Vom Mars nach Linz
Kurz vor Weihnachten ist es. Ich arbeite noch in dem großen multinationalen Konzern und bin auf eine andere Stelle versetzt worden. Logistik und verschiedener Krimskrams. Dazu gehört es auch, den Transport eines besonderen Gutes zu organisieren. Irgendwelche Gerätschaften müssen noch ordentlich verpackt werden, damit sie in der Raumfähre mitgenommen werden können. Dieselben werden dann unterwegs in Richtung Mars abgeschickt. Ich habe Angst, dass es Riesentrümmer sein könnten, doch letztlich stellt sich die Sendung als einigermaßen handlich heraus, nicht größer als ein Sechserkarton mit Weinflaschen. Allerdings wesentlich besser gesichert.
Es ist die letzte Arbeit vor Weihnachten gewesen. Im gleichen Zimmer liegen Informationsbrochuren herum. Ich blättere eine Ziehharmonika auf und entdecke eine spanische Firma, die irgendwie auf "ari" endet, deren Gehaltsentwicklungen für die Mitarbeiter beeindruckend sind. Mein Chef kommt vorbei und klärt mich auf, dass es sich dort um Journalistentätigkeit handelt. 8000 Euro ist der Verdienst nach zehn bis fünfzehn Jahren. Ich wundere mich. Soviel verdienen Journalisten doch nicht, wenn es nicht gerade vielleicht um Kriegsberichtserstattung geht. Irgendetwas ist an der Firma besonders. Was es ist, weiß er auch nicht.
Wir fahren gemeinsam nach Hause. D.h. wir wollen fahren, es wird aber noch ein langer Tag, obwohl wir doch schon vor Mittag aufgebrochen sind, um noch Besorgungen zu machen. Als wir uns in der Straßenbahn, einem älteren Modell mit Holzbänken niedersetzen, regt sich eine Frau hinter uns auf. Wir dürften dort nicht sitzen, weil diese Sitze nur für Geiger vorgesehen sind. Tatsächlich gibt es Schnitzereien in den Bänken, die andeuten, dass man dort einen Geigenkörper ablegen kann. Trotzdem rege ich mich auf: Was heißt hier, Geigen ist erlaubt. Dann müsste ich doch auch singen dürfen oder ein anderes Musikinstrument spielen. Anscheinend gibt es da eine historisch bedingte Ausnahme. Wir streiten einige Zeit lang herum, dann mischt sich ihr Mann ein. Das findet er gut, dass ich Kontra gegeben hätte. Es stellt sich heraus, dass er und mein Chef gemeinsame Bekannte vom Studium hätten. Wir werden eingeladen, nach Linz auf Besuch zu kommen, am besten gleich am selben Tag. Wir fahren mit und erfahren etwas über die Struktur des Transportunternehmens des Mannes, der überraschend kleine Preise für bestimmte Transporte berechnet. Diese Preise sind umso überraschender, als die Zubringung mit Hilfe von kleinen Sportmaschinen erfolgt.
Auf dem Grundstück der Familie, wohin wir mitgenommen werden, gibt es einen riesigen Garten mit Teich. Dort schwirren ungefähr acht kleine Flugzeuge halbhoch herum, trainieren das Landen auf der Wiese und im Wasser. Die Piloten sind alle halbwüchsig.
Der Nachmittag vergeht schnell. Mein Chef hat Verwandte in Linz und bleibt in der Stadt, ich muss mich rechtzeitig auf den Rückweg machen. Ein kleiner Fussmarsch von 5 Minuten bringt mich auf eine Hauptstraße, welche durch ein Wäldchen führt und nach weiteren 5 Minuten an einem Schloß oder Museum vorbeikommt, in dem gerade eine Ausstellung geöffnet hat. Vor dem Schloß gibt es einen typischen Rummelplatz mit Ständen. Eigentlich sollte sich der Weg zum Bahnhof ausgehen. Ich sehe einen Stadtplan, der mich total überrascht. Wo kommt plötzlich das viele Wasser her. Linz kenne ich, aber das sieht teilweise wie ein Plan von Berlin aus.
