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Legitimer Protest

ConAlma schreibt über die Studentendemos mit einem sehr persönlichen, emotionalen Hintergrund.
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Ich sehe da noch etwas anderes. Ganz tot sind wir Österreicher anscheinend doch noch nicht. Wann immer Regierungen versagt haben, waren es die Studenten, die auf die Straße gegangen sind. Erst später dann auch die Arbeiter.)
Die Studenten sind die Einzigen, bei denen sich Gelegenheit, Überlegung und Frustration gleichzeitig findet. Die Art, wie die bisherigen Regierungen bei uns mit dem Bildungswesen umgegangen sind, ist derart mies, dass es nur zwei Möglichkeiten gibt: sich wie die Lemminge apathisch dem Tod hingeben oder revoltieren.
Dass ein Wissenschaftsminister unfähig ist, hier etwas auszurichten, kann man ja an seiner eigenen Fehleinschätzung von politischen Vereinbarkeiten ersehen. (EU-Kommisar und gleichzeitiger Parteiführungsanspruch in Wien)
Mit großem Erstaunen kann ich nur an die Eliteuniversität erinnern, zu deren Planungszeit ja auch die Investition einer Bildungsmilliarde im Raum stand.
Ich habe inzwischen mit einem Personen im Studentenalter gesprochen, auch solchen, die schon fertig studiert haben. Sie waren alle für Studiengebühren, aber gleichzeitig auch für Leistungsstipendien, die dann auch Lebensunterhaltkosten decken würden. (Damit die ewige Diskussion der Ausschließung aus materiellen Gründen vom Tisch geräumt ist)
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Dass unter anderem Publizistik zum Lieblingsfach geworden ist, überrascht mich nicht. Hier muss offensichtlich kein Leistungsnachweis erbracht werden. Denn selbst die Profis schreiben einen derartigen Holler zusammen, dass sich einmal ein paar ernsthafte Journalisten gegen die Mehrheit der absoluten Stammtischidioten auflehnen sollten.) Leider gilt das mittlerweile sowohl für die Boulevardzeitungen wie für die "angesehenen" Blätter wie Presse und Standard. Selbst der Falter hat sich mit seinem unauthorisierten Meinl-Interview eine ganz schöne Blöße gegeben.
Ich weiß nicht, was als Ausgang der Studentendemos zu erhoffen ist, doch bin ich froh, dass endlich jemand aufgewacht ist.
irishwolfhound - 6. Nov, 09:39

publizistik …

… war schon zu "meiner zeit" vor 20 jahren hoffnungslos überlaufen und der tenor war: fertig studieren tut nur, wer bis dahin keinen job gefunden hat …

es hilft aber der best geschulte PKW-student nix, wenn redaktionen nur willfährige lohnschreiberlinge einstellen. wenn sie überhaupt noch einstellen.

für mich gab es damals nur die alternative, nach deutschland zu gehen oder was anderes zu arbeiten. ich konnte mich nie aufraffen, dieses land zu verlassen.

allerdings gibt auch der österreichische markt den schmierblättern recht. produziert wird nur, was auch gekauft wird.

jedes land bekommt die zeitungen, die es verdient.

das PKW-studium ist ein symptom, aber keine ursache.

steppenhund - 6. Nov, 09:41

Symptom, nicht Ursache ...
stimme ich vollkommen zu.
Aber halt ein sehr aussagekräftiges...
katiza - 6. Nov, 13:21

Wir haben wohl in etwa zur gleichen Zeit studiert, Frau irishwolfhound...waren Sie dabei, als wir damals protestiert haben (87, wenn ich mich recht erinnere, es ging gegen Sparpakete, Drittmittelfinanzierung und Ausverkauf der Unis, gegen Minister Tuppy, für mehr Platz und bessere Ausstattung) u.a. für mehr Platz am Institut und Institutsvorstand Langenbucher in der Schopenhauerstraße vom Container gepredigt hat? Damals habe ich überall gehört, dass PKW KEINE Journalismusausbildung sei, mittlerweile gibt es dafür Fachhochschulen.
Ich habe damals bei meinem ersten Ferialjob im ORF-LS Tirol von Nagiller zu hören bekommen: "Ich nehm Sie, obwohl Sie Publizistik studieren." Journalismus ist ein Lehrberuf, hat man mir oft erklärt - ich hatte gute und schlechte LehrerInnen. Die Mediensituation in diesem lande ist tatsächlich eher trist, aber Frau irishwolfhound: Jedes Land hat die Zeitungen, die es verdient. Ich mag auch den alten Spruch: Überall sonst ist der Mensch die Krone der Schöpfung, bei uns eine Schöpfung der Krone.

