3
Okt
2012

Gegengewicht

Die Erneuerung der Kirche kommt für sie "nur aus dem Glauben".

Das schreiben die Bischöfe in Österreich.
Da kommt auch vor:

Die Missbrauchskandale, die schwere Ärgernisse darstellen, haben die Glaubwürdigkeit der Kirche erschüttert
. ... Andererseits haben wir Bischöfe seit über einem Jahr immer wieder deutlich gesagt, dass ein Aufruf zum Ungehorsam nicht unwidersprochen hingenommen werden kann. Bleibt es bei einer Art Pattsituation, in der sich dann nur mehr Beschuldigungen gegenseitig aufschaukeln?
Die Kirche ist oft auf einsamem Posten in unserer Gesellschaft, wenn sie Ehe und Familie beschützt und verteidigt.
Wenn wir im Glauben brennen, wird unsere Kirche wieder leuchten und wärmen und andere entzünden.


Die Skandale waren nicht so sehr die Missbräuche, sondern die Verleugnung derselben. Sündern kann man vergeben, aber der Kirche, an die ich glauben soll, nicht.

Und was das "Brennen" angeht, kommen da bei mir fürchterliche Assoziationen hoch.

Ich schreibe das nur, damit auf twoday ein kleines Gegengewicht zur salbungsvollen Elsa-Laska-Romantik existiert.
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david ramirer - 3. Okt, 12:26

ein skandal ist ja auch nach wie vor der realitätsverleugnende und jeden vernünftigen ansatz aushebelnde festgefrorene sandboden, auf dem nicht nur die missbräuche gedeihen sondern etliche andere verirrungen des "geistes", der sich nur versehentlich so nennt.

auch die kirche ist - wie die sünder - nicht frei von fehlern (das hat sie aber mit 100% aller organisationen und projekten gemeinsam).
WAS ihr meiner meinung nach fehlt ist der wille sich zu ändern und schwachsinnige festgefahrene restbestände mittelalterlichen denkens loszuwerden; also in der gegenwart anzukommen.

eine organisation, die sich de facto ca. 250 jahre in der vergangenheit befindet (und sich noch dazu darin gefällt) muss ein problem mit der gegenwart haben - nicht umgekehrt!

steppenhund - 3. Okt, 13:07

Man muss halt an die "gute alte Zeit" glauben:))
HARFIM - 3. Okt, 12:32

Vielleicht wird ja Elsa Laska

die nächste Päpstin und die Katholen kriegen noch mal die Kurve :-)))

steppenhund - 3. Okt, 13:08

Das wäre ein Spass! Zu erleben, wie sich die Kirche dann im Nachhinein rechtfertigt, die Frauen ausgeschlossen zu haben...
HARFIM - 3. Okt, 16:33

Frau Laska rechtfertigt alles,

was katholisch ist. Genau genommen ist sie jetzt schon päpstlicher als der Papst *gg*
lost.in.thought - 3. Okt, 12:34

...an die Kirche glauben. Das finde ich von vorne herein sowieso völligen Schwachsinn. Die Kirche ist ein Verein. So wie Weight Watchers, eine Blasmusikkapelle oder die Dorf - und Stadterneuerung. Kein Schwein würde jemals an etwas wie den "1st Woodquarter Rebels Country Club" GLAUBEN - oder doch?
Man kann da Mitglied sein, man kann eine gemeinsame Linie verfolgen und sich für Ziele begeistern. Aber daran GLAUBEN... naja.
Ich persönlich (wenn ich überhaupt mal - wie zuletzt beim Begräbnis meiner Nachbarin - ein Kirchenhaus betrete) weigere mich ja, beim Glaubensbekenntnis den Satz "... ich glaube an die heilige katholische Kirche... " mitzusprechen. Denn NEIN - ich glaube nicht an diesen Fischereiverein, der jetzt 2000 Jahre alt ist. Und ich bin mir sicher, Jesus würde sich zerkugeln, wenn er wüßte, dass es den überhaupt noch gibt ...