Ich bin zu geizig, um mir ein Taxi zu nehmen und lasse mir den Weg zur nächsten Straßenbahn erklären. Der Fahrer der ersten Straßenbahn, die vorbeikommt, winkt ab. Er führe nur zur Remise. Ich finde mich aber trotzdem in der Straßenbahn, welche durch einige Hintergassen dann wirklich in der Remise landet. Der Fahrer erklärt mir noch, wie es weitergeht. Die Zeit ist knapp. Ich komme wieder auf eine Hauptstraße und höre die Straßenbahn von hinten kommen. Die Station ist nahe und ich versuche noch schnell ein Ticket zu kaufen. Ich werfe 2 Euro ein. Es wird etwas wie das Ticket gedruckt und dann kommen Unmengen von fremdländischen Banknoten, die ich an mich raffe. Soll ich Banknoten sammeln oder den Zug erreichen. Am Schluss schaffe ich es doch noch, die vollkommen überfüllte Strassenbahn zu besteigen. Ich habe eigentlich nur Angst, dass ich kein Ticket haben könnte.
Ich erreiche den Zug. Ich bekomme einen Sitzplatz in einem Abteil erster Klasse. Ich bin allein in dem Abteil. Langsam komme ich zur Ruhe, nachdem ich vorher doch recht heftig sprinten musste. Der Zug gleitet weich und ruhig durch die Landschaft.
Wir fahren durch unbewohntes Gebiet, es ist unerwartet dunkel draußen. Keine aufflackernden Laternen oder die Lichter vorbeifahrender Autos. Obwohl es schon dunkel ist, scheint es noch schwärzer zu werden. Ich merke, dass der Zug steht. Mitten auf der Strecke. Draußen ist es finster. Ich trete auf den Gang hinaus. Ich bin der einzige im Waggon. Auch der nächste Waggon ist leer.
Ich bin möglicherweise die einzige Person in einem Zug, der mitten auf dem Felde stillsteht. Soll ich im Zug bleiben oder ihn verlassen. Noch ist es warm. Ich habe keine Ahnung wo ich bin. Träume ich das?
Ich sitze in meinem Büro und bereite eine Sendung zum Mars vor. Sie ist nicht sehr groß. Schon lange warte ich auf den Tag, an dem die Sendung abgehen soll. Es ist die letzte Aktivität vor dem Weihnachtsurlaub. Mein Chef kommt ins Zimmer...
Es ist die letzte Arbeit vor Weihnachten gewesen. Im gleichen Zimmer liegen Informationsbrochuren herum. Ich blättere eine Ziehharmonika auf und entdecke eine spanische Firma, die irgendwie auf "ari" endet, deren Gehaltsentwicklungen für die Mitarbeiter beeindruckend sind. Mein Chef kommt vorbei und klärt mich auf, dass es sich dort um Journalistentätigkeit handelt. 8000 Euro ist der Verdienst nach zehn bis fünfzehn Jahren. Ich wundere mich. Soviel verdienen Journalisten doch nicht, wenn es nicht gerade vielleicht um Kriegsberichtserstattung geht. Irgendetwas ist an der Firma besonders. Was es ist, weiß er auch nicht.
Wir fahren gemeinsam nach Hause. D.h. wir wollen fahren, es wird aber noch ein langer Tag, obwohl wir doch schon vor Mittag aufgebrochen sind, um noch Besorgungen zu machen. Als wir uns in der Straßenbahn, einem älteren Modell mit Holzbänken niedersetzen, regt sich eine Frau hinter uns auf. Wir dürften dort nicht sitzen, weil diese Sitze nur für Geiger vorgesehen sind. Tatsächlich gibt es Schnitzereien in den Bänken, die andeuten, dass man dort einen Geigenkörper ablegen kann. Trotzdem rege ich mich auf: Was heißt hier, Geigen ist erlaubt. Dann müsste ich doch auch singen dürfen oder ein anderes Musikinstrument spielen. Anscheinend gibt es da eine historisch bedingte Ausnahme. Wir streiten einige Zeit lang herum, dann mischt sich ihr Mann ein. Das findet er gut, dass ich Kontra gegeben hätte. Es stellt sich heraus, dass er und mein Chef gemeinsame Bekannte vom Studium hätten. Wir werden eingeladen, nach Linz auf Besuch zu kommen, am besten gleich am selben Tag. Wir fahren mit und erfahren etwas über die Struktur des Transportunternehmens des Mannes, der überraschend kleine Preise für bestimmte Transporte berechnet. Diese Preise sind umso überraschender, als die Zubringung mit Hilfe von kleinen Sportmaschinen erfolgt.
