Als Mann wundere ich mich einfach ...

Heute bei der Hausärztin habe ich die Gelegenheit, eine typische Frauenillustrierte durchzublättern. Woman, Ausgabe 2 aus 2008. Dabei entdecke ich, wieviele berühmte Schauspielerinnen alle möglichen Unterstützungsaktionen für Barack Obama unternehmen.
Jetzt habe ich persönlich nichts gegen Obama, wenn ich von seiner Jugend absehe und mir nicht irgendwie die Ähnlichkeit mit der Serie "24" nicht durch den Kopf gehen würde.
Dass ich persönlich eher für Hillary Clinton stimmen würde, hängt damit zusammen, dass ich ihr mehr Erfahrung im Amt zutrauen würde.
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Überrascht bin ich aber, dass gerade in einer Frauenzeitschrift so deutlich kundgetan wird, wie sehr die Frauen für Obama schwärmen. Im Artikel war sehr wenig von politischen Programmen die Rede. Aussehen und Charisma scheinen den Ausschlag zu geben.
Vielleicht wollen aber die Frauen nur lieber einen Mann an der Spitze als eine Frau. Vielleicht fände ich auch gar nichts daran, wenn es auch eine Liste von Frauen gäbe, die Hillary unterstützen.
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Habe ich geschrieben, dass ich mich als Mann wundere? Stimmt ja gar nicht. Es passt unheimlich gut zur Emanzipation;)
PeZwo - 7. Feb, 15:37

Die Emanzipation hat sinngemäß das gleiche Schicksal wie der Kommunismus.

Aus einer ursprünglich berechtigten und guten Bewegung wurde im Laufe der Zeit in der Praxis eine ideologische Mißgeburt, die denjenigen, denen die Idee helfen sollte, tlw. mehr Schaden brachte als vorher.

steppenhund - 7. Feb, 16:02

Ich bin gespannt, was die Damen zu diesem Thema und zu deiner Aussage zu sagen haben.
Ich vertrete ja eine ähnliche Meinung, wobei ich mich immer wieder über mangelnde Solidarität unter den Frauen wundere.
Dabei vergleiche ich Meinungen, die ich von meinen früheren KollegInnen über ihre KollegInnen gehört habe. Das Schimpfen eines Mannes über seinen Konkurrenten hat einen anderen Stil als das Schimpfen einer Frau über ihre Konkurrentin. Es gab auch schon genügend Frauen, die mir genau das aus eigener Wahrnehmung bedauernd bestätigt haben.
PeZwo - 7. Feb, 16:46

ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht.

"Lieber mit 10 Männern arbeiten als mit einer Frau"... den Satz hörte ich sinngemäß bereits öfters von diversen Damen und habe ihn gerade erst gestern wiedermal von einer WEIBLICHEN Kollegin gehört.

Einer der vielen Fehler der Emanzipation lag darin, dass die Frauen nicht auf ihrem Schlachtfeld kämpften. Sie versuchten immer wieder die besseren Männer zu sein anstelle sich auf ihre geschlechtereigenen Stärken zu besinnen. So begannen sie einen Machtkampf mit dem männlichen Geschlecht der auf dem männlichen Schlachtfeld stattfand... und wo sie daher nur verlieren können.
rosenherz - 7. Feb, 19:27

na, ihr habt wohl schlechte erfahrungen gemacht mit dem thema frauensolidarität. ich kann von mir sagen, ich arbeite mit einer frauengruppe seit zehn jahren zusammen, und hab bisher keinen grund gehabt, zu klagen. allerdings, in dieser gruppe ist schimpfen so gut wie unbekannt, weder über männer noch über frauen. wir haben eine menge themen, die wir interessant finden und wo wir uns engeagieren.
da kommen wir gar nicht auf die idee, über konkurrenz zu lästern.
steppenhund - 7. Feb, 19:29

Es gibt ja auch Frauen, mit denen man befreundet ist. Und die schimpfen oder lästern auch nicht.
walküre (anonym) - 8. Feb, 10:23

