kein Neid sondern Applaus
Folgende Meldung gab es vor zwei Tagen:
Bill Gates verabschiedet sich von der High-Tech-Bühne -
Gründer verlässt Microsoft
In den Neunzigerjahren habe ich geschimpft und Bill Gates einen krummen Hund geheißen. Ich glaube, dass mir auch das Wort Verbrecher über die Lippen kam. Doch die Anschuldigung konnte nicht stimmen, denn in Wahrheit war es die lasche Gesetzgebung aller Länder, die sich lange nicht um die Bedeutung von Software, von Machtmissbrauch mittels Software und später dann um die Bedeutung des Internets kümmerte. Microsoft konnte in den Goldgräberjahren der IT-Branche unbekümmert absahnen. Die Duldung der Raubkopien von Word und Excel war nicht nur ein probates Mittel um Marktpenetranz zu erreichen. Gleichzeitig wurde der Beta-Tester in Millionenauflage geboren. In Wirklichkeit haben die Anwender mit ihrer Anwendungszeit bezahlt, die damals noch durch häufige UAEs (unrecoverable application error) oder GPFs (general protection fault) verlängert und erschwert wurde.
Häufig wird Gates auch mit seiner Fehleinschätzung des Speicherbedarfs eines Computers zitiert. Maximal 640kByte (oder 768kB mit extended Memory) sollte ein Anwender brauchen müssen. Torbergs Tante Jolesch hätte dazu gemeint, alles was ein Computer mehr als 640kByte Arbeitsspeicher hat, ist ein Luxus.
Wenn ich mich daran erinnere, dass in den frühen Siebzigerjahren das Mainframe, an dem ich jobbte, nur 24 kWorte Arbeitsspeicher hatte (8kW Kernspeicher und 16 kW Magnettrommelspeicher), also umgerechnet maximal 100kByte schnellen Zugriffsspeicher, klingt das Sechsfache für einen Rechner, der nur von einer Person benützt wird, wirklich üppig.
Dies geschrieben habend, (Having said this, ...) möchte ich hier einmal meine volle Anerkennung für das von ihm Geleistete aussprechen.
Die Leistung lässt sich in zwei einfachen Punkten darstellen:
1.) Strg-C ... Strg-V
2.) Visual Basic (Versionen 1-6 und VBA)
Vermutlich bedarf es einer Erklärung, warum ich gerade diese Punkte hervorhebe. (Sollte es nicht Excel oder Visual-Studio sein, oder vielleicht ein Sharepoint-Server?)
Eigentlich war ja bereits Windows federführend und hatte eine gewisse Standardisierung in die Softwarelandschaft gebracht, doch Maus und Grafik war von Rank-Xerox abgekupfert, und wenn nicht von dort, dann von der Lisa, dem ersten Apfel mit Windowsoberfläche.
Nein. Strg-C kombiniert mit Strg-V stellt eine Möglichkeit dar, zu welcher sich Computerfirmen schon viel früher hätten durchringen können. Ich nehme etwas aus einem Programm und stopfe es in ein anderes Programm. Die Copy-and-Paste-Kultur hat insbesonders beim Programmieren viel Schaden angerichtet, doch der Nutzeffekt erscheint mir weitaus größer.
Für Computerlaien möchte ich hier nur erwähnen, dass die technische Umsetzung dieses Kopierens alles andere als einfach ist. Wenn zwei Programme miteinander auf normale Art kommunizieren wollen, streiten sich die Programmierer darum, wie die Schnittstelle aussehen soll. Heutzutage hat sich die Situation durch die Verwendung von XML etwas entschärft, doch früher bedeutete ein unbequemes Datenformat viel Umformen und Programmieren, bis es eben von der anderen Seite verstanden werden konnte. Anfang der Neunzigerjahre hatte ich unter anderem die Bücher: Datenformate, Bildformate. Beide hatten ungefähr jeweils hundert verschiedene Datenformate beschrieben.
Erst die Festlegung auf das berühmte "Clipboard" von Windows, welches eine einstellige Zahl von Datenformaten verstehen konnte, brachte da überhaupt die Möglichkeit, auf bequeme Art etwas austauschen zu können. Drag-and-Drop war später noch der Polster auf dem Sessel.
