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Hohe Ansprüche

Damit ich vor einer Frau wirklich Achtung haben kann, sollte sie auf ihrem Gebiet zu einer solchen Leistung fähig sein, wie diese Pianistin, die ich als legitime Nachfolge einer Martha Argerich erlebe.



Beim Scarbo fallen mir auch nur wenige Männer ein, die das so spielen können. Casadesus vielleicht.
(Aufnahme 1951: wir hatten die Schallplatten der Gesamteinspielung von Ravels Klavierwerk und die haben mein Verständnis von Ravel und dessen Interpretation geprägt.)

http://www.youtube.com/watch?v=45WSQa9x05w


Natürlich höre ich mir die Argerich auch noch gerne an:

http://www.youtube.com/watch?v=oFtth2pyB5Y

Dass ich vor Frau Columbo Achtung habe, rührt daher, dass ich sie noch keinen Tag mit schlechter Laune erlebt habe. Sie ist eine Meisterin des Lebens.
testsiegerin - 29. Aug, 23:08

Abgesehen von der vermutlichen Grandiosität dieser Pianistin (ich bin ja keine Spezialistin auf diesem Gebiet) find ich deine Aussage sehr fragwürdig.

Ich habe vor ganz vielen Menschen (Männern und Frauen) Achtung, egal, welche Leistungen sie vollbringen. Meistens müssen sie überhaut nix können, ich achte sie einfach, weil sie liebenswerte Menschen sind.
Achtung hat für mich mit Wertschätzung zu tun, und ich schätze Menschen wert, auch wenn sie "Nieten" sind und keine herausragenden Talente haben.

Am allerliebsten hab ich ja nicht die MeisterInnen des Lebens, sondern die, die das Leben trotzdem irgendwie meistern, obwohl es ihnen ständig Prügel vor die Füße wirft.

steppenhund - 29. Aug, 23:55

Erwischt

Da hast Du mich selbstverständlich erwischt. Ohne den Kontext meines Textes zu kennen, klingt das Statement ziemlich oberflächlich. Es kam unter anderem zustande, weil heute beim Begräbnis von Toni Sailer als dem größten Skifahrer aller Zeiten gesprochen wurde.
Ich mochte Toni Sailer sehr, doch der Audruck "größte" kommt mir dumm vor, vor allem wenn dann im Begräbnis damit verglichen wird, wer mehr Zuschauer in Japan gehabt hat, er oder Marilyn Monroe.
Ich habe mich daher um eine Steigerung bemüht, die oberflächlich genauso klingen muss.
Ich freue mich, dass es wenigstens dir aufgefallen ist.
Ein Wahrheitstropfen ist dennoch drinnen. Ich kann nur Menschen achten, die sich bemühen. Nicht diejenigen, die meinen, es ist halt so, da kann man nichts machen. Und dies zur Ausrede nehmen, sich selbst gehen zu lassen.
schmelzpunkt - 30. Aug, 01:31

"Damit ich vor einer Frau wirklich Achtung haben kann, ..." Nö, oder??? Rachmaninow, wenn Du Hunger hast? Finger, welche zwar meisterlich die Pianotasten streicheln, aber nicht das Frenulum? Klavier, wenn Dir nach gemeinsamer Pilzsuche zumute ist durch rauschende Wälder?

virtualmono - 30. Aug, 01:59

Ich kann das nachvollziehen. Es gibt ja durchaus Menschen, die mit Musik so gar nichts anfangen können (und dafür eher visuellen Reizen aufgeschlossen sind) - nun, mit denen wiederum kann ich nichts anfangen, weil sie diesen Bereich ihrer Seele einfach verkümmern lassen...
steppenhund - 30. Aug, 06:39

@schmelzpunkt

Also kochen kann ich mir selbst auch etwas. Und anderes wird ja nicht ausgeschlossen, wenn jemand musikalisch ist. Ganz im Gegenteil;)
Köppnick - 30. Aug, 11:29

Dein erster Satz ist, da hat die Testsiegerin recht, etwas arg missverständlich. Für die Achtung sollte doch außer der einfachen Tatsache, dass jeder Mensch zuvörderst ein Mensch ist, nur noch eine Rolle spielen, was er für Anlagen hat, welche Chancen ihm geboten wurden und wie er beides genutzt hat.