Frauensolidarität

ist ein relativer Begriff: Soll ich mich mit jemandem verbünden, nur weil er dem selben Geschlecht angehört wie ich ? Ich mein, ich würde genausowenig mit dem erstbesten Mann schlafen, nur weil er eben ein solcher ist. Geschlecht, Hautfarbe, Abstammung und Herkunft sagen rein gar nichts über den Menschen per se aus, auf dessen Charakter kommt es aber an, wenn es um solch essenzielle Belange wie Solidarität geht. Emanzipation gehört grundsätzlich zu den Dingen, die jede Frau zu einem nicht unwesentlichen Teil für sich selbst durchsetzen in ihrem eigenen Leben durchsetzen muss. Gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit und gleiche Rechte in der Gesellschaft (Wahlrecht usw.) müssen gesetzlich verankert sein, im eigenen Umfeld "sich auf die Hinterfüße stellen" muss jede Frau im Endeffekt alleine. Auch der Quotenregelung stehe ich eher skeptisch gegenüber, denn wenn bestimmte Posten mit Frauen besetzt werden müssen, neige ich zynischerweise dazu, auch darauf zu bestehen, dass beispielsweise in den Supermärkten genausoviele Männer wie Frauen arbeiten müssen !

Für einen grundlegenden Irrtum halte ich übrigens, Frauen und Männer als wesensgleich zu betrachten; jedes Geschlecht hat - verallgemeinernd formuliert - seine eigenen geschlechtsspezifischen Schwächen und Stärken, wobei man natürlich jeweils mit den Stärken arbeiten und die Schwächen im Zaum halten sollte. Männer und Frauen betrachte ich als Individuen, denen (zumindest heutzutage noch) gewisse geschlechtsbedingte Eigenschaften und Verhaltensweisen innewohnen. Wenn man ohne diskriminierendes Verhalten dieser Tatsache Rechnung trägt, ist ein friedliches und konstruktives Miteinander sehr wohl möglich - beruflich wie privat.
walküre - 8. Feb, 10:27

Das erste

"durchsetzen" kann man sich wegdenken. :-)
steppenhund - 8. Feb, 13:29

Das mit dem doppelten "durchsetzen" passt schon;) Darum geht es ja eigentlich.
Du hast natürlich recht, dass nicht so sehr auf das Geschlecht sondern auf den Menschen selbst ankommt. Aber das bringt mich ja auf die Frage:
Wirken Männer charismatischer als Frauen? Vielleicht weil mehr Frauen auf männliches Charisma ansprechen als Männer auf frauliches. Gibt es so etwas wie ein frauliches Charisma in der Politik überhaupt. Von Thatcher, Golda Meir, Angela Merkel kann man das ja schwer behaupten, oder?
walküre - 8. Feb, 17:28

Dass Männer

im allgemeinen charismatischer wirken als Frauen, kann gut möglich sein, Charisma ist nämlich unter anderem eine Frage des Selbstwertgefühls, und selbiges ist leider nach wie vor sowohl erziehungs- als auch medienbedingt beim Gros der Frauen stark defizitär. Wieviele Männer kennst du, die zu Beginn der Badesaison panisch werden und verzweifelt überlegen, wie sie (zum Teil mit freiem Auge nicht sichtbare) Fettpölsterchen verschwinden lassen bzw. kaschieren können ? Wieviele Männer kennst du, die angesichts eines Markus Schenkenberg, Julian Khol oder Brad Pitt das dringende Bedürfnis verspüren, sich ob der eigenen körperlichen Unzulänglichkeiten augenblicklich im nächsten Erdhaufen zu vergraben ? Vermutlich keinen, sofern du nicht schwule Freunde hast !

Einem Weltbankpräsidenten ist es schnurz, ob er mit löchrigen Socken durchs Leben spaziert, die meisten einflussreiche Männer kümmert es einen feuchten Kehricht, ob ihre Frisur bei Regen und Wind Schaden nimmt und selbst wenn sie optisch in eine etwas peinliche Situation geraten, nimmt ihre Reputation deswegen nicht ab. Eine Angela Merkel mit sturmzerzaustem Haar wird sofort von der Presse ins Lächerliche gezogen, selbst wenn sie zuvor maßgebliche Erfolge bei irgendwelchen Verhandlungen erzielt hat ! Die Eiserne Lady habe ich übrigens als durchaus charismatisch empfunden, ebenso Golda Meir, Indira Gandhi und auch Evita Peron, nicht zu vergessen Benazir Bhutto, deren Gegner durchaus auch ihre Ausstrahlung fürchteten.
steppenhund - 8. Feb, 18:22