Hat das nun Bill Gates erfunden? Das steht gar nicht zur Debatte. Wofür er sich stark gemacht hat, war die Devise, dass die Programme aus der MS-Schmiede zusammenarbeiten müssten. Der Datenaustausch zwischen den eigenen MS-Programmen war ein primäres Ziel. Dass sich später auch andere Firmen daran anhängten, war ein für den Anwender sehr positiver Seiteneffekt.
Das zweite Konsolidierungskonzept der MS-Programme betrifft die Programmiermöglichkeit über VBA (Visual Basic for Applications). Das war eine ausdrücklich proklamierte Vision von Bill Gates, die in Wirklichkeit nur die Fortsetzung seiner ursprünglich deklarierten Liebe zu Basic war. Alles sollte in Basic laufen können.
Ich werde dabei an eine Vorlesung Anfang der Siebzigerjahre eines Professors, der Messtechnik vortrug erinnert, der uns von einer neuen Programmiersprache erzählte, die gerade en vogue wurde. (Das Akronym „BASIC“ steht für „Beginner’s All-purpose Symbolic Instruction Code“, was so viel bedeutet wie „symbolische Allzweck-Programmiersprache für Anfänger“.) Damals galt es als schick, in Assembler, FORTRAN oder ALGOL zu programmieren. Den Anfänger-Anspruch legte BASIC spätestens mit den Hewlett-Packard-Tischrechnern ab, die über einen gefinkelten und methodisch korrekten Sprachdialekt verfügten.
Selbstverständlich konnte BASIC mit C oder später C++ nicht mithalten. Das waren die Sprachen für Betriebssysteme und rechenintensive Anwendungen. Doch alles, was nicht soviel Computer-Power erforderte, konnte man blitzschnell in BASIC realisieren. (Ich gebe zu, dass ich zu der Zeit Applikationen noch schneller in FORTH zaubern konnte, aber das kennt heute kaum noch jemand.)
Als MS 1991 Visual Basic V1.0 herausstampfte, war ich selbst anfänglich hilflos. Bis dahin war BASIC prozedural zu programmieren, was unzählige Heimanwender mit ihren VC20, VC64 und Sinclairs kannten. Es gab Programme und Unterprogramme und Funktionen. Visual Basic war objektorientiert. Nein, nicht wirklich sauber objektorientiert, aber "event"-orientiert. Ein Programm machte gar nichts, solange man als Anwender nicht irgendeinen Knopf (Maus auf Button führen und klicken) drückte. (Wohlgemerkt, auch dann wenn das Programm gestartet wurde, stellte es sich nach einigen Schnackeleien tot.)
Betriebssysteme wie Windows oder MAC-Systeme, welche über eine grafische Oberfläche verfügen, müssen zwangsläufig objektorientiert programmiert sein. Obwohl das für einen Programmierer, der damit in der Schule aufgewachsen ist, nicht schwieriger sein sollte als das Englisch-Reden für einen Engländer, bedeutet der Umstieg für die "alten Hasen" unheimliche Schwierigkeiten. Man kann einem alten Hund keine neue Kunststücke beibringen. Visual Basic war aber die einfachste Form des Einstieges. Sehr viele Dingen wurden einem durch das Betriebssystem und die Entwicklungsumgebung abgenommen, so dass schließlich die Version VB6.0 als ausgereiftes Produkt Programmieren so einfach machte wie Butter aufs Brot schmieren. Jetzt kommt eine neue Generation von Programmierern, für die ein echt-objektorientiertes Visual Basic in der Form von VB.Net zur Verfügung steht. Ich weiss allerdings nicht, wie weit Bill Gates bei der .net-Architektur noch federführend war.
Was labert uns der da mit technischen Zeug voll, höre ich es jetzt schon jammern. Nun, um die Jahrtausendwende habe ich einmal eine Statistik gesehen, wonach der "Re-usability"-Anteil (Wiederverwendbarkeit:) von Visual Basic bei 60% liegen sollte. Bei den Sprachen, die man speziell wegen Re-usability erfunden oder gestaltet hatte, kam man nicht über 25% hinaus. Das halte ich für bemerkenswert. Visual Basic V6.0 hat viel Ähnlichkeit mit Lego. Bausteine. Ich wünsche mir eine Funktion, schaue im Internet nach, finde eine Implementierung und weil die Sprache so leicht ist, kann ich relativ rasch erkennen, ob dieser Teil verwendbar ist für mich oder nicht.