steppenhund - 30. Aug, 12:03

Na Moment einmal. Der Satz ist ein ausgesprochen subjektiver Satz. Darauf habe ich ein Recht, auch wenn ich in der Antwort an die Testsiegerin den Anlass noch erläutert und ihn dadurch etwas relativiert habe.
Ich stelle ihn ein bisschen in der Manier von Oscar Wilde auf. Wer mich nicht akzeptiert, den akzeptiere ich auch nicht. Oder in der schöneren Form: wer mich als Clubmitglied akzeptieren würde, dessen Club strebe ich erst gar nicht an.
Ich habe es in den vielen Jahren oft erlebt, dass ich abgelehnt wurde, weil ich "zu gescheit" war. Oder weil die Menschen gemeint haben, dass mir ein bestimmtes Urteil oder eine Meinung nicht zusteht. Das hat mich immer sehr betroffen gemacht und mich dann wieder in eine ziemliche Introvertiertheit zurückgeworfen.
Bis ich durch Erfahrung auf Folgendes drauf kam:
a) ich habe nicht immer recht.
b) in den Sachen, wo man mir nicht geglaubt hat und mit dem Argument auf mich losgegangen ist, bekam ich recht. Manchmal erst ein paar Jahre später, manchmal zu einem Zeitpunkt, als ich die Konsequenzen bereits gezogen hatte.
Mein Satz ist die Antwort auf die zahlreichen Fehldarstellungen, mit denen ich tagtäglich durch die Medien beschossen werde. (Siehe z.B. bei begleitschreiben, Du hast ja dort schon geantwortet und ich teile nicht deine Meinung.)
Ich leide etwas unter Darstellungen, die so offensichtlich falsch sind, für die es aber anscheinend so viele Entschuldigungen gibt.
Im Prinzip habe ich aber mein Ziel erreicht. Ich konnte einen Superlativ ausdrücken, ohne einen Superlativ überhaupt zu verwenden. Die Reaktionen zeigen mir, dass das anscheinend doch nicht so gut ankommt. Aber wieso dürfen sich das dann andere Personen des öffentlichen Lebens erlauben? Warum gibt es keinen Aufruhr? Wieso können die blauen, nazinahen Regierungsvertreter eine offensive, gewalttätige Sprache verwenden, ohne dass sie entsorgt werden könnten, auf demokratische Weise?
Der Beitrag ist sicher nicht einer, der es in das Wiki schafft. In der eigenen Familie werde ich vermutlich ausreichend verstanden und muss nicht lange erklären, warum ich gerade so etwas formuliere. Die Menschen um mich wissen, wie leicht ich mich begeistern lasse. Das kann auch ein Amateurtheater zustande bringen.
Daher wissen sie auch, dass es hinter diesem Satz noch eine weitere Aussage gibt.
Aber das ist schon viel zu kompliziert und wäre viel zu langwierig zu erklären, oder?
Köppnick - 30. Aug, 21:56

Der Satz ist ein ausgesprochen subjektiver Satz.

Das hat auch keiner abgestritten. Ich schrieb ja: Dein erster Satz ist, da hat die Testsiegerin recht, etwas arg missverständlich.

Auch subjektive Sätze können missverständlich sein. ;-)

Oder in der schöneren Form: wer mich als Clubmitglied akzeptieren würde, dessen Club strebe ich erst gar nicht an.

Das Groucho-Marx-Paradoxon.
dus - 4. Sep, 12:20

dann bestätigt sich ja mein vorurteil, dass sie vor kaum einer frau auf diesem erdball achtung haben.

steppenhund - 4. Sep, 21:16

Das ist wohl schon ein ausgewachsenes und fundiertes Urteil:)
david ramirer - 4. Sep, 22:15

spät dran, aber trotzdem:

ich sehe an deinem ersten satz nichts moralisch fragwürdiges.
mit dem einschub "ihrem gebiet" öffnest du die möglichkeit, alles beliebige einzufügen, das kann auch herzwärme, müssiggang und hingabe grundsätzlich sein.
auch wenn frau argerich in dem satz vorkommt, hat er doch mit klavierspielen nicht wirklich etwas zu tun.
und ich bin 100%ig sicher: bei männern gehst du mit den achtungspartikeln synchron vor.

jeder vergibt seine achtungsteile, wie er es für richtig hält.
das ist ein grundrecht: zu achten, wen man will... aus gründen, die man sagen, oder für sich behalten kann.

steppenhund - 4. Sep, 22:38

Ich glaube, Du hast den Satz so gelesen, wie er gemeint war. Ich habe bei manchen Antworten selbst nachlesen müssen, ob ich ein "nur" geschrieben habe. Habe ich nicht. Eigentlich wäre mir eine Interpretation am liebsten, bei der die LeserInnen herauslesen, wie ich echte Begeisterung umschreibe.
Und zwar eine Begeisterung, die mich unter bestimmten Umständen zu Tränen rühren kann.
In Narziss und Goldmund von Hesse kommt eine Stelle vor, in der Goldmund sagt, dass man jede Frau begehrenswert finden kann. Jede hat etwas ganz spezielles, was sie auszeichnet. Wenn ihr Mittelpunkt auch mit dieser Stärke übereinstimmt, so erweckt dies das unglaubliche Gefühl der Stimmigkeit.
Heute bin ich zwar von Hesse nicht mehr so begeistert wie als Zwanzigjähriger, doch da hat er schon etwas ausgedrückt, mit dem ich heute noch viel anfangen kann.
david ramirer - 4. Sep, 22:45

auch hesse:

"Es gab keine Frau, ohne die man nicht leben konnte - und es gab auch keine Frau, mit der man nicht hätte leben können."

(Klein und Wagner)

:-)
steppenhund - 4. Sep, 22:52

*schmunzel*
Manchmal möchte man aber doch verzichten;)
david ramirer - 5. Sep, 12:04

wenn es nach mir geht: meistens.

:)

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