung), der Schritt zu "Ich bin" wäre schon unüberwindbar, weil ICH BIN ist ja nicht Funktionieren allein, aber nähmen wir hat einmal an, die Erfahrung eines Anderen wäre nur erweiterte Berechnung, nicht "Ich bin in der Welt".

Die Forschung über KI schmeißt ein bisserl Kraut und Rüben in einen Topf. Maximierte Funktionalität hat nichts mit Intelligenz zu tun, optimierte Rechenleistung eben so wenig, und mit Bewußtsein schon gar nichts.
Bitteschön, "intelligente", sagen wir einmal Staubsaugroboter oder auf Störung reagierende Fertigungsstraßen von Kleinbauteilen für Hörgeräte, fußballspielende Roboter, sagen wir, Raketen die thermisch ihr Ziel finden, Simulationen des Urknalls (wenn es ihn denn gegeben hat, weil das ist unsere Annahme), Systeme sind immer noch Produkt der Eingabe intelligenter Menschen und ihr entsprechender Berechnung.

KI braucht sich gar nicht wirklich mit Entwicklungspsychologie abgeben, die wissen, dass das zwei verschiedene Ebenen sind, also Bewusstsein wider optimierte Rechnungsleistung.

steppenhund - 20. Mai, 00:18

Nun, ich stimme dem verständlicherweise nicht zu. Die einzelnen Punkte mögen stimmen, doch ich selber glaube, dass die KI-Forschung an den falschen Fragen ansetzt. Und selbstverständlich wird ein Computer nicht wie ein Mensch denken. Ich sehe schon, ich muss meine Geschichte noch lange weiter schreiben:)
Jossele - 21. Mai, 09:03

Ich hab den Menschen nur als Beispiel für sich entwickelnde Inteligenz angeführt um den Unterschied zu "inteligenten" Systemen auf zu zeigen. Für Letztere passt der Begriff einfach nicht, es sind "nur" optimierte Systeme.
Man müsste erst einmal die Begriffe klären.
steppenhund - 21. Mai, 12:46

Dass sich der Mensch allerdings eine sich entwickelnde Intelligenz aufweist, gilt nur für das Individuum. Die Menschheit ist gleich dumm geblieben. Da könnte ein sich entwickelndes "intelligentes System" mehr aus sich herausholen, weil es nicht mit jedem Absterben von neuem lernen muss.
An den Begriffen klammere ich mich nicht fest. Nicht einmal an dem Begriff Bewusstsein. Es spielt im Prinzip keine Rolle. Parasiten haben auch kein Bewusstsein, aber sie können ganze Rassen auslöschen. Ups, da passt ja sogar der Begriff Parasit auf den Menschen:)
stilz - 20. Mai, 10:18

Müßte man nicht zuallererst „Bewußtsein“ von „Selbstbewußtsein“ unterscheiden?
Das hätte dann wohl mit dem Begriff „Individualität“ zu tun. Und mit der Frage, ob Individualität sich prinzipiell anders definieren läßt denn als „Teilbewußtsein“ eines postulierten „Gesamtbewußtseins“ - - - und auch mit der Frage, wie diesem postulierten „Gesamtbewußtsein“ (falls nicht postuliert wird, daß es von vornherein „irgendwo“ fix und fertig vorliegt) Neues hinzugefügt werden könnte...

Einmal abgesehen von der Frage, inwieweit derart „Postuliertes“ mit der Wirklichkeit zu tun hat...

Spannend.
Ich habe hier lange nicht mitgelesen – wo ist denn der Anfang Ihrer Geschichte zu finden?

Herzlichen Gruß,
stilz

steppenhund - 20. Mai, 15:09

Bitte sehr - in der Reihenfolge des Erscheinens, die Zeitsprünge sind gewollt.
Kurzbeschreibung, spielt im Jahr / in den Jahren, Link

Etwas stimmt nicht 2080
http://steppenhund.twoday.net/stories/aus-2041/main
Wie sieht es denn aus 2080
http://steppenhund.twoday.net/stories/aus-2041-2/
Peter hat eine Waffe, ein interessantes Angebot 2080
http://steppenhund.twoday.net/stories/aus-2041-3/main
Epilog 2081
http://steppenhund.twoday.net/stories/aus-2041-4/main
Der Drachenkopf 2041
http://steppenhund.twoday.net/stories/aus-2041-5/main
UNA und das Projekt 291040 2031
http://steppenhund.twoday.net/stories/aus-2041-6/main
Wie schmuggelt man ein Programm 2031
http://steppenhund.twoday.net/stories/aus-2041-7/main
Das Ender der Kriege 2041
http://steppenhund.twoday.net/stories/aus-2041-8/main
Beginn und Ende einer Suche 2033
http://steppenhund.twoday.net/stories/aus-2041-9/main
Der Drachenkopf wird größer, ein nicht stattgefundes Attentat 2080 / 2041
http://steppenhund.twoday.net/stories/aus-2041-10/main
Auch Südamerika verhält sich sonderbar 2080 / 2041
http://steppenhund.twoday.net/stories/aus-2041-11/main
Der Verlust eines interessanten Berufs 2080
http://steppenhund.twoday.net/stories/aus-2041-12/main
Die Reise nach Alt-Wien beginnt 2080
http://steppenhund.twoday.net/stories/aus-2014-13/main
Ankuft und Besuch eines Museums, 1984 2080
http://steppenhund.twoday.net/stories/aus-2041-14/
Kontakt im Hotel Sacher 2080
http://steppenhund.twoday.net/stories/aus-2041-15/
Veronika klärt auf - Lebensgefahr 2080
http://steppenhund.twoday.net/stories/aus-2041-16/
Der Untergrund 2080
http://steppenhund.twoday.net/stories/aus-2041-17/
Die Rückkehr ins normale Leben und eine erstaunliche Entwicklung
2080 / 2043 http://steppenhund.twoday.net/stories/aus-2041-18/
Wei Liu lernt seinen Nachfolger kennen 2043
http://steppenhund.twoday.net/stories/aus-2041-19/
Eine große Überraschung
http://steppenhund.twoday.net/stories/aus-201420/
stilz - 22. Mai, 21:07

VIELEN DANK!!!

Ich habe gleich zu lesen angefangen, bin fasziniert --- und seeehr gespannt, wie es weitergeht.
Nun haben Sie noch eine treue Leserin mehr!

Herzlichen Gruß,
stilz
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