Jetzt sollte es in der Theorie "einiger Gelehrter" ja gar nicht notwendig sein, dass Innenleben eines Moduls zu kennen. Wichtig ist nur, was er tut und unter welchen Randbedingungen er einsetzbar ist. Ich weiß ja nicht, wie das andere handhaben. Ich glaube aber, dass der ursprüngliche Programmierer sehr oft vergisst, bestimmte Sonderfälle in der Beschreibung anzuführen, teils weil er sie gar nicht kennt, teils weil er darauf vergessen hat.
Bill Gates wollte, (es gibt die entsprechenden Zitate) dass jeder, zu jeder Zeit und überall den Computer nützen kann. Eine Vision, die vermutlich nur deswegen von den anderen getragen wird, weil sie auch großes Geschäft bedeutet. Ich glaube aber, dass tatsächlich er selbst diesen Slogan inhaltlich entworfen hat.
Wenn ich mir anschaue, was da in den letzten 17 Jahren gelaufen ist, muss ich anerkennend zugeben, dass er von seiner Vision viel erreicht hat.
Es ist natürlich leicht, über eine monopolisierende Firma zu schimpfen, ich tue das auch gerne. Ich tue das auch gerne über SAP. SAP und MS haben, nein hatten, eines gemeinsam: an der Spitze stand jemand, der eine Vorgangsweise, eine Architektur, eine Idee systematisch vorantrieb - mit der entsprechenden Macht. Ich kann nicht umhin, festzustellen, dass IBM hier zu Recht überholt wird oder bereits überholt ist. Dort gibt es zwar fantastische Wissenschaftler und Systemarchitekten, doch die Führungsmannschaft kennt nur Management und Dollars.
Wenn die Führung von MS jetzt von mehreren getragen werden soll, könnte ich beginnen, mir Sorgen zu machen. Aber soviel Begeisterung für MS kenne ich nun auch wiederum nicht;)
Bill Gates hat aber seine Überzeugung durchsetzen können. Seine Überzeugung halte ich für sehr legitim. Und deswegen applaudiere ich.
[P.S. ich bastele gerade an einer neuen Version meiner Homepage, wo der Artikel eigentlich steht. Aber dort ist zur Zeit noch Baustelle:)]
Bill Gates verabschiedet sich von der High-Tech-Bühne -
Gründer verlässt Microsoft
In den Neunzigerjahren habe ich geschimpft und Bill Gates einen krummen Hund geheißen. Ich glaube, dass mir auch das Wort Verbrecher über die Lippen kam. Doch die Anschuldigung konnte nicht stimmen, denn in Wahrheit war es die lasche Gesetzgebung aller Länder, die sich lange nicht um die Bedeutung von Software, von Machtmissbrauch mittels Software und später dann um die Bedeutung des Internets kümmerte. Microsoft konnte in den Goldgräberjahren der IT-Branche unbekümmert absahnen. Die Duldung der Raubkopien von Word und Excel war nicht nur ein probates Mittel um Marktpenetranz zu erreichen. Gleichzeitig wurde der Beta-Tester in Millionenauflage geboren. In Wirklichkeit haben die Anwender mit ihrer Anwendungszeit bezahlt, die damals noch durch häufige UAEs (unrecoverable application error) oder GPFs (general protection fault) verlängert und erschwert wurde.
Häufig wird Gates auch mit seiner Fehleinschätzung des Speicherbedarfs eines Computers zitiert. Maximal 640kByte (oder 768kB mit extended Memory) sollte ein Anwender brauchen müssen. Torbergs Tante Jolesch hätte dazu gemeint, alles was ein Computer mehr als 640kByte Arbeitsspeicher hat, ist ein Luxus.
Wenn ich mich daran erinnere, dass in den frühen Siebzigerjahren das Mainframe, an dem ich jobbte, nur 24 kWorte Arbeitsspeicher hatte (8kW Kernspeicher und 16 kW Magnettrommelspeicher), also umgerechnet maximal 100kByte schnellen Zugriffsspeicher, klingt das Sechsfache für einen Rechner, der nur von einer Person benützt wird, wirklich üppig.
Dies geschrieben habend, (Having said this, ...) möchte ich hier einmal meine volle Anerkennung für das von ihm Geleistete aussprechen.