Ich freue mich auch, Herr Steppenhund, dass da was erwacht. Ich bin damals in den 80er bei den Uniprotesten politisiert worden - das möcht ich nicht missen ;-) .
irishwolfhound - 6. Nov, 15:00

jep.

ich war von 86 bis 89 an der wiener uni. hab dann - nach dem ersten abschnitt - das studium abgebrochen … am neuen institut war ich nicht mehr.

ich kann mich noch an die eine "computergestützte veranstaltung" erinnern, wo ein paar computer zur verfügung standen, für jeden computer zwei studentInnen zugeteilt wurden und der rest frustriert am gang hockte … es waren zig mal mehr interessierte studentInnen als PC's …

ich würde heute eine fachhochschule vorziehen. da hat man wenigstens seinen sicheren platz. hoffe ich zumindest …

der mit der "schöpfung der krone" ist auch gut. uns so bitter wahr.
steppenhund - 6. Nov, 22:07

Ja. Einfach danke für den Beitrag:)
steppenhund - 6. Nov, 22:08

Schöpfung der Krone!!!
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das hat was!
virtualmono - 6. Nov, 18:05

Don Alphonso hat sich über die mangelhafte Recherche der - immerhin für Geld - schreibenden Zunft auch gerade wieder einmal geärgert...

Wenn man das ganze Geld das überall sinnlos in die Kriegsmaschinerien gesteckt wird in Bildung investierte, dann wäre schon verdammt viel gewonnen.

steppenhund - 6. Nov, 22:07

Ich formuliere es einmal so: Bildung ist ab einem gewissen Alter eine Holschuld, keine Bringschuld. Dazu ist allerdings eine entsprechende Erziehung im Mittelschulalter erforderlich. Wenn die nicht richtig durchgeführt wird, haben es die Studenten schwer. Das gebe ich gerne zu. Und daher laste ich auch einen großen Teil der Verantwortung den Eltern zu. Es geht nicht darum, die Lehrschuld und das Babysitten den Lehrern zu übertragen, sondern es ist notwendig, von zuhause aus die Schüler entsprechend vorzubereiten, damit sie für das offen sind, was ihnen Lehrer mitgeben können.
Und es gibt sehr engagierte Junglehrer, denen man den Schneid ganz schnell abkauft, weil die Eltern die Lehrer pauschal schlecht machen.
irishwolfhound - 7. Nov, 13:49

die methode hat system …

… lauter gutgläubige, nichts hinterfragende dummwählerInnen heranzuziehen. in diesem knäuel noch die schuldigen zu finden (sind eltern schuld, die es selber in diesem schulsystem nicht anders gelernt haben? sind lehrerInnen schuld, die durch dieses schulsystem gegangen sind?) ist schwierig.

geändert werden kann es von ganz oben oder von ganz unten. mal sehen, wie es weiter geht …
steppenhund - 7. Nov, 14:29

Ich bitte darum, meine Aussagen auch in dem Kontext zu verstehen, dass ich bei allfälligen "Schuldzuweisungen" durchaus eine plakative Übertreibung anstelle.
Natürlich spielen hier alle Beteiligten mit. Ich bin nur in der letzten Zeit davon geprägt, dass auf die Lehrer hin gedroschen wird.
Die Systematik bleibt aber die gleiche, wie ganz richtig angesprochen. Wo soll sich denn etwas ändern?
Das ist so wie mit dem Schlagen von Kindern oder von der Übertragung der Elternlasten auf die Kinder. (Das Drama des begabten Kindes; Alice Miller)
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Manchmal ändern sich manche Dinge schlagartig. gestern sah ich ganz zufällig in 3SAT einen Report über Intimrasur. Vor (ich glaube es war 1991) galten unten rasierte Frauen als Schlampen (oder zumindest etwas phony), heute ist es laut Interview genau umgekehrt.
Und das ist rein kulturraummäßig angesiedelt. In arabischen Ländern war der Kahlschlag schon immer die Regel.
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Dass sich so eine Haltung relativ schlagartig umdrehen kann, könnte Hoffnung verleihen, dass sich vielleicht auch andere Dinge schlagartig ändern können.
schmelzpunkt - 6. Nov, 20:47