steppenhund - 3. Okt, 13:09

Das mit dem Verweigern dieses Satzes habe ich schon zu einem Zeitpunkt gemacht, als ich noch viel toleranter der katholischen Kirche gegenüber war.
In Äußerungen wie denen auf dem referenzierten Blog kann ich nicht nur das Vereinshafte erkennen sondern außerdem sehen, dass jeglicher Unterschied zwischen katholischen und islamischen Fundamentalisten verloren gegangen ist.
rosenherz - 3. Okt, 13:03

"Die Kirche" war über Jahrhunderte die Institution, die moralische Werte vorgegeben hat für die restliche Bevölkerung. Sie regelte Geschlechtsleben, Familie, Ehe und den alltäglichen Umgang im Miteinander.
Aber was soll mir eine Kirche sagen können, die so etwas wie den Nepotismus am heiligen Stuhl, die machtgewaltige Herrschaft von Papst Rodrigo de Borja, oder die beharrliche Verleugung von Missbrauch in den eigenen Reihen hervorgebracht hat?

steppenhund - 3. Okt, 13:11

Genau, um die Verleugnung geht es. Diese konterkariert jeglichen Bezug auf den Glauben.
pathologe - 3. Okt, 13:32

Nun,

es gilt wie immer die Unschuldsvermutung. Wahrscheinlich glaubt man in der Kirche einfach nur, dass da kein Missbrauch stattgefunden hat. Die andere Art eines Glaubensbekenntnisses.
steppenhund - 4. Okt, 00:19

Ich würde dem Glauben ja durchaus eine bestimmte Bedeutung zumessen, wenn ich davon ausgehe, dass die Dinge rund um uns nicht logisch ergründbar sind und daher eine Art Deus ex Machina erfordern. Aber es ist undenkbar an Menschen zu glauben (oder einen Verein von Menschen), die so nachweislich nur an ihre eigenen Interessen glauben lassen wollen.
Jossele - 3. Okt, 20:00

Ich hab ja nun mit der Kirche vor vielen Jahren anale Erfahrungen gemacht, und es war, nach deren Auslegung, meine Sünde (ich war Kind). Die Kirche brannte nicht, es war mein Anus.

Ich lebe mit einer Partnerin die, unter anderem, für die Ombudsstelle der Diözese tätig ist. Und nichts hat sich geändert. Nach wie vor ist das Schweigegelübte oberstes Gebot, mauern und verleugnen.
Kirche soll unangetastet bleiben, kündet sie doch das Wort Gottes.

Der Aufruf zum Ungehorsam von Helmut Schüller war höchst an der Zeit.

Jede noch so gute Idee wird durch Institution irgendwann ad Absurdum geführt.

(Ich bin kein Christ)

rosenherz - 3. Okt, 22:37

Sowas, kein Christ, doch mit einen christlichen Vornamen ;-) bestraft oder gesegnet?

Apropos Absurdum:
Steppenhund schreibt, die Erneuerung der Kirche kommt für sie "nur aus dem Glauben". Also wenn man sieht, wie die Kirche eine Erneuerung blockiert, kann man da jetzt daraus schließen, dass da kein "Glaube" da ist, von dem eine Erneuerung kommen könnte?
steppenhund - 4. Okt, 00:20

Ich vermute, dass die höchsten Stellen der Kirche alles Atheisten sein müssen. Sonst wäre es unmöglich, dass sie derart Inkonsistentes verzapfen können.
david ramirer - 4. Okt, 00:22

jetzt habe ich mich kurz beim lesen einbremsen müssen, denn ich dachte du hättest "Inkontinentes" geschrieben.

naja, würde auch passen...
mac38 - 5. Okt, 20:08

@Jossele,

man könnte auch sagen: in Ihnen steckte vor jahren ein guter christ.
steppenhund - 5. Okt, 23:34

@mac 38

Man könnte sagen: sehr böse, aber nicht unrichtig.
Ich schätze diese knappe Darstellung.
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