Die Leistung lässt sich in zwei einfachen Punkten darstellen:
1.) Strg-C ... Strg-V
2.) Visual Basic (Versionen 1-6 und VBA)
Vermutlich bedarf es einer Erklärung, warum ich gerade diese Punkte hervorhebe. (Sollte es nicht Excel oder Visual-Studio sein, oder vielleicht ein Sharepoint-Server?)
Eigentlich war ja bereits Windows federführend und hatte eine gewisse Standardisierung in die Softwarelandschaft gebracht, doch Maus und Grafik war von Rank-Xerox abgekupfert, und wenn nicht von dort, dann von der Lisa, dem ersten Apfel mit Windowsoberfläche.
Nein. Strg-C kombiniert mit Strg-V stellt eine Möglichkeit dar, zu welcher sich Computerfirmen schon viel früher hätten durchringen können. Ich nehme etwas aus einem Programm und stopfe es in ein anderes Programm. Die Copy-and-Paste-Kultur hat insbesonders beim Programmieren viel Schaden angerichtet, doch der Nutzeffekt erscheint mir weitaus größer.
Für Computerlaien möchte ich hier nur erwähnen, dass die technische Umsetzung dieses Kopierens alles andere als einfach ist. Wenn zwei Programme miteinander auf normale Art kommunizieren wollen, streiten sich die Programmierer darum, wie die Schnittstelle aussehen soll. Heutzutage hat sich die Situation durch die Verwendung von XML etwas entschärft, doch früher bedeutete ein unbequemes Datenformat viel Umformen und Programmieren, bis es eben von der anderen Seite verstanden werden konnte. Anfang der Neunzigerjahre hatte ich unter anderem die Bücher: Datenformate, Bildformate. Beide hatten ungefähr jeweils hundert verschiedene Datenformate beschrieben.
Erst die Festlegung auf das berühmte "Clipboard" von Windows, welches eine einstellige Zahl von Datenformaten verstehen konnte, brachte da überhaupt die Möglichkeit, auf bequeme Art etwas austauschen zu können. Drag-and-Drop war später noch der Polster auf dem Sessel.
Hat das nun Bill Gates erfunden? Das steht gar nicht zur Debatte. Wofür er sich stark gemacht hat, war die Devise, dass die Programme aus der MS-Schmiede zusammenarbeiten müssten. Der Datenaustausch zwischen den eigenen MS-Programmen war ein primäres Ziel. Dass sich später auch andere Firmen daran anhängten, war ein für den Anwender sehr positiver Seiteneffekt.
Das zweite Konsolidierungskonzept der MS-Programme betrifft die Programmiermöglichkeit über VBA (Visual Basic for Applications). Das war eine ausdrücklich proklamierte Vision von Bill Gates, die in Wirklichkeit nur die Fortsetzung seiner ursprünglich deklarierten Liebe zu Basic war. Alles sollte in Basic laufen können.
Ich werde dabei an eine Vorlesung Anfang der Siebzigerjahre eines Professors, der Messtechnik vortrug erinnert, der uns von einer neuen Programmiersprache erzählte, die gerade en vogue wurde. (Das Akronym „BASIC“ steht für „Beginner’s All-purpose Symbolic Instruction Code“, was so viel bedeutet wie „symbolische Allzweck-Programmiersprache für Anfänger“.) Damals galt es als schick, in Assembler, FORTRAN oder ALGOL zu programmieren. Den Anfänger-Anspruch legte BASIC spätestens mit den Hewlett-Packard-Tischrechnern ab, die über einen gefinkelten und methodisch korrekten Sprachdialekt verfügten.
Selbstverständlich konnte BASIC mit C oder später C++ nicht mithalten. Das waren die Sprachen für Betriebssysteme und rechenintensive Anwendungen. Doch alles, was nicht soviel Computer-Power erforderte, konnte man blitzschnell in BASIC realisieren. (Ich gebe zu, dass ich zu der Zeit Applikationen noch schneller in FORTH zaubern konnte, aber das kennt heute kaum noch jemand.)
Als MS 1991 Visual Basic V1.0 herausstampfte, war ich selbst anfänglich hilflos. Bis dahin war BASIC prozedural zu programmieren, was unzählige Heimanwender mit ihren VC20, VC64 und Sinclairs kannten. Es gab Programme und Unterprogramme und Funktionen. Visual Basic war objektorientiert. Nein, nicht wirklich sauber objektorientiert, aber "event"-orientiert. Ein Programm machte gar nichts, solange man als Anwender nicht irgendeinen Knopf (Maus auf Button führen und klicken) drückte. (Wohlgemerkt, auch dann wenn das Programm gestartet wurde, stellte es sich nach einigen Schnackeleien tot.)