Bildung, lieber Steppenhund, muss kostenlos sein. Nicht billig. Politik allerdings gehörte grundsätzlich in das Resort "Ehrenamtlich". Mein Gott, wie reich wären doch die Ärmsten!

la-mamma - 6. Nov, 21:39

warum muss bildung kostenlos sein?

ich kann an einem system, das für jeden und jede die kosten ZUNÄCHST übernimmt und sie dann in form eines abzuzahlenden kredits - unter der ausschließlichen voraussetzung, dass der- oder diejenige aufgrund eben seiner oder ihrer ausbildung danach auch einen job hat - absolut nichts verwerfliches finden.
virtualmono - 6. Nov, 21:46

Das Modell gab es ja zu meiner Studienzeit hier (BaFög als zinslosen Kredit...) - ich habe aber keine Ahnung, wie das inzwischen aussieht.
steppenhund - 6. Nov, 21:49

Ich behaupte einmal, dass Bildung tatsächlich kostenlos ist. Die Uni ist nicht die einzige Stätte, an der Bildung erworben werden kann. Es war sogar einmal ein Grundverständnis, dass Bildung mit dem Erreichen der Matura (bzw. Abitur) einen gewissen Grundzustand ausweist.
Einen, auf dem sich dann der oder die Interessierte weiter vertiefen kann. Es ist auch keine besondere Anstrengung notwendig, wenn sich jemand wirklich für ein Fach begeistert, die notwendigen Resultate für ein Begabtenstipendium zu erreichen.
Ich persönlich bin bereit, meinen Obolus für Gesundssystem, Pensionssystem, Schulsystem, Eisenbahn etc. zu berappen. Doch ich bin nicht bereit, einen Studenten durchzufüttern, von dem ich höre, dass er eigentlich gar nicht weiß, ob er das "Richtige" studiert. "Mal schauen!" Da urteile ich einmal ganz hart und behaupte, dass da nichts wirklich Vernünftiges für ein späteres Berufsleben herauskommen wird. Und daher bin ich Fan von Eingangsprüfungen, Eingangsgesprächen oder der Praktik, wie sie an der Technik gehandhabt wird. Mathematik 1+2, Mechanik 1+2 mit den entsprechenden Übungen. Ich habe geflucht darüber, vor allem, wenn ich feststellen musste, dass in Mechanik mathematische Kenntnisse vorausgesetzt werden, die man weder in der Mittelschule noch in den ersten Semestern Hochschule erworben hat.
Aber die Leute, die sich da durchgebissen haben, haben dann auch mit wesentlich höherem Prozentsatz fertigstudiert.
Ich habe abgebrochen, allerdings erst nach abgeschlossener Diplomarbeit. Ein paar Prüfungen haben gefehlt, doch das Berufsleben hat mich gelockt und die damalige Chance auf Selbstständigkeit. Doch auch ohne Studienabschluss schafft man es bis zum Universitätslektor auch auf mehreren Unis. Das Studium ist nicht die Grundvoraussetzung für einen Job. Ich kenne Techniker, die von einer HTL kommen und Karriere gemacht haben.
Was das Studium allerdings bedeutet, ist die Chance, sich in einem Fach wirklich zu vertiefen, um kennen zu lernen, dass die Details oft erst die Probleme aufwerfen. Und es gibt die Chance, in einem Beruf zu arbeiten, den man fachlich gern macht.
Ich hätte auch Medizin oder Germanistik studieren können und meine Einstellung zu dem Thema würde sich nicht geändert haben.
Der Ausdruck Bildung ist der springende Punkt. Ich kenne kaum jüngere Leute von der Art, die ich früher verehrt habe. Ca. 20-40 Jahre älter als ich und auf den verschiedensten Gebieten beschlagen. Da kannte ein Techniker seinen Puschkin und Ärzte sowie Bauingenieure waren begnadete Hobbymusiker mit eigenen Hausmusikabenden.
Jörg Mauthe hat einmal geschrieben, dass der wahre Österreicher sein besten Leistungen in einem vollkommen fremden Gebiet erbringt. So kann ein kleiner Beamter weltweit bekannt sein, weil er auf einem Gebiet der Naturwissenschaft eine der Weltkoryphäen darstellt.
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Dass eine gute Ausbildung nicht billig sein kann, versteht sich. Vor dreißig Jahren, als Arbeitsplätze noch länger bei einer Firma angesiedelt waren, hieß es, dass ein mittlerer Angestellter das Unternehmen im ersten Jahr umgerechnet 60.000 EUR kostet. (Nicht nur sein Gehalt sondern auch das, was andere zeitmäßig in Beschäftigung mit ihm hineinstecken.)
Diese Kostenrechnung ist heute sicher nicht mehr anzustellen. Unsere ganze Zeit ist viel schnelllebiger geworden.
Wir haben Bibliotheken, die fast oder ganz gratis sind. Mit zwei McDonalds-Mahlzeiten kann man sich das Internet leisten, auf dem man praktisch in jedem Gebiet mehr Wissens- und Bildungsvermehrung erreichen kann, als es vor einhundert Jahren vielleicht möglich war.
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Aber um eines kommt man nicht herum: man muss lesen, studieren, üben, hackeln, arbeiten, Zeit investieren. Man darf nicht aufgeben, wenn etwas nicht sofort verstanden wird. Man muss ein Ziel haben, was man eigentlich wissen will. Das bedeutet eine entsprechende Neugier. Oder mit einem schöneren Wort, es bedeutet Interesse haben.
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Die oft angetroffene Haltung (beileibe nicht von allen): "Schauen wir einmal, was uns da der Professor erzählt, dann werden wir schon sehen, ob es uns interessiert." ist in meinen Augen unsittlich und fast schon Bettelei, wenn wir das Überangebot an Information betrachten, welches heute bereits den Schülern angeboten wird. Ein Blogger, der heute leider nicht mehr schreibt, hat sehr schön über die Informationsprojekte berichtet, mit denen versucht wurde, Schüler der höheren Klassen über den Inhalt verschiedener Stoffgebiete zu informieren.
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Und nehmen wir einmal an, dass den Studenten das spielerische Lernen gestattet sein sollte. So ähnlich, wie es zu früheren Zeiten Entwickler in Unternehmen gab, denen gestattet war, vollkommen frei vor sich hinzuforschen. (Philips, IBM, DEC, TI, etc...) dann wird das denjenigen erlaubt, die bereits bewiesen haben, dass sie etwas können. Das kann sowohl in einem Eignungsgespräch als auch in einem Eignungstest passieren, wenn er gut angelegt ist.
Aber für Vorschusslorbeeren beim Eintritt in ein Studium ist es zu spät. Zumindest sollten die Studenten dann schon Bundesheer oder Zivildienst abgeleistet haben, was ein ziemlicher Eye-Opener sein kann, wie das richtige Leben aussieht.
Und dann erhebt sich bereits die Frage, wieso Frauen vom Zivildienst ausgenommen sind?
steppenhund - 6. Nov, 21:56

