Sentimental
Ich bin momentan Strohwitwer. Die Abendspaziergänge mit dem Hund führe ich alleine durch. Mir ist dabei nicht langweilig, doch heute habe ich meinen iPod mit "geshuffeltem" Mahler mitgehabt. Sagte ich schon, dass sich iPods nicht für klassische Musik eignen?
Heute hatte ich einen derjenigen synästhetischen Eindrücke, die sich manchmal in einer Form einstellen, die jedesmal die Überflüssigkeit von Drogen bestätigt.
Die Kette war folgende: eine Passage aus Mahlers zweiter Symphonie - eine Erinnerung an Pfitzner - (und jetzt kommt der synästhetische Übergang) der Geruch an die Isolierung von Philips-Widerständen, wie sie in meinem Elektronikbaukasten waren. Ich konnte mich in unserem Wohnzimmer sehen, als ich ungefähr 15 Jahre alt war. Der visuelle Eindruck besteht dann aus der Wohnzimmereinrichtung, meinem Vater, der am Schreibtisch sitzt, und meiner Mutter, die ich in der Küche hantieren weiss.
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Soweit die spontane Empfindung. Diese hatte allerdings eine viel weiter gehende Überlegung zur Folge. Zum Ausgangspunkt:
Mit meinem Vater teilte ich nahezu alle Interessen. Meine musikalische Welt ist auch heute noch sehr stark durch ihn geprägt. Zu meiner Mutter empfand ich ein geteiltes Verhältnis, weil ich mich "nur ob meiner Leistung geliebt" fühlte. Dies führte dazu, dass ich lange Jahre etwas übersehen hatte, was mir erst jetzt so richtig zu Bewusstsein kommt. Meine Mutter war in meinem Musikleben genauso präsent wie mein Vater. Abgesehen davon, dass die Musik in der Ehe der jungen Eltern und auch später noch eine große Rolle spielte, hatte meine Mutter einen Zugang zur Musik, der sich durch die gleiche Sentimentalität auszeichnete, wie ich sie an mir selbst feststelle. Auch wenn es jetzt schwer fällt, dies in der Gegenwart nachzuvollziehen, gewinne ich den Eindruck, dass sie sehr ähnlich wie ich empfunden haben muss. Das kann man selbstverständlich auch umgekehrt sehen.
Für mich ist diese Erkenntnis nicht ganz unwichtig, sie verschafft mir eine Verankerung, die mir stellenweise gefehlt hat.
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Themenwechsel: Vorankündigung:
Ganz so unwichtig ist das gar nicht, wie mir ein Schreiben einer Freundin heute gezeigt hat, die einen PR-Text über das Buch meiner Tochter oder besser über sie verfasst hat. Das Buch wird auf der Buchmesse in Wien 21.-23-November beim Novum-Verlag aufliegen.
Ich werde das noch extra ankündigen.
Den Text habe ich in einigen Details noch richtig gestellt.
Natalia Hartmann
ist zwischen verschiedenen Kulturen herangewachsen.
Ihre Mutter kam aus einer manuell – künstlerischen Familie aus Bremen mit einem Hang zur Freiheit und individueller Entfaltung wie sie besonders dem lutherischen Erbe entwachsen war.
Ihr Vater stammt aus einer Familie des raditionsreichen Wiener Bürgertums mit der Tendenz zur Musik gepaart mit der feuilletonartigen, gesellschaftlichen Unterhaltung und einem eher dem katholischen entsprechenden Reglement.
In der Waldorf-Schule lernte sie schon früh ihre individuellen Fähigkeiten auszuüben – was vielen Schülern der damaligen Zeit überhaupt nicht möglich war. Man hatte keine Ahnung wie das funktionieren sollte – und nahm diese Art der Schulbildung in Wien aus Unwissen nicht ernst. (Nicht einmal eine Matura hat man da!)
Erfahrungen mit dem Umgang von Behinderten lernte sie in den U.S.A. als Austauschstudentin. Diese relativierten noch einmal ihr Selbstverständnis der Prioritäten im menschlichen Leben.
Auch ihre einjährige Erfahrung in Genf mit der Pflege von Behinderten half ihr, nicht nur eine weitere Sprache zu erlernen sondern weitere, unterschiedliche Blickpunkte in ihr Leben aufzunehmen.
Daher war es für sie auch ein Abenteuer, ein Jahr lang Entwicklungshilfe in Afrika zu leisten.
Viele unbequeme Pionierleistungen wurden mit der Einstellung, das nichts in der Welt selbstverständlich sei – eben mit diesem Selbstverständnis - erbracht.
