steppenhund schaut Lugner
Wenn ich eine ganze Woche auf die Weise ausfalle, dass ich keine Zeile vernünftigen Text lesen kann, ja nicht einmal etwas bloggen möchte, 20 Stunden am Tage schlafe, dann schaue ich nicht einmal Fernsehen, ich höre es nur laufen und blinzle ab und zu in Richtung Bildschirm. beim ersten Niesreiz, der nicht lang auf sich warten läßt, drehe ich mich wieder weg.
Mit zunehmender Besserung gibt es größere, zusammenhängende Portionen und weil es gerade die Woche war, eine Verfolgung rund um den Opernball.
Mittwoch Club 2, Donnerstag die offizielle ORF-Reportage, Freitag die Nachbetrachtung Lugner am Opernball.
Die Club-2-Diskussion war schon recht aufschlussreich. An den Themen ändert sich seit 20 Jahren nichts.
Emmi Werner, die ich sonst eher schätze, hat sich mit ihrer Finger-in-Ohren-Zuhaltehaltung nahezu auf eine Ebene mit Nina Hagen bei Meischberger gestellt. Peter Margulies kam in einem grünen Pullover, dessen Markenzeichen eher anzudeuten scheint, dass er den Kapitalismus unterstützen möchte, aber ganz anders spricht, Hubsi Kramar hat sich auf eine Weise geoutet, die mir selbst dann peinlich erscheint, wenn ich einige seiner Meinungen nachvollziehen kann.
Dass Dita von Teese mit ihrem Hang zur Burlesquerie der Vierzigerjahre deswegen abgelehnt wird, weil das auch die Zeit von Hitler war, erscheint etwas unlogisch, da sich dieselbe ja auf der anderen Seite des Ozeans befunden hat.
Sein Plädoyer, dass man statt des Opernballs lieber den französischen Kolonialkrieg zeigen sollte, zeigt neben seiner zur Schau getragenen Prüderie von einem Fanatiker der gefährlichen Sorte. Das Gegenteil von "gut" ist "gut gewollt".
Ich habe zum ersten Mal die Übertragung des Opernballs gesehen. Ich selbst war noch nie auf einem und werde es vermutlich auch in Zukunft nicht sein. Den Leuten, die ihn abschaffen wollen, würde ich eine Reihenfolge von abschaffenswerten Events als Liste verabreichen. Da kommt der Opernball erst lange hinter der Abschaffung des Neujahrskonzerts, der Streif-Abfahrt, des Tennis-Open in Kitzbühel, dem Life-Ball, allfälligen olympischen Spielen und nicht zuletzt der EM-2008.
Nicht, dass ich diese Events alle abschaffen möchte, ganz im Gegenteil. Im einem Zeitalter, wo der Schein mehr als alles andere zählt und derartige Events in Wirklichkeit nichts anderes als Imagewerbung darstellen, - für die jeweiligen Interessensträger - ist ein Ball, der anerkannt als einzigartig in der Welt angesehen wird und verschiedenen Orts auch nachgeahmt wird, genauso ein Exportartikel wie der Mozart oder die Mozartkugel, wobei die "Mozart Balls" bekanntlicherweise nicht aus den Hoden von Mozart gefertigt werden.
Was manche am meisten zu enervieren scheint, ist die Protzerei. Und hier hake ich ein. Nirgendwo sonst wie am Opernball kann man sehen, wie Geld allein alles andere als glücklich macht.
Der heutige Lugner-Bericht hat es gezeigt. Seine neue Flamme Bettina hat in dem billigen Kleid mit einer einfachen Frisur weitaus besser ausgesehen als sie dann am Ball erschienen ist. Der ganze Trip zum Opernball war mit kleinen Pannen übersät, die einen schon zur Nervosität treiben können, wenn man einen fixen Zeitplan vorgesehen hat. Bettina hat auf mich als eher einfache Frau einen sehr vorteilhaften Eindruck gemacht. Aus all dem, was sie sprach, konnte man eine gewisse Herzensbildung entnehmen.
Als Höhepunkt meines Antineidempfindens sollte ich aber wohl die Flucht der Dita von Teese anführen. Da hilft der generöseste Vertrag und die tollste Begeisterung über die Roben am Opernball nichts, wenn man am Gang in eine Klaustrophobie getrieben wird. Diese war nachvollziehbar.
Ja selbst Lugner kann sich in der eigenen Loge nicht innerhalb einer Privatsphäre wähnen, wenn ihn eine dumme besoffene Steirerin blöd anmacht.
Ich bin weit davon entfernt, mit den betroffenen Personen Mitleid zu haben. Doch genauso weit ist mir der Neid, denn eines weiß ich: auf jedem Ball, auf dem ich war, hatte ich mehr Spass, als es aus den Gesichtern der interviewten Personen abzulesen war.