Auf dem Grundstück der Familie, wohin wir mitgenommen werden, gibt es einen riesigen Garten mit Teich. Dort schwirren ungefähr acht kleine Flugzeuge halbhoch herum, trainieren das Landen auf der Wiese und im Wasser. Die Piloten sind alle halbwüchsig.
Der Nachmittag vergeht schnell. Mein Chef hat Verwandte in Linz und bleibt in der Stadt, ich muss mich rechtzeitig auf den Rückweg machen. Ein kleiner Fussmarsch von 5 Minuten bringt mich auf eine Hauptstraße, welche durch ein Wäldchen führt und nach weiteren 5 Minuten an einem Schloß oder Museum vorbeikommt, in dem gerade eine Ausstellung geöffnet hat. Vor dem Schloß gibt es einen typischen Rummelplatz mit Ständen. Eigentlich sollte sich der Weg zum Bahnhof ausgehen. Ich sehe einen Stadtplan, der mich total überrascht. Wo kommt plötzlich das viele Wasser her. Linz kenne ich, aber das sieht teilweise wie ein Plan von Berlin aus.
Ich bin zu geizig, um mir ein Taxi zu nehmen und lasse mir den Weg zur nächsten Straßenbahn erklären. Der Fahrer der ersten Straßenbahn, die vorbeikommt, winkt ab. Er führe nur zur Remise. Ich finde mich aber trotzdem in der Straßenbahn, welche durch einige Hintergassen dann wirklich in der Remise landet. Der Fahrer erklärt mir noch, wie es weitergeht. Die Zeit ist knapp. Ich komme wieder auf eine Hauptstraße und höre die Straßenbahn von hinten kommen. Die Station ist nahe und ich versuche noch schnell ein Ticket zu kaufen. Ich werfe 2 Euro ein. Es wird etwas wie das Ticket gedruckt und dann kommen Unmengen von fremdländischen Banknoten, die ich an mich raffe. Soll ich Banknoten sammeln oder den Zug erreichen. Am Schluss schaffe ich es doch noch, die vollkommen überfüllte Strassenbahn zu besteigen. Ich habe eigentlich nur Angst, dass ich kein Ticket haben könnte.
Ich erreiche den Zug. Ich bekomme einen Sitzplatz in einem Abteil erster Klasse. Ich bin allein in dem Abteil. Langsam komme ich zur Ruhe, nachdem ich vorher doch recht heftig sprinten musste. Der Zug gleitet weich und ruhig durch die Landschaft.
Wir fahren durch unbewohntes Gebiet, es ist unerwartet dunkel draußen. Keine aufflackernden Laternen oder die Lichter vorbeifahrender Autos. Obwohl es schon dunkel ist, scheint es noch schwärzer zu werden. Ich merke, dass der Zug steht. Mitten auf der Strecke. Draußen ist es finster. Ich trete auf den Gang hinaus. Ich bin der einzige im Waggon. Auch der nächste Waggon ist leer.
Ich bin möglicherweise die einzige Person in einem Zug, der mitten auf dem Felde stillsteht. Soll ich im Zug bleiben oder ihn verlassen. Noch ist es warm. Ich habe keine Ahnung wo ich bin. Träume ich das?
Ich sitze in meinem Büro und bereite eine Sendung zum Mars vor. Sie ist nicht sehr groß. Schon lange warte ich auf den Tag, an dem die Sendung abgehen soll. Es ist die letzte Aktivität vor dem Weihnachtsurlaub. Mein Chef kommt ins Zimmer...
steppenhund - 6. Jan, 09:42