Woran erkennt ein Psychiater man einen Schizophrenen innerhalb seiner eigenen Familie (der des Schizophrenen natürlich)? - An seinem natürlichen Verhalten. Der Kranke ist der Einzige, der sich so verhält, wie er ist, alle anderen versuchen sich unter Beobachtung eines Arztes normaler zu verhalten.
Sehr schön hat mir auch die Schilderung eines Experimentes gefallen, bei dem ein Psychiater einen anderen Menschen beurteilen sollten, den man ihm als Geisteskranken vorgestellt hatte. Dumm nur, dass dieser ebenfalls ein Psychiater war, dem man dieselbe Geschichte seines Counterparts erzählt hatte. Ich glaube, ich habe diese Geschichte im Buch der verrückten Experimente von Reto Schneider gelesen. Die beiden Ärzte haben recht lange gebraucht, bis sie das Versuchssetting aufgedeckt hatten.
Im Rahmen eines vor Jahren im Mental Research Institute durchgeführten derartigen Experiments fragten wir den Gründer und ersten Direktor unseres Instituts, den Psychiater Don D. Jackson, der ein international bekannter Fachmann auf dem Gebiet der Psychotherapie der Schizophrenien war, ob er es uns erlauben würde, ihn bei einem Erstinterview mit einem paranoiden Patienten zu filmen, dessen Wahnvorstellung hauptsächlich darin bestand, ein klinischer Psychologe zu sein. Dr. Jackson war einverstanden, und unser nächster Schritt war, einen klinischen Psychologen, der sich ebenfalls mit der Psychotherapie von Psychosen befaßte, zu fragen, ob er willens sei, sich in einem Erstinterview mit einem paranoiden Patienten filmen zu lassen, der glaubte, ein Psychiater zu sein. Auch er sagte zu.
Wir brachten die beiden dann in einer Art Supertherapiesitzung zusammen, in der beide Doktoren prompt darangingen, die »Wahnvorstellung« des anderen zu behandeln. Für die Zwecke unseres Experiments hätte die Situation kaum perfekter sein können: Dank ihres Zustands von Desinformation verhielten sich beide zwar individuell durchaus richtig und »wirklichkeitsangepaßt« - bloß daß eben dieses richtige und wirklichkeitsangepaßte Verhalten in der Sicht des anderen ein Beweis von Geistesstörung war. Oder anders ausgedrückt: Je normaler sich beide verhielten, desto verrückter schienen sie in den Augen des Partners.
Die stelle ich hier nicht mehr aus. Es gibt sehr viele Leser hier, die sie kennen. Der intelligente Leser oder Leserin, der mich wirklich kontaktieren will, wird wissen, wie es zu bewerkstelligen ist;)
Sehr schön hat mir auch die Schilderung eines Experimentes gefallen, bei dem ein Psychiater einen anderen Menschen beurteilen sollten, den man ihm als Geisteskranken vorgestellt hatte. Dumm nur, dass dieser ebenfalls ein Psychiater war, dem man dieselbe Geschichte seines Counterparts erzählt hatte. Ich glaube, ich habe diese Geschichte im Buch der verrückten Experimente von Reto Schneider gelesen. Die beiden Ärzte haben recht lange gebraucht, bis sie das Versuchssetting aufgedeckt hatten.
http://www.systemagazin.de/serendipity/index.php?/archives/776-Therapeuten-unter-sich.html
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jenes käme dann von watzlawick and friends
@Rosmarin
Im Rahmen eines vor Jahren im Mental Research Institute durchgeführten derartigen Experiments fragten wir den Gründer und ersten Direktor unseres Instituts, den Psychiater Don D. Jackson, der ein international bekannter Fachmann auf dem Gebiet der Psychotherapie der Schizophrenien war, ob er es uns erlauben würde, ihn bei einem Erstinterview mit einem paranoiden Patienten zu filmen, dessen Wahnvorstellung hauptsächlich darin bestand, ein klinischer Psychologe zu sein. Dr. Jackson war einverstanden, und unser nächster Schritt war, einen klinischen Psychologen, der sich ebenfalls mit der Psychotherapie von Psychosen befaßte, zu fragen, ob er willens sei, sich in einem Erstinterview mit einem paranoiden Patienten filmen zu lassen, der glaubte, ein Psychiater zu sein. Auch er sagte zu.
Wir brachten die beiden dann in einer Art Supertherapiesitzung zusammen, in der beide Doktoren prompt darangingen, die »Wahnvorstellung« des anderen zu behandeln. Für die Zwecke unseres Experiments hätte die Situation kaum perfekter sein können: Dank ihres Zustands von Desinformation verhielten sich beide zwar individuell durchaus richtig und »wirklichkeitsangepaßt« - bloß daß eben dieses richtige und wirklichkeitsangepaßte Verhalten in der Sicht des anderen ein Beweis von Geistesstörung war. Oder anders ausgedrückt: Je normaler sich beide verhielten, desto verrückter schienen sie in den Augen des Partners.