Alle diese ungewöhnlichen Erfahrungen und Eindrücke schwingen in ihrem Buch mit, welches den Weg vom Menschen zu sich selber in einer ganz eigenen Welt schildert.
Heute hatte ich einen derjenigen synästhetischen Eindrücke, die sich manchmal in einer Form einstellen, die jedesmal die Überflüssigkeit von Drogen bestätigt.
Die Kette war folgende: eine Passage aus Mahlers zweiter Symphonie - eine Erinnerung an Pfitzner - (und jetzt kommt der synästhetische Übergang) der Geruch an die Isolierung von Philips-Widerständen, wie sie in meinem Elektronikbaukasten waren. Ich konnte mich in unserem Wohnzimmer sehen, als ich ungefähr 15 Jahre alt war. Der visuelle Eindruck besteht dann aus der Wohnzimmereinrichtung, meinem Vater, der am Schreibtisch sitzt, und meiner Mutter, die ich in der Küche hantieren weiss.
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Soweit die spontane Empfindung. Diese hatte allerdings eine viel weiter gehende Überlegung zur Folge. Zum Ausgangspunkt:
Mit meinem Vater teilte ich nahezu alle Interessen. Meine musikalische Welt ist auch heute noch sehr stark durch ihn geprägt. Zu meiner Mutter empfand ich ein geteiltes Verhältnis, weil ich mich "nur ob meiner Leistung geliebt" fühlte. Dies führte dazu, dass ich lange Jahre etwas übersehen hatte, was mir erst jetzt so richtig zu Bewusstsein kommt. Meine Mutter war in meinem Musikleben genauso präsent wie mein Vater. Abgesehen davon, dass die Musik in der Ehe der jungen Eltern und auch später noch eine große Rolle spielte, hatte meine Mutter einen Zugang zur Musik, der sich durch die gleiche Sentimentalität auszeichnete, wie ich sie an mir selbst feststelle. Auch wenn es jetzt schwer fällt, dies in der Gegenwart nachzuvollziehen, gewinne ich den Eindruck, dass sie sehr ähnlich wie ich empfunden haben muss. Das kann man selbstverständlich auch umgekehrt sehen.
Für mich ist diese Erkenntnis nicht ganz unwichtig, sie verschafft mir eine Verankerung, die mir stellenweise gefehlt hat.
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Themenwechsel: Vorankündigung:
Ganz so unwichtig ist das gar nicht, wie mir ein Schreiben einer Freundin heute gezeigt hat, die einen PR-Text über das Buch meiner Tochter oder besser über sie verfasst hat. Das Buch wird auf der Buchmesse in Wien 21.-23-November beim Novum-Verlag aufliegen.
Ich werde das noch extra ankündigen.
Den Text habe ich in einigen Details noch richtig gestellt.
Natalia Hartmann
ist zwischen verschiedenen Kulturen herangewachsen.
Ihre Mutter kam aus einer manuell – künstlerischen Familie aus Bremen mit einem Hang zur Freiheit und individueller Entfaltung wie sie besonders dem lutherischen Erbe entwachsen war.
Ihr Vater stammt aus einer Familie des raditionsreichen Wiener Bürgertums mit der Tendenz zur Musik gepaart mit der feuilletonartigen, gesellschaftlichen Unterhaltung und einem eher dem katholischen entsprechenden Reglement.
In der Waldorf-Schule lernte sie schon früh ihre individuellen Fähigkeiten auszuüben – was vielen Schülern der damaligen Zeit überhaupt nicht möglich war. Man hatte keine Ahnung wie das funktionieren sollte – und nahm diese Art der Schulbildung in Wien aus Unwissen nicht ernst. (Nicht einmal eine Matura hat man da!)
Erfahrungen mit dem Umgang von Behinderten lernte sie in den U.S.A. als Austauschstudentin. Diese relativierten noch einmal ihr Selbstverständnis der Prioritäten im menschlichen Leben.
Auch ihre einjährige Erfahrung in Genf mit der Pflege von Behinderten half ihr, nicht nur eine weitere Sprache zu erlernen sondern weitere, unterschiedliche Blickpunkte in ihr Leben aufzunehmen.
Daher war es für sie auch ein Abenteuer, ein Jahr lang Entwicklungshilfe in Afrika zu leisten.
Viele unbequeme Pionierleistungen wurden mit der Einstellung, das nichts in der Welt selbstverständlich sei – eben mit diesem Selbstverständnis - erbracht.
Alle diese ungewöhnlichen Erfahrungen und Eindrücke schwingen in ihrem Buch mit, welches den Weg vom Menschen zu sich selber in einer ganz eigenen Welt schildert.
steppenhund - 12. Nov, 23:53