Unsere armen Fussballer
Jetzt eben fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Unsere Fussballer können keine Tore schießen können. Das doppelte Können ist beabsichtigt. Unsere Nation wird in immer wiederkehrenden Gehirnwäschen darauf trainiert, eben ............................................... kein ...............................................Tor....zuschießen.
Zufällig zapte ich in die Endphase der Dancing Stars. Es ist allerdings egal, ob es sich um die Dancing Stars oder um die Musical Stars oder sonst irgendwelche Stars nach dem Muster der zehn kleinen Negerlein handelt.
Der oder die ausscheidenden Teilnehmer werden mit einem gerade genüßlichen Sadismus gefeiert, der selbstverständlich sein Gegenstück den Masochismus nach sich zieht.
Wenn von zehn Paaren eines ausscheiden muss, wird nicht dieses genannt, sondern "ganz positiv" einmal alle verbleibenden wegsortiert. Als wäre das nicht Verzögerung genug, wird die Ankündigung der verbleibenden Paare nach einem immer gleichen Muster verlautbart.
[In der nächsten Woche dabei sind, Nächste Woche noch mittanzen dürfen, nicht ausgeschieden sind für nächste Woche, ...] und dann kommt eine fünfsekündige Pause - kunstvollst hinausgedehnt.
Ja, das ist Spannung. Da lebt er auf, der Österreicher und die Österreicherin, da tritt der Moderator fröhlich vor sein Volk und läßt's genüßlich warten.
Im Inneren aber denkt er sich sein Teil, hier wird jetzt Macht gezeigt, jetzt hab ich dort euch, wo ich will und seid ihr ausgeliefert mir auf Gnade. Denn ich nur weiß, was hier im Umschlag steckt und kann ich schneller lesen doch nicht.
Das ist es, was wir Österreicher lieben. Das ist es, was unsere Fussballer uns geben möchten. Diese FÜNF Sekunden Spannung, bevor der Ball sich hurtig in das Netz begibt.
Bei heimischen Spielen klappt das ja ganz gut, denn der gelernte österreichische Verteidiger ist ebenfalls in Kenntnis dieser showeinlagenmäßigen Dramatik und spielt mit.
Doch wehe, wehe, wenn wir gegen feindliche Völker antreten. Die haben von Kultur und Spannungsgeladenheit keine Ahnung, von Kunst und Medien auch nicht. Die warten keine fünf Sekunden. Die nutzen sie viel lieber, um in der viereinhalbten Sekunde den Ball noch vom Schussbein des angetretenen Schützen wegzuspitzeln.
-
Unser Fussballer können wirklich nichts dafür. Die verhalten sich so, wie das Publikum in seinem ungebremsten Masochismus es verlangt. Unsere Circences benötigen eben unsere fünf Sekunden. Man könnte in der Zeit natürlich auch auf eine alte österreichische Pratersensation zurückgreifen, den Watschenmann.
Und während die Moderatoren noch künstlich ihre Leseunfähigkeit unter Beweis stellen, wird ihnen jede Sekunde eine verpasst.
Patsch, patsch, patsch, patsch, patsch.
Und den Drehbuchautor überantworten wir dem Fussballtrainer. Der wird sich schon zu bedanken wissen für diese Art der Verbildung.
Zufällig zapte ich in die Endphase der Dancing Stars. Es ist allerdings egal, ob es sich um die Dancing Stars oder um die Musical Stars oder sonst irgendwelche Stars nach dem Muster der zehn kleinen Negerlein handelt.
Der oder die ausscheidenden Teilnehmer werden mit einem gerade genüßlichen Sadismus gefeiert, der selbstverständlich sein Gegenstück den Masochismus nach sich zieht.
Wenn von zehn Paaren eines ausscheiden muss, wird nicht dieses genannt, sondern "ganz positiv" einmal alle verbleibenden wegsortiert. Als wäre das nicht Verzögerung genug, wird die Ankündigung der verbleibenden Paare nach einem immer gleichen Muster verlautbart.
[In der nächsten Woche dabei sind, Nächste Woche noch mittanzen dürfen, nicht ausgeschieden sind für nächste Woche, ...] und dann kommt eine fünfsekündige Pause - kunstvollst hinausgedehnt.
Ja, das ist Spannung. Da lebt er auf, der Österreicher und die Österreicherin, da tritt der Moderator fröhlich vor sein Volk und läßt's genüßlich warten.
Im Inneren aber denkt er sich sein Teil, hier wird jetzt Macht gezeigt, jetzt hab ich dort euch, wo ich will und seid ihr ausgeliefert mir auf Gnade. Denn ich nur weiß, was hier im Umschlag steckt und kann ich schneller lesen doch nicht.
Das ist es, was wir Österreicher lieben. Das ist es, was unsere Fussballer uns geben möchten. Diese FÜNF Sekunden Spannung, bevor der Ball sich hurtig in das Netz begibt.
Bei heimischen Spielen klappt das ja ganz gut, denn der gelernte österreichische Verteidiger ist ebenfalls in Kenntnis dieser showeinlagenmäßigen Dramatik und spielt mit.
Doch wehe, wehe, wenn wir gegen feindliche Völker antreten. Die haben von Kultur und Spannungsgeladenheit keine Ahnung, von Kunst und Medien auch nicht. Die warten keine fünf Sekunden. Die nutzen sie viel lieber, um in der viereinhalbten Sekunde den Ball noch vom Schussbein des angetretenen Schützen wegzuspitzeln.
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Unser Fussballer können wirklich nichts dafür. Die verhalten sich so, wie das Publikum in seinem ungebremsten Masochismus es verlangt. Unsere Circences benötigen eben unsere fünf Sekunden. Man könnte in der Zeit natürlich auch auf eine alte österreichische Pratersensation zurückgreifen, den Watschenmann.
Und während die Moderatoren noch künstlich ihre Leseunfähigkeit unter Beweis stellen, wird ihnen jede Sekunde eine verpasst.
Patsch, patsch, patsch, patsch, patsch.
Und den Drehbuchautor überantworten wir dem Fussballtrainer. Der wird sich schon zu bedanken wissen für diese Art der Verbildung.
steppenhund - 8. Feb, 22:43

