Interludium - Negative Imagewerbung
Jedermann gestern und verschiedene Zeitungs-, Blog- und Fernsehmeldungen heute veranlassen mich zu einem kurzen Zwischeneinwurf.
Die Geschehnisse rund um MEL (in dem Namen steckt Meinl, Meinl European Land) sind momentan nicht besonders aktuell. Und selbst wenn Meinl in verschiedenen Tageszeitungen mittels großformatiger Anzeigen die Öffentlichkeit von der Redlichkeit Meinls überzeugen will, greift das z.B. bei mir überhaupt nicht.
Selbst wenn ich einräume, dass die Meinl Feinkost nichts mit den Finanztransaktionen zu tun hat, bemerke ich heute beim Einkauf im Interspar, dass es mich innerlich schüttelt, wenn ich da feine Meinl-Marmeladen angeboten sehe. Früher hätte ich die einmal gekauft, heute liegt ein teilweise unlogischer Makel darüber.
Jetzt höre ich im Fernsehen den Volksanwalt, der über einen Fall von Prospekten über Finanzprodukte berichtet, in denen 100%-Kapitalgarantie versprochen wird. Da ist die Constantia Bank, die Lehmann Brothers Inc. und der AWD verwickelt. Es ist bekannt, dass da einige Wertansprüche vernichtet wurden.
Genauso wenig, wie man sich gegen eine Naturkatastrophe schützen kann, sind derartige Großfinanzereignisse schwer vorhersehbar (und selbst wenn sie es sind, würde es nichts ändern.) Man könnte die Folgen als "act of god" einstufen. Gegen "act of god" lassen sich auch Transporte nicht versichern, bei denen viel Geld verloren gehen kann.
Was aber bleibend verloren hat, ist der Ruf der Werbewirtschaft. Werbung ist notwendig für die Marktwirtschaft, selbst dann wenn wir keinen so ausgeprägten Kapitalismus lebten. Im der Lehrveranstaltung Marketing und Werbung wurde gelehrt, dass Werbeinhalte richtig sein müssen. Es bleibt aber nun die Frage, wie weit mit an sich richtigen Detailwahrheiten ein völlig falsches Bild vermittelt werden kann. (Und wenn ich mir in einem Hochglanzprospekt, der mit Schlagworten daher kommt, dann nachträglich die Argumentation anhören muss, ob die herausgebende Bank Depot-Bank oder Arrangeur des Produktes ist, dann ist entweder die Werbung auf bewusste Irreführung ausgelegt oder der Finanzberater ein Betrüger.)
In dem Sinn wundere ich mich immer wieder, dass auf den Fernsehverkaufssendungen die Aussage "Nur heute" so oft vorkommen darf. Diese nachweisliche betrügerische Aussage wird von keiner Aufsicht dieser Welt beanstandet und entsprechend konsequent verfolgt.
Was bleibt als Fazit: die Werbung darf ungeachtet der Gesetzeslage und ungeachtet einer bestimmten Wahrheitseinschränkung behaupten, was sie will.
Andererseits gilt es als unrichtig, von der Konkurrenz zu sprechen. Der "Feind" heißt heute Marktbegleitung. Ein wunderbares Beispiel für die weitere Einführung von "Gut-Sprech".
-
Warum wundert es mich dann nicht, wenn ein Ex-Paradegrüner in Angelegenheiten fossiler Brennstoffe tätig wird, sobald der Verdienst sechsstellig wird.
Die Geschehnisse rund um MEL (in dem Namen steckt Meinl, Meinl European Land) sind momentan nicht besonders aktuell. Und selbst wenn Meinl in verschiedenen Tageszeitungen mittels großformatiger Anzeigen die Öffentlichkeit von der Redlichkeit Meinls überzeugen will, greift das z.B. bei mir überhaupt nicht.
Selbst wenn ich einräume, dass die Meinl Feinkost nichts mit den Finanztransaktionen zu tun hat, bemerke ich heute beim Einkauf im Interspar, dass es mich innerlich schüttelt, wenn ich da feine Meinl-Marmeladen angeboten sehe. Früher hätte ich die einmal gekauft, heute liegt ein teilweise unlogischer Makel darüber.
Jetzt höre ich im Fernsehen den Volksanwalt, der über einen Fall von Prospekten über Finanzprodukte berichtet, in denen 100%-Kapitalgarantie versprochen wird. Da ist die Constantia Bank, die Lehmann Brothers Inc. und der AWD verwickelt. Es ist bekannt, dass da einige Wertansprüche vernichtet wurden.
Genauso wenig, wie man sich gegen eine Naturkatastrophe schützen kann, sind derartige Großfinanzereignisse schwer vorhersehbar (und selbst wenn sie es sind, würde es nichts ändern.) Man könnte die Folgen als "act of god" einstufen. Gegen "act of god" lassen sich auch Transporte nicht versichern, bei denen viel Geld verloren gehen kann.
Was aber bleibend verloren hat, ist der Ruf der Werbewirtschaft. Werbung ist notwendig für die Marktwirtschaft, selbst dann wenn wir keinen so ausgeprägten Kapitalismus lebten. Im der Lehrveranstaltung Marketing und Werbung wurde gelehrt, dass Werbeinhalte richtig sein müssen. Es bleibt aber nun die Frage, wie weit mit an sich richtigen Detailwahrheiten ein völlig falsches Bild vermittelt werden kann. (Und wenn ich mir in einem Hochglanzprospekt, der mit Schlagworten daher kommt, dann nachträglich die Argumentation anhören muss, ob die herausgebende Bank Depot-Bank oder Arrangeur des Produktes ist, dann ist entweder die Werbung auf bewusste Irreführung ausgelegt oder der Finanzberater ein Betrüger.)
In dem Sinn wundere ich mich immer wieder, dass auf den Fernsehverkaufssendungen die Aussage "Nur heute" so oft vorkommen darf. Diese nachweisliche betrügerische Aussage wird von keiner Aufsicht dieser Welt beanstandet und entsprechend konsequent verfolgt.
Was bleibt als Fazit: die Werbung darf ungeachtet der Gesetzeslage und ungeachtet einer bestimmten Wahrheitseinschränkung behaupten, was sie will.
Andererseits gilt es als unrichtig, von der Konkurrenz zu sprechen. Der "Feind" heißt heute Marktbegleitung. Ein wunderbares Beispiel für die weitere Einführung von "Gut-Sprech".
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Warum wundert es mich dann nicht, wenn ein Ex-Paradegrüner in Angelegenheiten fossiler Brennstoffe tätig wird, sobald der Verdienst sechsstellig wird.
steppenhund - 27. Jun, 18:24