@virtualmono und la-mamma

Die Kreditgeschichte funktioniert ja in den angelsächsischen Ländern, doch bin ich nicht sicher, ob sie bei uns ebenfalls in der gleichen Form funktionieren würde.
Aber es ist sicher zumindest ein Lösungsansatz.
Ich bin ja auch durchaus dafür, dass Studenten frei studieren dürfen, wenn "SIE NICHT ZU BLÖD DAFÜR SIND!"
Und damit meine ich nicht Intelliquenz sondern die Reife der Lebenseinstellung. Ich verurteile: "Ich weiß eigentlich nicht, ob ich das Richtige studiere. Ich studiere das, weil ... mit einer Reihe von vollkommen fadenscheinigen Gründen." Ignoranz im Alter von 18 Jahren ist in der heutigen Zeit des Internets ein Armutszeugnis, und zwar ein geistiges.
Wenn mir das jemand als Arroganz und Kaltschnäuzigkeit vorwirft - oder als asoziales Verhalten, dann kontere ich mit der Akzeleration der Lebensgenüsse, mit der Senkung des Führerscheinalters und vor allem mit der Senkung des Wahlalters.
Wieso sollte jemand wählen dürfen, der zu blöd ist um zu wissen, warum er eigentlich etwas Bestimmtes studiert und was er sich daraufhin für sein weiteres Leben vorstellt.
virtualmono - 6. Nov, 22:14