Betriebssysteme wie Windows oder MAC-Systeme, welche über eine grafische Oberfläche verfügen, müssen zwangsläufig objektorientiert programmiert sein. Obwohl das für einen Programmierer, der damit in der Schule aufgewachsen ist, nicht schwieriger sein sollte als das Englisch-Reden für einen Engländer, bedeutet der Umstieg für die "alten Hasen" unheimliche Schwierigkeiten. Man kann einem alten Hund keine neue Kunststücke beibringen. Visual Basic war aber die einfachste Form des Einstieges. Sehr viele Dingen wurden einem durch das Betriebssystem und die Entwicklungsumgebung abgenommen, so dass schließlich die Version VB6.0 als ausgereiftes Produkt Programmieren so einfach machte wie Butter aufs Brot schmieren. Jetzt kommt eine neue Generation von Programmierern, für die ein echt-objektorientiertes Visual Basic in der Form von VB.Net zur Verfügung steht. Ich weiss allerdings nicht, wie weit Bill Gates bei der .net-Architektur noch federführend war.
Was labert uns der da mit technischen Zeug voll, höre ich es jetzt schon jammern. Nun, um die Jahrtausendwende habe ich einmal eine Statistik gesehen, wonach der "Re-usability"-Anteil (Wiederverwendbarkeit:) von Visual Basic bei 60% liegen sollte. Bei den Sprachen, die man speziell wegen Re-usability erfunden oder gestaltet hatte, kam man nicht über 25% hinaus. Das halte ich für bemerkenswert. Visual Basic V6.0 hat viel Ähnlichkeit mit Lego. Bausteine. Ich wünsche mir eine Funktion, schaue im Internet nach, finde eine Implementierung und weil die Sprache so leicht ist, kann ich relativ rasch erkennen, ob dieser Teil verwendbar ist für mich oder nicht.
Jetzt sollte es in der Theorie "einiger Gelehrter" ja gar nicht notwendig sein, dass Innenleben eines Moduls zu kennen. Wichtig ist nur, was er tut und unter welchen Randbedingungen er einsetzbar ist. Ich weiß ja nicht, wie das andere handhaben. Ich glaube aber, dass der ursprüngliche Programmierer sehr oft vergisst, bestimmte Sonderfälle in der Beschreibung anzuführen, teils weil er sie gar nicht kennt, teils weil er darauf vergessen hat.
Bill Gates wollte, (es gibt die entsprechenden Zitate) dass jeder, zu jeder Zeit und überall den Computer nützen kann. Eine Vision, die vermutlich nur deswegen von den anderen getragen wird, weil sie auch großes Geschäft bedeutet. Ich glaube aber, dass tatsächlich er selbst diesen Slogan inhaltlich entworfen hat.
Wenn ich mir anschaue, was da in den letzten 17 Jahren gelaufen ist, muss ich anerkennend zugeben, dass er von seiner Vision viel erreicht hat.
Es ist natürlich leicht, über eine monopolisierende Firma zu schimpfen, ich tue das auch gerne. Ich tue das auch gerne über SAP. SAP und MS haben, nein hatten, eines gemeinsam: an der Spitze stand jemand, der eine Vorgangsweise, eine Architektur, eine Idee systematisch vorantrieb - mit der entsprechenden Macht. Ich kann nicht umhin, festzustellen, dass IBM hier zu Recht überholt wird oder bereits überholt ist. Dort gibt es zwar fantastische Wissenschaftler und Systemarchitekten, doch die Führungsmannschaft kennt nur Management und Dollars.
Wenn die Führung von MS jetzt von mehreren getragen werden soll, könnte ich beginnen, mir Sorgen zu machen. Aber soviel Begeisterung für MS kenne ich nun auch wiederum nicht;)
Bill Gates hat aber seine Überzeugung durchsetzen können. Seine Überzeugung halte ich für sehr legitim. Und deswegen applaudiere ich.
[P.S. ich bastele gerade an einer neuen Version meiner Homepage, wo der Artikel eigentlich steht. Aber dort ist zur Zeit noch Baustelle:)]
steppenhund - 4. Jan, 02:37