@Walküre

Bei den letzten dreien kann ich ebenfalls Charisma erkennen, bei Thatcher und Angela Merkel gelingt mir das nicht. Aber das tut nichts zur Sache.
Deine Darstellung mit dem Selbstverständnis klingt sehr plausibel. Ich muss zugeben, dass ich selber auch nur dann auf mein Erscheinungsbild aufpasse, wenn ich mir ausrechnen kann, dass es für den Beruf wesentlich ist.
Ich möchte natürlich nicht stinken und lege auf Sauberkeit Wert. Aber ich würde am liebsten jeden Tag in einer gleichen Anzug-"Uniform" herumlaufen, um mir nicht den Kopf zu zerbrechen, was ich anziehen soll.
Ich habe auch nichts dagegen, wenn sich eine Frau nicht schminkt. Viel lieber ist mir, wenn eine Frau nach dem Äußern einer Ausgehidee innerhalb von 5 Minuten startbereit ist.
Aber in der Hinsicht verstehe ich die Welt eh nicht beziehungsweise zu gut. Was zählt ist Macht, Geld und Sex. Um bei letzterem so mitspielen zu können, dass sich mit einem gewissen Hebelfaktor Macht ergibt, setzt körperlichen Einsatz bei Frauen voraus. Insoferne setze ich die Körperbetontheit auch einer Form des Materialismus gleich.
walküre - 9. Feb, 21:21

Dem letzten Satz

stimme ich auf jeden Fall zu, weil es im Extremfall beinhart um eine Wechselwirkung von Geld und/oder Macht auf der einen Seite und eine dafür erbrachte Leistung geht, wobei es sich nicht zwingend bei dieser Leistung alleine um Sex handeln muss, sondern zum Teil auch schon das repräsentative Aussehen genügt. Der Mann gewinnt durch eine gemeinhin als attraktiv zu bezeichnende Frau an Ansehen (Auch Neid ist eine Form der Anerkennung !)sowohl bei seinen Geschlechtsgenossen als auch bei anderen Frauen, ebenso die Frau, die MIT Partner sofort begehrenswerter für andere Männer wird - und sich in der Bewunderung anderer Frauen sonnt.
NBerlin - 7. Feb, 16:06

Glaubst du das Clinton oder Reagan Präsident wurden weil sie kompetent waren?

steppenhund - 7. Feb, 17:37

Bei Clinton glaube ich es schon, bei Reagan nicht.
Kennedy, Carter, Clinton sind für mich zu achtende Präsidenten. Obama wäre es sicher auch.
Aber mir wäre Hillary lieber, weil sie den Betrieb im Weißen Haus schon kennt.
virtualmono - 7. Feb, 21:57

weil sie den Betrieb im Weißen Haus schon kennt.

Diesmal gehe ich nicht mit Dir konform, denn das ist für mich eher ein Argument gegen Frau Clinton. Nichts brauchen die USA so dringend wie Veränderung, Umdenken - da ist Betriebsblindheit nur hinderlich.

Für meinen Geschmack sind übrigens die meisten Politiker zu alt - ein weiterer Punkt, der mir Obama als bessere Wahl erscheinen läßt (selbstverständlich unabhängig von der Frage des Geschlechtes oder der Hautfarbe... was aber leider in den ach so freien und toleranten USA dann wiederum bei vielen Wählern nicht der Fall sein dürfte - schade eigentlich).
steppenhund - 7. Feb, 23:24

@virtualmono

Ich fand die Politik von Clinton nicht so schlecht. Dass in Amerika ein Blowjob schlimmer ist als ein Kriegseintritt, ist halt ein Faktum.
Veränderung, Umdenken - das bejahe ich auch. Nur glaube ich halt nicht, dass man so einen Schiffsdampfer so mir nichts dir nichts in eine andere Richtung lenken kann. Dazu sind die Lobbies zu stark und der ganze Apparat zu stark eingefahren.
Ich habe nichts dagegen, wenn Obama Präsident wird. Ich glaube aber, dass er im Endeffekt weniger verändern kann als es Hillary Clinton könnte.
Aber man wird ja sehen.
Hauen tue ich mich deswegen nicht:)

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