Urlaubsbeschreibung der anderen Art
*cp*
virtuelles Hören
Nach relativ kurzen Reden wurden gestern in Erl die Tiroler Festspiele mit der sechsten Symphonie von Bruckner eröffnet. Über den Dirigenten ist nichts zu bemängeln, das Orchester ist - sagen wir - bestenfalls dritter Rang. Das Werk hat mir trotzdem außerordentlich gefallen. Die sechste als einzige, nicht überarbeitete Symphonie Bruckners hat für mich einen eigenen Charme. Ich könnte sie vor oder nach der 4. als Lieblingssymphonie bezeichnen. Die 4. höre ich gerne zusammen mit jemandem Anderen. Die 6. ist mein intimer Liebling. Der dritte Satz ist gehuscht und ich kann mich noch erinnern, wie gerne ich ihn vierhändig gespielt habe. Die Symphonie ist nicht so strahlend wie manche andere, sie wird auch wesentlich seltener aufgeführt. Die Nebenthemen sind ausgesprochen lieblich, die Hauptthemen sind eher unheimlich und werden von der kleinen Prim bestimmt. Die Durchführung des letzten Satzes ist sehr durchwachsen, die Themen kommen in allen Variationen vor. Trotzdem wirkt das Werk auf mich filigran.
Seine Strukturen hat der Dirigent Kuhn auch mit diesem Orchester hervorragend herausarbeiten können. Wenn einem die Sätze einer Symphonie als zu kurz erscheinen, so liegt das nicht am Tempo sondern zeigt eher, wie gut der Dirigent seine Mannschaft im Griff hat.
Kleine rhythmische Fehler und hie und da ein verblasener Ton stören mich dann gar nicht. Der Geist der Musik war da. Und was soll's? Ich müsste sie ja gar nicht hören. Es ist wie mit einem Gedicht, welches man auswendig kann und man sich trotzdem das Buch in die Hand nimmt, um vielleicht noch mehr zu entdecken. Das Wetter war den Verhältnissen entsprechend traumhaft und die Architektur des Festspielhauses passt hervorragend in die von Bergen umsäumte Landschaft.
Heute wird es tragischer. Heute gibt es Elektra.
virtuelles Hören
Nach relativ kurzen Reden wurden gestern in Erl die Tiroler Festspiele mit der sechsten Symphonie von Bruckner eröffnet. Über den Dirigenten ist nichts zu bemängeln, das Orchester ist - sagen wir - bestenfalls dritter Rang. Das Werk hat mir trotzdem außerordentlich gefallen. Die sechste als einzige, nicht überarbeitete Symphonie Bruckners hat für mich einen eigenen Charme. Ich könnte sie vor oder nach der 4. als Lieblingssymphonie bezeichnen. Die 4. höre ich gerne zusammen mit jemandem Anderen. Die 6. ist mein intimer Liebling. Der dritte Satz ist gehuscht und ich kann mich noch erinnern, wie gerne ich ihn vierhändig gespielt habe. Die Symphonie ist nicht so strahlend wie manche andere, sie wird auch wesentlich seltener aufgeführt. Die Nebenthemen sind ausgesprochen lieblich, die Hauptthemen sind eher unheimlich und werden von der kleinen Prim bestimmt. Die Durchführung des letzten Satzes ist sehr durchwachsen, die Themen kommen in allen Variationen vor. Trotzdem wirkt das Werk auf mich filigran.
Seine Strukturen hat der Dirigent Kuhn auch mit diesem Orchester hervorragend herausarbeiten können. Wenn einem die Sätze einer Symphonie als zu kurz erscheinen, so liegt das nicht am Tempo sondern zeigt eher, wie gut der Dirigent seine Mannschaft im Griff hat.
Kleine rhythmische Fehler und hie und da ein verblasener Ton stören mich dann gar nicht. Der Geist der Musik war da. Und was soll's? Ich müsste sie ja gar nicht hören. Es ist wie mit einem Gedicht, welches man auswendig kann und man sich trotzdem das Buch in die Hand nimmt, um vielleicht noch mehr zu entdecken. Das Wetter war den Verhältnissen entsprechend traumhaft und die Architektur des Festspielhauses passt hervorragend in die von Bergen umsäumte Landschaft.
Heute wird es tragischer. Heute gibt es Elektra.
steppenhund - 3. Jul, 07:34