Du bringst es genau auf den Punkt (aber da sind wir uns ja sowieso einig) - es gibt praktisch keine Information zu irgendeinem Wissensgebiet, die man sich nicht kostenlos oder sehr kostengünstig (Internet, z.B. Softwareherstellercommunities, Foren, Blogs, oder aber Bibliotheken) besorgen könnte, wenn man denn wirklich bereit ist sich Wissen anzueignen. Ein ehemaliger Nachbar - an sich auch ein richtiger Computerfreak - meinte damals, als die PCs noch in den Kinderschuhen steckten, C sei so abgedreht, "da blickt doch keine Sau durch wenn man nicht mal einen Kurs macht"... ich habe dann nicht viel später das Gegenteil bewiesen, indem ich in VAX-C ein Mail-Interface zwischen DEC All-In-One und HP-Deskmanager/3000 (unter HP-MPE) programmiert habe - das war alles noch in den Zeiten vor den heutigen offenen Standards, und ein Kollege aus der COBOL-Ecke hat die HP-Seite gestrickt... und wie habe ich das gemacht? Nun, ich habe mir einfach den Kernigan-Ritchie besorgt und erst einmal mit kleinen Progrämmchen angefangen, mich in die Sprache einzuarbeiten - und es hat einen Riesenspaß gemacht, wenn die dann gemacht haben was sie sollten und um dieses oder jenes Feature erweitert wurden.

Wie Du ja weißt bin ich heute absolut PL/SQL-begeistert - auch das war anfangs ein hartes Brot, besonders da ich gleich ins kalte Wasser geschmissen wurde - mein erstes großes Modul war - dreimal darfst Du raten - ein Interface von Oracle Applications 11.03 zu unsere guten alten HP, nur daß ich diesmal die COBOL-Seite gleich mitprogrammiert habe, denn auch da wollte ich irgendwann einfach wissen wie es geht... und man kann sich wirklich alles in der Dokumentation zusammensuchen, wenn man die meiner Meinung nach teilweise etwas krude Systematik in der Oracle-Doku erst einmal durchschaut hat (die Dokumentation ist Klasse, aber man muß natürlich in etwa wissen wonach man sucht).

Das Problem ist heutzutage wohl eine gewisse "Konsumhaltung" bei vielen Schülern und Studenten - sie wollen alles auf dem Silbertablett präsentiert bekommen. Daß ein Großteil des Verständnisses für eine Sache aus der selbständigen Beschäftigung damit entspringt scheint mehr und mehr verdrängt zu werden.
steppenhund - 6. Nov, 22:29

Genau. Silbertablett trifft es.
Woher kommt eigentlich diese Anschauung, dass einem alles beigebracht werden muss?
Übertreffbar noch durch die Frage: "Kannst Du mir das einmal einfach und schnell in fünf Minuten erklären?"
Und das bei einer Sache, in die man Jahre hineingesteckt hat. Und ich wage zu behaupten, für eine Information, zu der es keinen Königsweg gibt.
virtualmono - 6. Nov, 23:26

"Kannst Du mir das einmal einfach und schnell in fünf Minuten erklären?"

Meistens lautet meine Standardantwort hier "Das kommt ganz darauf an, was Du eigentlich machen willst", gefolgt von einer ganzen Reihe Fragen meinerseits, um das erst einmal herauszufinden - und wenn das jemandem zu mühsam ist, sich diese Gedanken zu machen, dann sollte er mich besser nicht fragen. Wie heißt es doch gleich so schön: "There is no parameter FAST=TRUE" ;-)
steppenhund - 6. Nov, 23:56

Fast wahr:)))
irishwolfhound - 7. Nov, 13:55

*autsch!*

ich wäre für ein verpflichtends praxisjahr, bevor man zu studieren beginnt. dann könnte man als studentIn vielleicht auch besser abschätzen, ob man das, was man sich theoretisch ausgesucht hat, auch praktisch will.

zu meiner zeit war es aber so, dass man direkt von matura auf die uni musste, wenn man die kinderbeihilfe weiter beziehen wollte. und meine eltern hätten sich ohne kinderbeihilfe mein studium gar nicht leisten können … so bin ich wenigstens bis zum 1. diplom gekommen. mit nebenjob, versteht sich.