Selbst wenn es nur der Tanzstundenball in Brunn am Gebirge war.
Mit zunehmender Besserung gibt es größere, zusammenhängende Portionen und weil es gerade die Woche war, eine Verfolgung rund um den Opernball.
Mittwoch Club 2, Donnerstag die offizielle ORF-Reportage, Freitag die Nachbetrachtung Lugner am Opernball.
Die Club-2-Diskussion war schon recht aufschlussreich. An den Themen ändert sich seit 20 Jahren nichts.
Emmi Werner, die ich sonst eher schätze, hat sich mit ihrer Finger-in-Ohren-Zuhaltehaltung nahezu auf eine Ebene mit Nina Hagen bei Meischberger gestellt. Peter Margulies kam in einem grünen Pullover, dessen Markenzeichen eher anzudeuten scheint, dass er den Kapitalismus unterstützen möchte, aber ganz anders spricht, Hubsi Kramar hat sich auf eine Weise geoutet, die mir selbst dann peinlich erscheint, wenn ich einige seiner Meinungen nachvollziehen kann.
Dass Dita von Teese mit ihrem Hang zur Burlesquerie der Vierzigerjahre deswegen abgelehnt wird, weil das auch die Zeit von Hitler war, erscheint etwas unlogisch, da sich dieselbe ja auf der anderen Seite des Ozeans befunden hat.
Sein Plädoyer, dass man statt des Opernballs lieber den französischen Kolonialkrieg zeigen sollte, zeigt neben seiner zur Schau getragenen Prüderie von einem Fanatiker der gefährlichen Sorte. Das Gegenteil von "gut" ist "gut gewollt".
Ich habe zum ersten Mal die Übertragung des Opernballs gesehen. Ich selbst war noch nie auf einem und werde es vermutlich auch in Zukunft nicht sein. Den Leuten, die ihn abschaffen wollen, würde ich eine Reihenfolge von abschaffenswerten Events als Liste verabreichen. Da kommt der Opernball erst lange hinter der Abschaffung des Neujahrskonzerts, der Streif-Abfahrt, des Tennis-Open in Kitzbühel, dem Life-Ball, allfälligen olympischen Spielen und nicht zuletzt der EM-2008.
Nicht, dass ich diese Events alle abschaffen möchte, ganz im Gegenteil. Im einem Zeitalter, wo der Schein mehr als alles andere zählt und derartige Events in Wirklichkeit nichts anderes als Imagewerbung darstellen, - für die jeweiligen Interessensträger - ist ein Ball, der anerkannt als einzigartig in der Welt angesehen wird und verschiedenen Orts auch nachgeahmt wird, genauso ein Exportartikel wie der Mozart oder die Mozartkugel, wobei die "Mozart Balls" bekanntlicherweise nicht aus den Hoden von Mozart gefertigt werden.
Was manche am meisten zu enervieren scheint, ist die Protzerei. Und hier hake ich ein. Nirgendwo sonst wie am Opernball kann man sehen, wie Geld allein alles andere als glücklich macht.
Der heutige Lugner-Bericht hat es gezeigt. Seine neue Flamme Bettina hat in dem billigen Kleid mit einer einfachen Frisur weitaus besser ausgesehen als sie dann am Ball erschienen ist. Der ganze Trip zum Opernball war mit kleinen Pannen übersät, die einen schon zur Nervosität treiben können, wenn man einen fixen Zeitplan vorgesehen hat. Bettina hat auf mich als eher einfache Frau einen sehr vorteilhaften Eindruck gemacht. Aus all dem, was sie sprach, konnte man eine gewisse Herzensbildung entnehmen.
Als Höhepunkt meines Antineidempfindens sollte ich aber wohl die Flucht der Dita von Teese anführen. Da hilft der generöseste Vertrag und die tollste Begeisterung über die Roben am Opernball nichts, wenn man am Gang in eine Klaustrophobie getrieben wird. Diese war nachvollziehbar.
Ja selbst Lugner kann sich in der eigenen Loge nicht innerhalb einer Privatsphäre wähnen, wenn ihn eine dumme besoffene Steirerin blöd anmacht.
Ich bin weit davon entfernt, mit den betroffenen Personen Mitleid zu haben. Doch genauso weit ist mir der Neid, denn eines weiß ich: auf jedem Ball, auf dem ich war, hatte ich mehr Spass, als es aus den Gesichtern der interviewten Personen abzulesen war.
Selbst wenn es nur der Tanzstundenball in Brunn am Gebirge war.
steppenhund - 1. Feb, 21:28