überzählige studentInnen rausprüfen ist der grösste schwachsinn … man sieht ja, was überbleibt …

erfindungen werden nicht vorgeplant. sie passieren mit "schau mer mal". aber scheinbar sind wir in einem derartig totalitär geprägten land, dass man "schau mer mal" sofort als taugenichtse tituliert …

wie war das mit der schöpfung der krone …?

so, ich klink mich jetzt aus, sonst muss ich …
steppenhund - 7. Nov, 14:20

Das mit der Kinderbeihilfe ist natürlich eine Regulierung in die falsche Richtung. Um den vernünftigen Praxisjahrvorschlag leben zu können, müsste natürlich auch die Regelung mit der Kinderbeihilfe geändert werden. Beides scheint aber in unserem Land so ausgeschlossen, dass man nicht weiter darüber diskutieren muss.
Das mit dem "Schau mer mal"-Taugenichts-Gleichsetzung in Zusammenhang mit Erfindungen bringen, ist eine gewagte Assoziation. Wie ich geschrieben habe, ist das "Schau mer mal" durchaus legitim, wenn bereits eine Veranlassung da ist, eine gewisse Erfolgschance zu erwarten.
Rein zufällig wird nichts erfunden. Das behaupte ich einmal so einfach. Es ist vielleicht nicht nachvollziehbar, warum jemand etwas erfunden hat, doch die Assoziationen kommen eben aus seinem Wissens- und Erfahrungsumfeld.
Und es gibt soviele "Taugenichts", dass unsere Patentämter mit ganz tollen und bahnbrechenden Erfindungen gefüllt sein müssten.
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Gerade kürzlich durfte ich mit einer Bloggerin plaudern, die letztlich etwas anderes gemacht hat, als sie ursprünglich wollte. Aber da gab es Wünsche und Vorstellungen, die revidiert werden mussten. Schlussendlich kam ein etwas anderes, wenn auch verwandtes Studium mit Abschluss heraus. Und sie macht jetzt einen von ihrem Fach begeisterten, selbstbewussten und verantwortlichen und überaus tüchtigen Eindruck.
Dass das Leben einen manchmal andere Wege einschlagen lässt, schließe ich nicht aus. Doch was ich voraussetze, ist die bewusste, überdachte Entscheidung an den Wegkreuzungen.
testsiegerin - 6. Nov, 21:52

Ich gehöre zu denen, die sich total darüber freuen, dass die studentInnen endlich aufwachen und sich zur wehr setzen. wer, wenn nicht sie?
und ich bin definitiv gegen studiengebühren und finde auch, dass bildung kostenlos sein muss. und dass bildung nicht mit einer "ausbildung" verwechselt werden darf, sondern ein wert für sich ist, der allen zugänglich sein soll. auch denen, die aussteigen, nicht fertig studieren oder einfach länger brauchen, bis sie das richtige finden.
und dass nicht nur die studieren können, die ihr studium blitzartig durchziehen und nicht nach rechts und nach links schauen.

wobei: die forderung "reiche eltern für alle", die unterschreibe ich sofort.

steppenhund - 6. Nov, 22:02

Ich habe nichts gegen Studenten, die auch links und rechts schauen. Ich habe auch nichts dagegen, wenn ein Student statt 10 Semestern 14 braucht.
Aber ich habe etwas dagegen, wenn ich mit Studienabsolventen oder Studierenden zu tun habe, die kurz vor dem Studienende die Frage nicht beantworten können, was sie im weiteren Leben tun wollen, geschweige denn, was sie sich erträumen.
Und ich behaupte, dass im Allgemeinen die Menschen heute viel weniger wissen, als sie wissen könnten.
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Und das fängt schon damit an, wenn ich (wie es früher häufiger vorgekommen ist) in einem Blog einen Terminus Technicus anwende, sei es etwas Technisches, sei es etwas aus dem Bereich der Philosophie, und eine Rückfrage bekomme, was ein bestimmtes Wort heißt. - Es bedeutet nämlich wesentlich weniger Energie, das Wort doppelt anzuklicken, in das Suchfenster einzugeben und aus der ersten Seite des Resultats entweder einen Wikipedia-Eintrag oder eien einschlägige Pdf-Datei abzurufen. Die Antwort kommt unmittelbar und mit weniger Aufwand.
virtualmono - 6. Nov, 22:18

*gnihihi* - sag ich doch ;-)
rosmarin - 6. Nov, 22:26

endlich scheinen einige deutsche studenten auch aufzuwachen.... http://sdajmuenchen.twoday.net/....
und ich wundere mich schon seit jahren, warum überhaupt keiner in diesen unseren ländern, gegen den wahnsinn angeht. jetzt frage ich mich nur noch, wann endlich die steuerzahler in die gänge kommen...., wann die arbeitnehmer......, wann die die zeitungsleser undsoweiter undsoweiter
la-mamma - 7. Nov, 16:08

jetzt ist mir die antwort zu lang für einen kommentar geraten -...

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